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Geschwister verurteilt: Gefälschte Tickets verkauft

Von Haftstrafen für zwei Geschwister schwunghaften Handel mit gefälschten Fahrkarten: Nur die 79 Jahre alte Mutter, die in ihrer Wohnung die Fahrkarten verkauft, das Geld aber an ihre Kinder weitergeleitet hatte, kam mit einer Bewährungsstrafe von 15 Monaten davon.
Die Statue Justitia. Foto: Peter Steffen/Archiv Die Statue Justitia. Foto: Peter Steffen/Archiv
Frankfurt. 

Wegen umfangreichen Handels mit gefälschten RMV-Monatskarten sind zwei 50 und 56 Jahre alte Geschwister vom Landgericht zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Nur die 79 Jahre alte Mutter kam mit Bewährung davon – sie hatte die Karten zwar weiterverkauft, dafür aber nichts bekommen.

Die Geschwister aber müssen für jeweils drei Jahre und drei Monate beziehungsweise drei Jahre und fünf Monate in Haft. Sie hatten über einen längeren Zeitraum in der Innenstadt – entweder mitten auf der Zeil oder aber an der S-Bahnstation an der Konstablerwache – ihre Briefchen mit den in Serbien hergestellten Fälschungen an Mann und Frau gebracht. 14 Fälle listete die Anklage auf, in Wirklichkeit dürften es aber ungleich mehr gewesen sein. Am Ende ihrer Verkaufstätigkeit mit einem Mindestumsatz von rund 30000 Euro wurden die Angeklagten bei ihrem Straßenverkauf von der Polizei bereits observiert. Als man genug belastendes Material beisammen hatte, griffen die Beamten zu.

Vor Gericht war das Familien-Trio gut beraten, umfangreiche Geständnisse abzulegen und den Prozess damit entscheidend zu verkürzen. Dabei ging es besonders um die Frage, ob auch die 79 Jahre alte Mutter noch einmal auf ihre alten Tage ins Gefängnis einrücken muss. Sie kam um den drohenden Hafenaufenthalt herum und erhielt wegen Geldwäsche eine Bewährungsstrafe von 15 Monaten mit den üblichen Auflagen. Ihre Mitwirkung bei den Verkäufen war quasi ein Dankeschön dafür, dass ihr die beiden Kinder schon seit Jahren die kärgliche Rente etwas aufgebessert hatten; „Ich konnte nicht Nein sagen, als sie mich um die Mitarbeit beim Kartenverkauf baten“, hatte sie am ersten Verhandlungstag gesagt.

Die Blankokarten, die in Serbien mit den Daten und Verkaufspreisen versehen wurden, stammten aus Diebstählen aus Bussen oder Automaten. Dabei waren die Fälscher vom Balkan allerdings nicht immer mit der aktuellen Preisentwicklung beim RMV vertraut. Einmal kamen zahlreiche Fälschungen in Frankfurt an, als die Preise zum Jahreswechsel gerade einmal wieder angezogen hatten. Man konnte die Fälschungen deshalb gleich dem Papierkorb überantworten. Ansonsten aber blühte das Geschäft mit dem für die Hälfte des regulären Preises angebotenen Tickets prächtig.

Trotz der Tatsache, dass sich neben dem Fälscher auch der Kartenkäufer einer Strafverfolgung aussetzt. Strafverschärfend und damit ausschlaggebend für die recht hohe Strafe für die beiden Geschwister war der Umstand, dass sie die Taten sowohl gewerbsmäßig (zur Sicherung einer regelmäßigen Einnahmequelle), wie auch bandenmäßig verübt hatten.

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