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Freispiel für Schulkinder

Vanja Grass-Dorsch und Juliane Brill sind in Sorge: 2014 kommen ihre Kinder in die Schule und müssen dann bis zum frühen Abend betreut werden. Nur wo? Nun haben die Frauen eine Hort-Initiative gegründet. Vorbild ist die Wurzelkinder-Kita in Seckbach.
Die Wurzelkinder aus Seckbach sind fast immer in ihren Gärten am Huthpark. So naturnah wie der Kindergarten soll auch der Hort werden, für den sich Vanja Grass-Dorsch und Juliane Brill stark machen.	Foto: Chris Christes Die Wurzelkinder aus Seckbach sind fast immer in ihren Gärten am Huthpark. So naturnah wie der Kindergarten soll auch der Hort werden, für den sich Vanja Grass-Dorsch und Juliane Brill stark machen. Foto: Chris Christes
Seckbach. 

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für Vanja Grass-Dorsch und Juliane Brill ein zentrales Problem. Grass-Dorsch ist selbständige Raumgestalterin, und Brill hilft Jugendlichen bei der Berufsplanung. Beide haben Kinder, die zurzeit den Naturkindergarten Wurzelkinder in Seckbach besuchen. 2014 werden sie eingeschult, und dann fangen die Schwierigkeiten an. „Bei den Mietpreisen in Frankfurt ist es meistens nötig, dass beide Elternteile arbeiten“, sagt Grass-Dorsch. Wenn ihr Sohn aber nicht mehr bis 17 Uhr betreut wird, sei das nicht mehr so einfach möglich. Und selbst der Ganztagszweig der Zentgrafenschule sichert nur eine Betreuung bis maximal 16 Uhr, Freitags bis 14 Uhr, zu.

Aus der Not heraus gründeten die berufstätigen Mütter eine Elterninitiative für einen neuen Hort. Die Wurzelkinder-Kita entstand vor sechs Jahren schließlich auf die gleiche Weise. „E kann ja nicht so schwer sein, auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Das Konzept gibt es bereits. Man muss es nur für die Hortkinder leicht abändern“, erklärt Grass-Dorsch. Erleichternd komme hinzu, dass die Wurzelkinder keine großen Räumlichkeiten oder teures Spielzeug benötigen.

 

Raus in die Natur

 

Das Konzept setzt auf Naturerfahrungen. Hier wird noch im Schlamm gebuddelt, mit Stöcken und Ästen gespielt, werden Vögel beobachtet. Die Kindergartenkinder nutzen drei Gärten am Huthpark. „Einer könnte problemlos für die Hortkinder verwendet werden“, sagt die Leiterin der Kita, Pelka Budakovic. Sie unterstützt das Projekt und ist überzeugt, dass eine Zusammenarbeit die Planung erheblich erleichtern kann. „Wir können einzelne Projekte mit allen Kindern gemeinsam machen.“ Außerdem können die Erzieher der Kita das Personal für den Hort anlernen, ihnen die Idee der Wurzelkinder erläutern und gemeinsam ein Konzept für die Hortkinder entwickeln.

Auf der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 11, der für Fechenheim, Riederwald und Seckbach zuständig ist, stellte die Elterninitiative ihre Idee vor. „Wir sind ganz überrascht, wie viel Resonanz wir schon bekommen haben“, so Grass-Dorsch. Die Ortsbeiräte konnten zwar noch keine genauen Zusagen machen, dafür steht die Planung noch zu weit am Anfang. Sie versicherten aber, zu helfen, wo sie nur können. Denn wenn auch viele bereits vorhandenen Ressourcen genutzt werden können, gibt es doch einiges, das nur mit finanzieller Hilfe des Trägers und der Stadt möglich ist. So bräuchte der Hort etwa einen Raum für das Mittagessen und verregnete Tage. Hierfür wurden schon Räume am Atzelbergplatz angefragt, Zusagen gibt es jedoch noch keine. Auch neues Personal müsste eingestellt werden. Die Elterninitiative plant mit zwei pädagogischen Fachkräften und ein bis zwei Aushilfen. „Also würden wir sogar Arbeitsplätze schaffen“, sagt Grass-Dorsch schmunzelnd. Die Mütter sind sich sicher, die Investitionen würden sich lohnen, da weitere Hortplätze im Stadtteil dringend benötigt werden. Für 2014 stehen für alle vier Grundschulklassen lediglich 62 Plätze zur Verfügung: im Hort der Kita 94 am Atzelberg und im Hort der evangelischen Mariengemeinde. Der Bedarf sei weitaus höher. Auch der Ganztagszweig der Zentgafenschule hat nur 40 Plätze und kann nicht alle Interessenten aufnehmen. Außerdem gibt es hier nur während der Schulzeit ein Betreuungsangebot. „Bei 15 Wochen Schulferien müssten mein Mann und ich dann getrennt Urlaub nehmen“, sagt Grass-Dorsch. Der geplante Hort soll daher nur vier Wochen im Jahr geschlossen sein.

 

20 Plätze sind das Ziel

 

Insgesamt 20 Plätze soll der neue Wurzelkinder-Hort haben, genügend interessierte Familien gebe es bereits. Nun gilt es, das Konzept weiter auszuarbeiten und auf Unterstützung vom Ortsbeirat sowie dem Träger der Wurzelkinder-Kita zu hoffen.

(wch)
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