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Persönliche Blickwinkel: Fünf Fotografen zeigen ihre Sicht auf Frankfurt

Von Fünf Fotografen blicken aus unterschiedlichen Perspektiven auf die Mainmetropole. In einer Gemeinschaftsausstellung im Aktionsraum BePoet zeigen sie ein „Abbild“ der Mainmetropole – wie auch der Titel der Schau verdeutlicht.
Oliver Lauberger macht Streetfotografie in Schwarz-Weiss und nennt Seinen Part der Ausstellung "Der Außenblick aus Offenbach". Foto: Holger Menzel Oliver Lauberger macht Streetfotografie in Schwarz-Weiss und nennt Seinen Part der Ausstellung "Der Außenblick aus Offenbach".
Gallus. 

Im digitalen Zeitalter sind die Möglichkeiten der Fotografie schier endlos. Matthias Zerb verzichtet darauf, fotografiert lieber noch ganz traditionell analog mit Film. Mit der Polaroid sucht er nach ungewöhnlichen Perspektiven auf die Mainmetropole. „Das Spannende“, findet Zerb, „ist das Unperfekte der Sofortbilder.“ Zu den Charakteristika des Polaroidfotos gehöre, dass die Film-Entwicklung immer wieder Überraschungen biete. „Das Ergebnis ist eben nicht 100-prozentig vorhersehbar. Genau das ist es, was mich am Polaroid reizt.“ Jede Aufnahme sei ein Unikat.

Stadt-Variationen

Zerb ist einer von fünf Fotografen, die derzeit ihre Arbeiten in der Gemeinschaftssausstellung „Abbild“ im BePoet Aktionsraum in der Hellerhofsiedlung zeigen. Die Fotografien haben ein gemeinsames Thema: Frankfurt. Der Blick hierauf variiert und zeigt, dass die Stadt aus ganz unterschiedlichen Perspektiven heraus entdeckt werden kann, es oftmals die Kleinigkeiten sind, die das Leben in der Mainmetropole widerspiegeln.

Die Fotografin Ulrike Klaiber hat genau diesen Blick für Details. Statt im Garten bei den Zwergen, entdeckte sie die Figur des Schneewittchens aus dem Fenster einer Wohnung im Gallus blickend. Und bannte dieses Bild mit ihrem Fotoapparat. „Ich finde es spannend, wie Menschen ihre Umgebung gestalten und oft auch verunstalten“, schildert Klaiber. Genau diese alltäglichen und teils skurrilen Momente faszinieren die Fotografin. Sie experimentiert gerne, fotografiert mittlerweile überwiegend digital. Klaiber hat eine Dunkelkammer mit fünf Arbeitsplätzen unweit des BePoet Aktionsraumes in der Langenhainer Straße 77a. Dort bietet sie Workshops zum Thema analoge Schwarz-Weiß-Fotografie an.

Schwarz-Weiß ist auch das Thema von Oliver Lauberger. Seine Fotografie ist angelehnt an die klassische Straßenfotografie. Es sind Momentaufnahmen der Stadt, die an „Film Stills“ (engl. für Standbild) erinnern. „Das ich in Schwarz-Weiß fotografiere hat unter anderem einen praktischen Grund: Die Architektur lässt sich hiermit besser herausmodellieren“, sagt Lauberger. Schwarz-Weiß ermögliche zudem ein abstrahierteres Arbeiten.

Ausschließlich Frankfurts Hochhausarchitektur steht im Fokus der Fotografien von Erich Mehrl. Die ausgestellten Arbeiten sind zusammengestellt aus ähnlichen, fast identischen Aufnahmen, die zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten von ihm aufgenommen wurden. Mehrl, der das Thema erstmals im Jahr 2009 aufgegriffen hat, thematisiert hiermit die Wahrnehmung. Bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen, so die Idee, nehme der Betrachter die Hochhäuser Frankfurts gefühlsmäßig unterschiedlich wahr.

Irritationen schaffen

Dass Fotos Geschichten erzählen, tritt in einer Zeit, in der der Informationsfluss stark durch Bilder mitgeprägt wird, noch viel deutlicher hervor als früher. Damals wie heute sind Bilder jedoch selten ein hundertprozentiges Abbild von Realität, der Wahrheitsgehalt ihrer Geschichten durchaus zu reflektieren. Mit dieser Idee spielt die Fotografin Dagmar Lichtblau. Im Mittelpunkt ihrer Werkreihe steht ein Wohnwagen, der an besonderen Orten Halt macht, in Frankfurt etwa mit Blick auf Main und Dom. „Wilma will weg“ heißt die Werkgruppe.

Doch was steckt hinter den Aufnahmen? Lichtblau klärt auf: „Der Wohnwagen ist kein echtes, sondern ein kleines Modellauto, das ich mal auf dem Flohmarkt gefunden habe.“ Für den Betrachter ist dies auf den ersten Blick aber nicht unbedingt zu erkennen. Man ist irritiert, schaut genauer. „Ich suche nach Orten und Plätzen, die es mir ermöglichen, mit dieser Irritation zu spielen“, erklärt Lichtblau. Es funktioniert, wie der lange und genaue Blick auf ihre Fotografien zeigt.

 

Die Ausstellung „Abbild“ im Aktionsraum BePoet, Langenhainer Straße 26, läuft bis zum 29. April. Sie heute und danach mittwochs und freitags, jeweils von 16 bis 19 Uhr geöffnet.

 

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