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Fünf künstlerische Grenzgänge

Von Mitten im beschaulichen Sachsenhausen geht es ab heute hochpolitisch zu. Denn die Macher der Art Virus Galerie haben fünf mexikanische Künstler zu Gast, deren Arbeit den harten Alltag im mexikanischen Grenzland dokumentiert.
Sie bringen Farbe in die Stadt: Der mexikanische Künstler Alfredo Libre Gutierez und Galerist Michele Sciruba laden ab heute zur Ausstellung „La Frontera“, während der fünf Künstler aus der Grenzregion zwischen Mexiko und den USA ihre Werke präsentieren.	Fotos: Kammerer (1), Art Virus Galerie Sie bringen Farbe in die Stadt: Der mexikanische Künstler Alfredo Libre Gutierez und Galerist Michele Sciruba laden ab heute zur Ausstellung „La Frontera“, während der fünf Künstler aus der Grenzregion zwischen Mexiko und den USA ihre Werke präsentieren. Fotos: Kammerer (1), Art Virus Galerie
Sachsenhausen. 

Ein Wochenende und zahlreiche Sprühdosen brauchte der mexikanische Künstler Alfredo Libre Gutierez, um eine vier Mal vier Meter messende Holzwand in ein politisches Kunstwerk zu verwandeln. Um es zu betrachten, reicht ein Ausflug in den Bergesgrundweg 3. Dort startet heute um 18.30 Uhr die Ausstellung „La Frontera“ (zu Deutsch: die Grenze). Fünf mexikanische Künstler werden dort in den kommenden Wochen ihre Sicht auf den Alltag im mexikanischen Grenzland präsentieren. Neben der Art Virus Galerie beteiligen sich auch das mexikanische Generalkonsulat in der Taunusanlage 21 sowie das Instituto Cervantes in der Staufenstraße 1 an der Werkschau.

Foto-Reportage als Beginn

Wie Nicole Thamm von der Art Virus Galerie erklärt, habe das mehrmonatige Kunstprojekt, das über 80 000 Euro verschlang, mit den Bildern des aus Deutschland stammenden Fotografen Stefan Falke begonnen. „Er portraitierte Tänzer, Galeristen und Kreative aus dem Grenzland“, sagt Thamm. Der Galerist Dr. Michele Sciurba hatte daraufhin die Idee, Falkes Bilder, die auch in der New York Times und in der BBC zu sehen waren, in einem Bildband herauszugeben. Doch: „Nur die Bilder zu veröffentlichen hätte uns nicht gereicht. Daher haben wir überlegt, wie wir als Galerie hineinpassen, und uns entschlossen, uns selbst ein Bild von den im Grenzland lebenden Künstlern zu machen“, erläutert Sciurba.

Hochpolitische Werkschau

Tatsächlich stießen Sciurba und Thamm im Grenzland auf viele talentierte Künstler, die trotz schwierigster Lebensbedingungen hochpolitische Kunst erschaffen. „Die Arbeiten sind krass und treiben einem die Tränen in die Augen“, sagt Sciurba, der in Sizilien, also unweit von Lampedusa, zur Welt kam. „Auch die hermetische Abschottung der EU-Außengrenzen führt dazu, dass Leute sterben“, erklärt der Galerist, weshalb es für ihn eine direkte Verbindung zwischen den täglichen Dramen entlang der Grenze zwischen Mexiko und den USA sowie den gleichfalls schwer bewachten Außengrenzen der Europäischen Union gibt.

Neben den fünf Künstlern beschäftigten sich auch fünf mexikanische Autoren mit der lateinamerikanischen Migrations-Problematik. Deren Beiträge flossen in den Bildband „La Frontera“ ein, der aus Falkes Fotos entstand. Das gesamte Projekt sei sehr kompliziert sowie kosten- und zeitintensiv gewesen, sagt Nicole Thamm, die sich umso mehr über die finanzielle Unterstützung der Hans-Böckler-Stiftung freut.

Als klar wurde, dass der Höhepunkt des Projekts eine Ausstellung in Deutschland sein sollte, erklärten sich das mexikanische Generalkonsulat sowie das Instituto Cervantes umgehend bereit, Teile der Ausstellung in ihren eigenen Räumen auszurichten. So folgt auf die heutige Ausstellungseröffnung in der Art Virus Galerie das Instituto Cervantes. Dort werden ab Mittwoch, 7. Mai, von 19 Uhr an die Fotografien von Stefan Falke sowie eine Installation von Mauricio Sáenz zu sehen sein. Zudem liest Schriftsteller David Toscana. Das mexikanische Generalkonsulat steigt am Donnerstag, 8. Mai, ein. Hier wird es ab 19 Uhr eine Diskussion mit allen anwesenden Künstlern geben. Zudem ist für Sonntag, 11. Mai, ab 11 Uhr im Instituto Cervantes eine Podiumsdiskussion mit Autoren, Asylrechtlern und Künstlern aus Deutschland und Mexiko geplant.

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