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Mit Tunnelbaumaschine: Für die nordmainische S-Bahn muss kein Grundwasser abgesenkt werden

Von Eingriffe ins Grundwasser sind bei Bauarbeiten oft kritisch. Im Fall der teilweise unterirdisch geplanten nordmainischen S-Bahn könnten sie nicht nur Häuser im Ostend, sondern auch die Bäume im Ostpark schädigen. Um das zu vermeiden, setzt die Bahn zwischen Ostendstraße und Danziger Platz eine Tunnelbaumaschine ein.
Links die Bäume des Ostparks sollen geschützt werden beim Bau der nordmainischen S-Bahn. Foto: Leonhard Hamerski Links die Bäume des Ostparks sollen geschützt werden beim Bau der nordmainischen S-Bahn.
Unter Tage. 

Es war eine Auflage der Unteren Wasserbehörde: Der 1,5 Kilometer lange unterirdische Abschnitt der nordmainischen S-Bahn zwischen dem Abzweig an der Ostendstraße und dem Ostpark wird mit einer Tunnelbaumaschine erstellt. So muss die DB Netz AG, die die neue Strecke baut, im Ostend das Grundwasser nicht so weit absenken. „Eine Absenkung würde sich bis zum Ostpark und auf die Bäume dort auswirken“, erklärt Projektleiterin Belgin Baser. Aber auch auf die Häuser im Ostend. Trotz des schonenden Bauverfahrens beobachtet die DB Netz AG das Grundwasser sehr genau: Auf Drängen der Unteren Wasserbehörde habe die Bahn für das laufende Planfeststellungsverfahren zusätzlich ein dreidimensionales Modell der unterirdischen Wasserflüsse erstellt.

Einwendungen bis 6. Juli

Seit Sommer 2014 läuft das Planfeststellungsverfahren für die nordmainische S-Bahn. „Der Abschnitt 2 für Maintal ist am weitesten. Hier stehen wir kurz vor einem Beschluss“, sagt Baser. Anders in Frankfurt, dem Abschnitt 1: Bis zum 6. Juli wurden die Unterlagen nach Änderungen ein zweites Mal offen ausgelegt. Bis dahin können Bürger noch Einwendungen einreichen. Beginnen soll der Bau der S-Bahn-Trasse 2022.

Das wichtigste Thema der Einwendungen, die nach der ersten Offenlage eingereicht wurden, sei ein möglichst schonender Eingriff ins Grundwasser, sagt Baser. Um das dreidimensionale Grundwassermodell zu erstellen, habe die Bahn eng mit der Unteren Wasserbehörde zusammengearbeitet. „Wegen der zahlreichen Bauprojekte in Frankfurt ist das Grundwasser in der Stadt schon gut untersucht.“ Nicht nur der Tunnel greife ins Grundwasser ein, sondern auch die Rampe, die östlich des Danziger Platzes an die Oberfläche führt.

In den 1990er Jahren, als die Planung erstmals angegangen wurde, habe man noch klassisch mit Spritzbeton geplant, sagt Baser. Dabei werden schrittweise Gestein und Erdreich entfernt und dann Decke und Wände zunächst mit wenige Zentimeter dickem Spritzbeton auskleidet, bevor die eigentliche Tunnelwand entsteht. „Aber dafür muss der Tunnel trocken sein und das Grundwasser abgesenkt werden.“ Beim Einsatz einer Tunnelbaumaschine sei das nicht nötig.

25 Meter tiefe Baugrube

Nicht zu vermeiden ist den Planunterlagen zufolge aber, dass das Grundwasser für den Bau der neuen unterirdischen Station Danziger Platz abgesenkt wird. Die Baugrube ist 25 Meter tief, weil die S-Bahn-Gleise noch unterhalb der Gleise liegen, auf denen die U-Bahn zum Ostbahnhof fährt. Auch hier wird ein Verfahren eingesetzt, bei dem das Grundwasser möglichst wenig abgesenkt wird.

Um während der Bauzeit das Grundwasser zu beobachten und zu kontrollieren, ob die Berechnungen des Grundwassermodels korrekt sind, würden zahlreiche Brunnen rund um die Tunnelbaustelle gebohrt. In einem Beweissicherungsverfahren werde geprüft, ob es Schäden an Gebäuden oder an den Bäumen im Ostpark gebe.

Teil der geänderten Planung ist auch die Brücke für Fußgänger und Radfahrer, die den Bahnübergang Cassellastraße ersetzen soll und 2016 in Fechenheim für Diskussionen sorgte. Die ursprünglich geplante Unterführung sei zu teuer, erklärte damals die Stadt: Eine Brücke koste nur 5,3 statt 7,7 Millionen Euro. Neben Treppen auf beiden Seiten der Gleise führen für Radler lange Rampen parallel zum Gleis hinauf. In der Mitte der Brücke führt eine dritte Rampe hinunter zum Bahnsteig des neuen S-Bahn-Halts, der zwischen Cassellastraße und der neuen Unterführung für Autos in der Ernst-Heinkel-Straße entsteht.

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