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Prozess: Geblitzt: Autohehler fliegt an der Grenze auf

Von Weil er beim „Überführen“ der Fahrzeuge nach Polen zu kräftig aufs Gaspedal trat, ging ein Autohehler der Polizei ins Netz. Nun wurde der zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.
Ein Fahrzeug wird von einer Geschwindigkeitsüberwachungsanlage geblitzt. Foto: Patrick Seeger/Archiv Ein Fahrzeug wird von einer Geschwindigkeitsüberwachungsanlage geblitzt.
Frankfurt. 

Drei Jahre und neun Monate Gesamtstrafe – mit diesem Urteil endete gestern vor dem Amtsgericht der Prozess gegen einen polnischen Autohehler, der 2016 / 17 insgesamt vier gestohlene Wagen der Oberklasse in Richtung Heimat gefahren hatte. Hätte der 32-Jährige dabei die Geschwindigkeitsbegrenzungen eingehalten, wäre voraussichtlich nichts passiert und er immer noch auf freiem Fuß.

So aber ließ er sich von den technischen Möglichkeiten eines schweren Mercedes sowie eines Mercedes 600 „Maybach“ verführen und fühlte den Wagen auf der A 4 nahe Jena kräftig auf den Zahn. Dort herrschen teilweise Tempolimits von 80 Kilometern pro Stunde, die der Hehler um bis zu 40 Sachen überschritt.

Der „Blitzer“ nahm qualitätsvolle Portraits auf, die ihn am Steuer der opulenten Fahrzeuge – im Rhein-Main-Gebiet längst als gestohlen gemeldet – zeigten. Kurze Zeit später gelang der Zugriff der Polizei auf einem Parkplatz nahe Görlitz. Den Mercedes wurde bereits vorher sichergestellt. Der Hehler hatte den Motor versehentlich ausgeschaltet – der Wagen war also nicht mehr in Gang zu bringen, weil der Zünder nur per Funkwelle zu dem in der Wohnung des bestohlenen Halters liegenden Chip funktionierte. Den „Maybach“ aber brachte der Mann ins östliche Nachbarland, wo sich die Spuren der 280 000-Euro-Karosse verloren.

Wegen zweier ähnlicher Taten war der 32-Jährige bereits 2017 in Bautzen verurteilt worden. Diese Akte lag nun gestern bei Amtsrichter Michael Demel auf dem Tisch – man war auf die Bildung einer Gesamtstrafe aus. Der Angeklagte gab die Transportfahrten Richtung Polen zu, er habe die am Riedberg und am Lerchesberg entwendeten Fahrzeuge aber nicht selbst gestohlen, sondern lediglich die kriminelle Überführung gen Osten ausgeführt, gegen geringes Honorar der Hinterleute.

Vor diesem Hintergrund verzichtete das Gericht darauf, den Angeklagten wegen gewerbsmäßiger Vorgehensweise oder Bandenmitgliedschaft zu einer höheren Strafe zu verurteilen. In einem solchen Fall hätte das Schöffengericht infolge der auf vier Jahre begrenzten Strafgewalt die Akte ohnehin ans Landgericht weiterreichen müssen.

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