Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport - alles rund um den Mainova IRONMAN Frankfurt 2017 Frankfurt am Main 25°C

Prozess in Frankfurt: Fünf Jahre Haft für brutalen Raubüberfall am Hauptbahnhof

Nach einem brutalen Überfall auf eine Passantin ist ein 44 Jahre alter Mann am Montag zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Eine besondere Rolle spielte die Verwicklung des Opfers und des Täters in die Frankfurter Drogenszene.
Foto: Brian Jackson; Fotolia
Bahnhofsviertel. 

Es war eine besonders brutale Attacke mitten in der B-Ebene am Hauptbahnhof. Dafür muss der Täter nun fünf Jahre ins Gefängnis.

Im September vergangenen Jahres hatte zunächst ein 44 Jahre alter obdachloser Drogenabhängiger in der Passage unter dem Hauptbahnhof eine Frau um einen Euro angegangen. Die Frau wollte oder konnte ihm den Wunsch nicht erfüllen, worauf sie von dem Täter zu Boden gerissen und mit den Fäusten bearbeitet wurde. Zunächst wollte der Räuber davonlaufen, kurze Zeit später aber kam er wieder zurück. Sein Opfer hatte sich soeben wieder etwas berappelt und saß verstört auf dem Boden, als ihm der Mann mit voller Wucht in das Gesicht trat.

Danach verschwand er mit dem Mobiltelefon der verletzten und verängstigten Frau. Kurze Zeit später wurde er festgenommen und kam in Ermangelung eines festen Wohnsitzes in Untersuchungshaft.

Vor Gericht ließ sich der ungepflegt wirkende Mann aus der „Szene“ gestern nur teilweise geständig zur Sache ein. Er behauptete, mit der Frau früher bereits diverse Drogengeschäfte abgewickelt zu haben. Dabei sei sie ihm von damals noch einiges an Geld schuldig geblieben, was auch zu der Auseinandersetzung im September geführt habe. Natürlich habe er zugetreten und -geschlagen, nicht aber, um in den Besitz des Mobiltelefons zu gelangen. Offenbar war dem Angeklagten schon klar, dass er sich zumindest von dem schweren Raubvorwurf mit einer Mindeststrafe von fünf Jahren herauswinden müsse.

Die Staatsanwältin machte aber mit ihrem Strafantrag klar, wohin die Reise für den in desolaten Verhältnissen lebenden Angeklagten zu gehen habe. Sie forderte fünf Jahre Haft, wobei der exorbitante Drogenkonsum des Angeklagten strafmildernd zu berücksichtigen sei. Dieser führte ohnehin zu einer deutlich niedrigeren Mindeststrafe.

Am Ende kamen die von der Anklagevertreterin beantragten fünf Jahre auch tatsächlich heraus. Es war wohl besonders der Tritt in das Gesicht des Opfers, der die Richter zu der harten Strafe veranlasste. Das Opfer hatte nämlich vor Gericht zwar von ihrem zurückliegenden Drogenkonsum erzählt. Darüber hinaus aber auch von den starken seelischen Beeinträchtigungen durch den brutalen Überfall gesprochen.

(ge)
Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse