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G 9-Zeitplan: Sorge übt deutliche Kritik

Stadträtin Sarah Sorge (Grüne) nimmt bei den Überlegungen zur Wahlfreiheit der Gymnasien kein Blatt vor den Mund. Die Idee sei gut, aber die Umsetzung mit der heißen Nadel gestrickt.
Sarah Sorge Sarah Sorge
Frankfurt. 

In 124 Tagen müssen die Eltern der derzeitigen Viertklässler ihre Wünsche geäußert haben, welche weiterführende Schule ihr Kind von August 2013 an besuchen soll.

Was die Gymnasien angeht, dürfte die Wahl selten so schwer gefallen sein. Nach dem Plan des Kultusministeriums sollen die Gymnasien bis dahin selbst entscheiden können, ob sie nach G 8 oder G 9 unterrichten wollen (wir berichteten). Entscheiden können die Schulen jedoch frühestens, wenn das Gesetz beschlossen ist.

In die Diskussion hat sich nun auch die Frankfurter Bildungsdezernentin Sarah Sorge (Grüne) eingeschaltet und Kritik geübt. Schon im Juni, als die Gedanken der Landesregierung öffentlich wurden, hatte Sorge zur Vorsicht gemahnt. Nun zeige sich, "dass das Konzept doch mit der heißen Nadel gestrickt wurde". Die Idee sei zwar gut, dass das "absurd spontane Verfahren" (Sorge) zu Unsicherheiten bei Eltern und Schulen führe, sei für sie aber absolut nachvollziehbar.

Dabei habe auch Sorge ihre Sicht korrigieren müssen. Im Juni war sie noch davon ausgegangen, dass nur wenige Gymnasien zurück zu G 9 wollten und so eine ausgewogene Mischung zwischen G 8 und G 9 entstünde. "Das hat sich inzwischen geändert. Hessenweit gibt es wohl an zwei Dritteln der Gymnasien intensive Gedanken über einen Wechsel." Die Stadt wolle jedoch keiner wechselwilligen Schule Steine in den Weg legen. "Aber wäre ich Schulleiterin, würde ich jedoch versuchen, Ruhe reinzubringen und den Wechsel ein Jahr später vollziehen." Noch gebe es bei den Lehrplänen zu viele offene Fragen, außerdem sei die Zeit für Entscheidung und Abstimmung sehr knapp bemessen.

Das Staatliche Schulamt wies derweil darauf hin, dass sich Eltern ohnehin nur den Bildungsweg bestimmen könnten, jedoch keinen Anspruch auf das von ihnen favorisierte Konzept hätten.

Neue Oberstufe kommt

Die aktuelle Diskussion befeuert auch Sorges vor Monaten geäußerte Überlegung, dass die Stadt bei weiter steigenden Schülerzahlen ein weiteres Gymnasium bräuchte. "Danach sieht es weiterhin aus." Eine neue Oberstufe soll wie geplant zum kommenden Schuljahr eingerichtet werden. "Ob wir dieses Jahr schon den Standort benennen können, lässt sich aber noch nicht sagen."

Frankfurt zahlt drauf

Raum- und Finanznot lassen ein weiteres Streitthema aufkommen. "1800 Gymnasiasten aus dem Umland werden in Frankfurt beschult, jedoch nur 300 Frankfurter auswärts", weiß Stadtschulamtssprecher Martin Müller-Bialon. Da der vom Kultusministerium vorgegebene und von den Heimatkommunen zu zahlende Gastschulbeitrag nur 400 der 3000 Euro Kosten pro Schüler und Jahr decke, zahle Frankfurt bei den Gymnasiasten jährlich 3,9 Millionen Euro drauf. Zu viel, finden Müller-Bialon und Sorge.hko

(hko)
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