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Gallusfest gegen Rechtsaußen

Das nunmehr etablierte Stadtteilfest „Gallus gibt Gast“ steht diesmal unter einem politischen Motto: Denn der Stadtteilarbeitskreis unterstützt das Römerbergbündnis gegen die geplante NPD-Kundgebung und sorgt mit einem Kulturprogramm dafür, dass das Gallus am 1. Mai frei von Nazis bleibt.
Gallus. 

Seit dem 14. Jahrhundert ist die Galluswarte ein Wachturm der Frankfurter Landwehr. An diese Funktion könnte sie dank ihrer exponierten Lage am 1. Mai unter dem Motto „Gallus gibt Gast - gemeinsam frühstücken, gemeinsam gegen rechts“ wieder anknüpfen.

Frühstück am Wachturm

„Denn wenn wir diesen Platz mit einem Infostand besetzen, dann werden sich im größeren Umkreis des Stadtteils sicher keine rechten Gruppen treffen und zu einer Kundgebung Richtung Innenstadt marschieren“, erklärt Franca Schirrmacher vom Stadtteilarbeitskreis Gallus, Mitarbeiterin im Mehrgenerationenhaus und Gallustheater. Eine Maßnahme, die nötig sei, wenn das Verbot der NPD-Kundgebung durch das Ordnungsamt vom Frankfurter Verwaltungsgericht gekippt werden sollte.

Musik und Kultur

„Im Moment richten wir uns darauf ein, dass eine Entscheidung zugunsten der Kundgebung auch noch kurzfristig fallen kann“, sagt Schirrmacher. Doch das Stadtteilfest will sich nicht als alleinige Blockade und Gegenkundgebung zu einer rechtsextremen Veranstaltung sehen. Geplant ist vielmehr ein breit angelegtes Musik- und Kulturfest, das an die Vielfalt und Gastfreundlichkeit anknüpft, die der Stadtteil in den vergangenen zwei Jahren mit dem historischen Fahrradrennen geboten hat. „Da dieses Rennen mit Lasträdern jedoch nur alle zwei Jahre stattfinden soll, wollen wir das Fest dieses Jahr auch dazu nutzen, einen politischen Akzent zu setzen“, so Franca Schirrmacher. Dazu sind aktive Teilnehmer und Helfer vor allem für den Auf- und Abbau eingeladen.

Der Infostand an der Galluswarte wird ab 9 Uhr aufgebaut, parallel lädt der Stadtteilarbeitskreis von 11 bis 14 Uhr zu einem kreativen Frühstück ein in die Hufnagelstraße nahe der Günderrodeschule. Die Teilnehmer bauen eine lange Tafel auf und bringen ihr Essen selbst mit, das sie mit dem Nachbarn teilen. Ab 11.30 Uhr spielt die Band „Gallus Donner“, gefolgt von der Band der Tarik-Ben-Ziad-Moschee um 12.30 Uhr und „Friendly Fire“ ab 13 Uhr. Der Sportkreis Frankfurt zeigt Teile der Ausstellungen „Sportstätten in Frankfurt“ und „Schlappeschneider-Schlappekicker“, das Gallus Zentrum zeigt den Film „Mensch Günter“ über Günter Sare, der 1985 bei einer Demonstration gegen die NPD im Gallus von einem Wasserwerfer überfahren wurde. Paul-Hindemith-Schüler erzählen, was ihnen an Nazis nicht passt, für Kinder gibt es zudem Spiel- und Kreativangebote, darunter Mini-Fußball, Vorlesen und Basteln. „Wichtig ist, dass sich alle Interpreten, auch die Musiker, ehrenamtlich engagieren und auf eine Gage verzichten“, betont Franca Schirrmacher.

Noch Helfer gesucht

Für Helfer, die beim Auf- oder Abbau mit anpacken oder ein Bastelangebot organisieren wollen, hat der Stadtteilarbeitskreis eigens die Hotline (01573) 542 82 54 geschaltet. Auch Spenden sind willkommen, zweckgebundene Spendenbescheinigungen können ausgestellt werden.

(Gernot Gottwals)
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