Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 9°C

Wollten die Täter das Metall der Gefäße?: Friedhof Höchst: Sechs Urnen samt Asche gestohlen

Von Es ist ein Verbrechen, das an Pietätlosigkeit kaum zu überbieten ist: Auf dem Höchster Friedhof haben unbekannte Täter drei Urnen-Kammern aufgebrochen und die Gefäße mit der Asche von Verstorbenen gestohlen. Die Polizei ermittelt wegen Störung der Totenruhe.
Die drei aufgebrochenen Urnen-Kammern auf dem Höchster Friedhof waren mit aufgeklebten Steinplatten verschlossen. Bilder > Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Die drei aufgebrochenen Urnen-Kammern auf dem Höchster Friedhof waren mit aufgeklebten Steinplatten verschlossen.
Frankfurt. 

Waren die Diebe auf das Metall der Urnen aus? Oder wollten sie die Asche der Verstorbenen für bizarre Rituale benutzen? Die Frankfurter Polizei steht vor einem Rätsel, Beamte des 17. Reviers ermitteln wegen Störung der Totenruhe. Feststeht: Auf dem Höchster Friedhof haben unbekannte Täter drei Kammern einer Urnenwand aufgebrochen und je zwei Gefäße mit der Asche verstorbener Ehepaare gestohlen. Friedhofsmitarbeiter entdeckten und meldeten den Aufbruch der Kammern bereits am 29. Mai, wie diese Zeitung nun erfuhr.

Polizeisprecherin Annegret Kaus berichtet, dass der oder die Täter jeweils die aufgeklebte Steinplatte der drei Urnen-Kammern aufgebrochen hätten. Die Gefäße samt Asche hätten sie dann offenbar mitgenommen. Ausgeschüttete Asche sei jedenfalls nicht gefunden worden, sagt Kaus. Über mögliche Hintergründe der Tat wollte die Behördensprecherin nicht spekulieren. Angehörige der Verstorbenen hätten die Ermittler bislang nicht erreicht. Sobald dies der Fall sei, erhoffe man sich „neue Ermittlungsansätze“.

Anzeigen gegen unbekannt

Kaus berichtet, dass die Polizei drei Strafanzeigen gegen unbekannt erstattet habe; für jede Urne eine. Das Delikt „Störung der Totenruhe“ decke den Diebstahl der Urne und der Asche ab. In Paragraf 168 des Strafgesetzbuches steht, dass mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe bestraft wird, wer „die Asche eines verstorbenen Menschen wegnimmt“. Ebenso bestraft wird, wer eine Beisetzungsstätte zerstört oder beschädigt. Thomas Bäder, im Frankfurter Grünflächenamt für Friedhofsangelegenheiten zuständig, hat den Diebstahl nach eigenen Worten mit „Kopfschütteln und Unverständnis“ zur Kenntnis genommen. Die Polizei habe das Grünflächenamt informiert. Dessen Mitarbeiter seien darauf angewiesen worden, andere Friedhöfe auf mögliche Aufbrüche zu überprüfen. Festgestellt worden seien aber keine. Bäder erklärt, dass ihm in der Stadt zuvor noch kein einziger Fall von Urnen-Diebstahl untergekommen war.

Die Gefäße gibt es in allen Preislagen

Urnen für Beisetzungen sind schon für zweistellige Beträge erhältlich, am größten ist das Angebot im Preissegment zwischen 100 und 300 Euro.

clearing

Zwei der drei aufgebrochenen Urnen-Kammern seien bereits abgelaufen gewesen, so dass es keinen Nutzer mehr gebe, sagt Bäder. Im dritten Fall seien die Nutzer nicht erreichbar, so dass nun nach weiteren Angehörigen gesucht werde. Nach Angaben des Grünflächenamts verstarben die Menschen, deren Asche nun samt Urne entwendet wurde, zwischen 1970 und 1997. Bäder betont, dass er einen solchen Diebstahl in keiner Weise nachvollziehen könne. „Wer so etwas macht, hat wohl keine Wertschätzung für Menschen und für Verstorbene.“

Nicht der erste Fall

Der erste Fall von Urnen-Diebstahl ist es nicht: In Berlin wurden im April 2016 14 Urnen aus einer Friedhofshalle gestohlen. Die Diebe hatten es wohl auf Kupfer und Messing abgesehen. Ob die in Frankfurt gestohlenen Gefäße auch aus Metall bestanden, ist unklar, weil noch kein Angehöriger befragt werden konnte. Auch Fälle, in denen Angehörige die Urnen von Verstorbenen ausgruben, um sie zu Hause zu haben, gab es schon.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse