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Prozessurteil in Frankfurt: Freundin vergewaltigt und mit Messer attacktiet: Haft für 26-Jährigen

Von Mindestens dreimal vergewaltigte ein Frankfurter seine Freundin, einen Messerangriff aus Eifersucht überlebte sie nur knapp. Das Landgericht zog gestern einen endgültigen Schlussstrich unter eine fatale Beziehung.
Frankfurt. 

Wie heute allgemein üblich, hatten sich auch der 26 Jahre alte Frankfurter und die damals in Limburg wohnende junge Frau 2012 über diverse Internet-Plattformen kennengelernt. Ohne ihre jeweiligen Persönlichkeiten näher zu ergründen, ging es gleich bei den ersten Treffen mächtig zu Sache.

Der Mann wollte eine schnelle Schwangerschaft, um sich – so fand es das Gericht in mehreren Wochen Beweisaufnahme heraus – dauerhaft an die Frau binden zu können. Dass er ganz nebenbei zahllose weitere Liebschaften unterhielt und mit einer anderen Frau sogar schon zwecks Heirat bei den künftigen „Schwiegereltern“ vorstellig geworden war, kümmerte ihn dabei offenbar recht wenig. Dafür ergoss er sich in rasender Eifersucht, wenn er die zierliche, kleine Frau in Verdacht hatte, mit anderen Männern anzubandeln. Als sie schließlich einen Bekannten in einer Notlage bei sich übernachten ließ, drehte der Freund durch und erzwang gegen ihren Willen den Geschlechtsverkehr.

Mit Lügen gefügig gemacht

Gleichwohl zog die zwischenzeitlich tatsächlich schwanger gewordene Frau zu ihm nach Sossenheim, wo der Mann eine Wohnung angemietet hatte. Dort fanden später zahlreiche Übergriffe statt, von denen die beiden schwersten im Sommer und im November vergangenen Jahres im Mittelpunkt des Prozesses vor der 17. Großen Strafkammer standen.

Nachdem die Frau immer wieder von sich aus die Beziehung beendet und auch entsprechende gerichtliche Annäherungsverbote erwirkt hatte, ließ sie sich aber doch regelmäßig von dem Mann erweichen, ihn wieder bei sich aufzunehmen. Dabei zeigte der Mann Fantasie – er sei an Darmkrebs erkrankt und habe nur noch zwei Jahre zu leben, flunkerte er über SMS und hatte damit Erfolg. Als er daraufhin wieder in die Wohnung aufgenommen worden war, gab er zu, dass alles nur ein Witz gewesen war.

Am 19. November des vergangenen Jahres schließlich ging es wieder hoch her in der Wohnung. Der Mann hatte sich am frühen Morgen Zutritt verschafft, in dem er einfach im dunklen Treppenhaus an der Wohnungstüre geklingelt und die Frau unvorsichtigerweise die Türe geöffnet hatte. Nach den üblichen Aussprachen, die schon in Anbetracht der Uhrzeit selten von Erfolg gekrönt wurden, holte er plötzlich ein großes Brotmesser aus der Küche. Als ihm die Frau daraufhin erneut klarzumachen versuchte, dass die Beziehung beendet sei, stach er vier Mal zu, hörte aber von sich aus mit weiteren Attacken auf, als er das Blut der verletzten Frau sah.

Für das Landgericht war nach anfänglichen Ermittlungen wegen versuchten Totschlags klar, dass es sich hier nicht um ein versuchtes Tötungsdelikt handelte. „Sie haben großes Glück, dass die Frau nicht tot in der Küche liegengeblieben war“, sagte Vorsitzender Richter Thomas Striegl in der Urteilsbegründung.

Kein Zeichen der Reue

Verurteilt wurde der Mann wegen Vergewaltigung und mehrfacher gefährlicher Körperverletzung – im Strafmaß blieb das Gericht dabei ein Jahr hinter dem Antrag der Staatsanwaltschaft von siebeneinhalb Jahren zurück. Der Angeklagte hatte während des Prozesses nur zum Lebenslauf, nicht aber zu den Tatvorwürfen ausgesagt. Ein Geständnis und glaubwürdige Reue konnten ihm deshalb nicht zugute gehalten werden.

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