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Gastro-Kolumne: Früher Metzgerkost, heute mediterrane Menüs

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Inhaber Mehran Alvani und Lebensgefährtin Julia Grißmer im Kaffeehaus „Lucille“ an der Friedberger Landstraße Foto: Holger Menzel Inhaber Mehran Alvani und Lebensgefährtin Julia Grißmer im Kaffeehaus „Lucille“ an der Friedberger Landstraße

Wo früher Wurst und Schnitzel über die Theke gingen, kommt heute mediterran-orientalisches Frühstück auf den Tisch. Dass die Friedberger Landstraße 100 vor vielen Jahren eine Metzgerei beherbergte, ist den mit alten Kacheln geschmückten Räumen immer noch anzusehen. Aber genau das macht den besonderen Charme des „Lucille“ aus. Als Betreiber des nach einem Song von Little Richard benannten Kaffeehauses fungiert Mehran Alvani. Der gebürtige Iraner ist kein Neuling in der Gastroszene, auch wenn er ursprünglich nicht geplant hatte, in dieser Branche zu arbeiten.

Am Anfang seiner beruflichen Laufbahn stand ein Informatikstudium. „Zwischen den Seminaren war ich als Sozialarbeiter tätig, was mir nach der Uni einen festen Job einbrachte, und zwar als Leiter des Wohnbereichs Integrative Drogenhilfe.“ Parallel dazu hat er erste Erfahrungen als Gastronom gemacht: 2000 übernahm er mit dem „Melo“ eine kleine Bar in der Brotfabrik. Sieben Jahre später folgte die Eröffnung des „Moksha“ in der Rotlintstraße. Mit der Mischung aus Cafe und Bar ist er ganz in die Gastrobranche eingestiegen. 2009 kam ein weiteres Projekt dazu: das „Orange Peel“ im Bahnhofsviertel. Als der Mietvertrag für das „Moksha“ auslief, wechselte er die Straße, aber nicht den Stadtteil. Und warum sollte er? „Ich arbeite schon seit zehn Jahren im Nordend und habe ein sehr nettes Stammpublikum.“

Dazu gehört auch Martin Ehlers, der Inhaber von „Memphis Records“, einem Plattengeschäft in der Friedberger Landstraße 100. Er hat Alvani damals verraten, dass der Laden nebenan neu verpachtet werden soll. „Ich habe mich sofort in die Räume mit den alten Kacheln verliebt“, erinnert er sich. Wie gut, dass er auch den Zuschlag bekam. Und wie gut, dass er im Keller einen Karton mit weiteren Fliesen fand. So konnte er den nostalgischen Charme nicht nur bewahren, sondern auch ein bisschen aufpolieren. Diese Wirkung unterstreicht er mit liebevoll zusammengestelltem Mobiliar: „Den Schaukelstuhl haben wir bei ,Second Home‘ entdeckt. Der Schemel hingegen stammt von meiner Großmutter“, erzählt Julia Grißmer, Lebensgefährtin des Gastronoms.

Während die studierte Rechtsanwältin manchmal das Serviceteam unterstützt, ist der Betreiber zugleich der Küchenchef. „Kochen habe ich von meiner Mutter gelernt. Das machte mir schon immer großen Spaß. Außerdem war es in meiner Familie üblich, dass die Männer am Wochenende gemeinsam kochen.“ Und nicht zuletzt hätten ihm seine früheren Küchenchefs einiges beigebracht. Das müssen überwiegend gute Köche gewesen sein, denn schon das hausgemachte Müsli (4,50 Euro) unterscheidet sich stark vom gängigen Angebot. Mit Haferflocken, Leinsamen, Mandeln, Sesam, Kokosflocken, Berberitzen, Joghurt, frischen Früchten und weiteren Zutaten lässt es sich lecker in den Tag starten. Das gilt auch für das Lucille Frühstück (8,90 Euro): Manchego, Schafskäse, Humus, Frischkäse, Tomaten, Oliven, eingelegtes Gemüse und hausgemachte Brötchen verraten einen Küchenchef, der Wert auf Qualität und Sorgfalt legt – sowie mediterran-orientalisch kocht.

Um die Mittagszeit geht es mit vier wechselnden Gerichten weiter, zum Beispiel einem Hähnchenschenkel in Honig-Orangen-Marinade samt knusprigen Ofenkartoffeln (10,90 Euro). Zwischen Haut und Fleisch steckt ein Thymianzweig, der das Ganze schön würzig macht. Zum Nachtisch (oder Frühstück) bereiten verschiedene Tartes eine süße Qual der Wahl. Mit Äpfeln, Pflaumen oder Physalis? „Ich verarbeite gerne heimische, aber auch exotische Früchte“, so der Küchenchef.

Donnerstags und freitags steht er übrigens länger als sonst am Herd. Wenn das „Lucille“ bis 1 Uhr nachts geöffnet ist, finden auch Barabende unter wechselnden Mottos statt. Für die passende Musik sorgen DJs, für die passenden Cocktails Alvani und sein Team. New Yorker, Moscow Mule und Whiskey Sour sind einige Beispiele aus dem überschaubaren Angebot. „Wir haben ebenso auf der Speise- wie auf der Getränkekarte ein kleine, aber durchdachte Auswahl.“ Und mehr braucht es schließlich nicht.

 

Lucille
Nordend, Friedberger Landstraße 100, Telefon 069 21009826, www.facebook.com/Lucille-Frankfurt, Mo.–Mi./Sa. 10–19.30, Do./Fr. 10–1 Uhr, So. Ruhetag,
Sitzplätze: 35 innen/15 außen,
Küche: mediterran-orientalisch

 

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