Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Freude über Nachtflugverbot

Das vom Verwaltungsgerichtshof in Kassel verhängte Nachtflugverbot am Flughafen ist im Römer auf Zustimmung gestoßen. Grüne und SPD sehen in der Entscheidung eine Niederlage für die Landesregierung.
Frankfurt. 

Dass der Flugbetrieb in Frankfurt nachts zwischen 23 Uhr und 5 Uhr ruhen soll, darüber sind sich alle Fraktionen im Römer einig. Deshalb waren die Reaktionen auf die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes (VGH) in Kassel gestern durchweg positiv. Wie berichtet, hat das Gericht angeordnet, dass es ab der Inbetriebnahme der neuen Landebahn – das genaue Datum ist der 30. Oktober – vorerst keine Nachtflüge mehr geben darf. Das gilt so lange, bis das Bundesverwaltungsgericht eine endgültige Entscheidung in dieser Frage getroffen hat. Das wird voraussichtlich Anfang nächsten Jahres der Fall sein. Der VGH hatte in einem Urteil die 17 Nachtflüge, die im Planfeststellungsbeschluss genehmigt wurden, für zu hoch erachtet. Dagegen hatte das Land Hessen Revision eingelegt.

Die Grünen im Römer forderten das Land gestern auf, die Revision zurückzunehmen. "Verkehrsminister Dieter Posch sollte endlich zum Mediationsergebnis zurückkehren", erklärte die umweltpolitische Sprecherin Martina Feldmayer. "Die Expansionspolitik des Flughafenbetreibers, die mit immer mehr Flächenverbrauch, Naturzerstörung und Lärmbelastung für die Bürger einhergeht, führt in die falsche Richtung."

Die SPD sieht in dem Urteil einen "Schlag ins Gesicht der hessischen Landesregierung". Es sei bemerkenswert, dass sie durch ein Gericht zum Einhalten ihrer Versprechen gezwungen werde, sagte der umweltpolitische Sprecher Roger Podstatny. "Es bleibt für die Menschen in der Region zu hoffen, dass das Nachtflugverbot vor dem Bundesverwaltungsgericht Bestand hat."

Auf die Leipziger Richter verweist auch die FDP. Erst nach deren Urteil werde es Rechtssicherheit geben, sagte Fraktionschefin Annette Rinn. Sie denkt dabei auch an die Fluggesellschaften, die Planungssicherheit bräuchten. Rinn hält es nicht für ausgeschlossen, dass sich das Verfahren insgesamt noch über Jahre hinzieht und das Nachtflugverbot so lange auf jeden Fall bestehen bleibt. Die spannende Frage sei jetzt, wie sich die Fluggesellschaften auf die neue Situation einstellen. mu

Lesen Sie einen weiteren Bericht zum Thema Fluglärm auf Seite 20.

(Günter Murr)
Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse