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Gastronom wird vor die Tür gesetzt

Damit das Derag-Ladenzentrum in der Mailänder Straße8 saniert werden kann, muss ein Restaurant weichen. Der Inhaber beruft sich auf einen bis 2017 datierten Mietvertrag und will gegen die Kündigung zum 31. August in Berufung gehen.
Amid Hüsyen und sein Vater Fahrettin Akça (rechts) wissen nicht, wie es mit ihrem Restaurant Bella Sena weitergeht. Die Familie will gegen die Kündigung der Derag in Berufung gehen.	Foto: Christes Amid Hüsyen und sein Vater Fahrettin Akça (rechts) wissen nicht, wie es mit ihrem Restaurant Bella Sena weitergeht. Die Familie will gegen die Kündigung der Derag in Berufung gehen. Foto: Christes
Sachsenhausen. 

8 betreibt. Obwohl Akças Restaurant einer der letzten verbliebenen Publikumsmagneten des baufälligen Ladenzentrums ist, hat dessen Betreiber nun vor Gericht erwirkt, dass die Akças zum 31. August dieses Jahres ausziehen müssen.

Wie berichtet plant die Derag seit Jahren, in den oberen Stockwerken des Ladenzentrums ein Hotel mit 112 Zimmern zu errichten. Die auf acht Millionen Euro taxierte Sanierung kann jedoch erst beginnen, wenn die verbliebenen Mieter das Ladenzentrum verlassen haben. "Wir sind auf einem guten Weg, alle noch offenen Fragen zu klären. Sobald dies geschehen ist, werden wir zügig die Detailplanung sowie die darauf aufbauenden Ausschreibungen und Auftragsvergaben fertigstellen", lässt Derag-Chef Thomas Schlereth auf Nachfrage der FNP verlauten.

Apotheke im Container?

Indes verdichten sich die Anzeichen, dass es in diesem Jahr tatsächlich mit dem Umbau klappen könnte. So bestätigt die Derag, dass die im Ladenzentrum ansässige Sonnenring-Apotheke ebenfalls zum 31. August ausziehen wird. "Die Derag unterstützt die neue Ladeninhaberin, eine Zwischenlösung für die Apotheke in unmittelbarer Nähe zu finden", so Schlereth. Im Gespräch ist der Umzug in einen Container, der auf dem Platz vor dem Ladenzentrum aufgestellt werden soll.

Andere Ladeninhaber wissen dagegen überhaupt nicht, ob und wie es weitergeht. Sie verweisen lediglich auf ihre Mietverträge, die eine einseitige, einmonatige Kündigungsfrist beinhalten. Abgesehen von einem Frisör, einem Kiosk, der besagten Apotheke, einem Kosmetiksalon und einem thailändischen Restaurant ist das einst florierende Ladenzentrum inzwischen komplett verwaist, seit eine Supermarkt- sowie eine Bäckerfiliale das Ladenzentrum verließen.

Die grüne Stadtverordnete und Anwohnerin Ursula auf der Heide sorgt sich bereits seit Jahren um die Zukunft des für die Nahversorgung der Nachbarschaft so wichtigen Derag-Zentrums. "Am besten wäre es, wenn die Familie Akças innerhalb des Zentrums umziehen würde. Ich habe dahingehend auch schon mit der Wirtschaftsförderung gesprochen", so auf der Heide. Davon abgesehen sei es schade um die anderen Familienbetriebe, die wegen des Umbaus ausquartiert würden. Ansonsten steht auf der Heide hinter dem Umbau. Sie hofft, "dass danach wieder eine gute Nahversorgung für den Stadtteil gewährleistet" werden könne. Wichtig wäre es, auch künftig auf Familienbetriebe und nicht nur auf große Ketten zu setzen: Diese Mischung habe sich "sehr gut auf den sozialen Zusammenhalt des Viertels ausgewirkt", sagt auf der Heide.

Auf der nächsten Seite: Die Akças wollen bleiben

Trotz der juristischen Niederlage denkt Fahrettin Akça nicht daran, das Ladenzentrum in diesem Jahr zu verlassen. "Wir wollen Berufung einlegen. Die Derag hat uns andere Räume innerhalb des Zentrums angeboten, das Angebot aber wieder zurückgezogen", so der Gastronom. Er berichtet von einem Derag-Mitarbeiter, der ihm 15000Euro sowie die Übernahme der Gerichtskosten anbot, wenn er bereits zum 1. April ausziehe. Das komme aber nicht infrage, sagt Fahrettin Akça, der noch immer hofft, dass er sein Restaurant behalten kann.mov

(Mirco Overländer)
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