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Gegen Diabetes ist ein Kraut gewachsen

50 heilende Kräuter und Pflanzen wachsen im Park des Krankenhauses Sachsenhausen. Hessens erster Diabetesgarten soll Patienten für eine gesunde Ernährung sensibilisieren.
Heilpflanzenexperte Hans Lauber (links) und Prof. Kristian Rett zeigen eine Topinambur-Blüte.	Foto: Christes Heilpflanzenexperte Hans Lauber (links) und Prof. Kristian Rett zeigen eine Topinambur-Blüte. Foto: Christes
Frankfurt. 

Bockshornklee, Spitzwegerich, Fenchel, Thymian, Aloe vera, Johanniskraut – die meisten Kräuter und Pflanzen sind bekannt, die da im neuen Diabetesgarten des Krankenhauses Sachsenhausen wachsen. "Aber sie sind in Vergessenheit geraten", weiß Heilpflanzenexperte Hans Lauber. Er hat den Garten angelegt und will nun gemeinsam mit Prof. Kristian Rett, Chefarzt der Abteilung Endokrinologie und Diabetologie am Krankenhaus Sachsenhausen, die Wirkung der Kräuter näher erforschen.

Fünf verschiedene Beete gibt‘s, drei beschäftigen sich mit Ursachen der Zuckerkrankheit. Eine davon ist Übergewicht. Deshalb hat Lauber in seinem Kräutergarten natürliche "Schlankmacher" angepflanzt (siehe Infotext). Eine weitere Ursache für Diabetes können Entzündungen sein. Darum finden sich im zweiten Beet "Entzündungshemmer".

Und dann sind da noch die "Insulin-Intensivierer", denn wer an Typ-II-Diabetes erkrankt ist, dessen Körper produziert noch eigenes Insulin, nur ist dieses entweder nicht mehr wirksam genug, es ist zu wenig oder wird zu spät bereitgestellt. Verstärkend wirken unter anderem Aloe vera, Kaktusfeige, Knoblauch, grüner Tee, Kakao und Zimt, aber auch trockener Wein.

Geißraute wächst ebenfalls in diesem Beet – aus ihrem Inhaltsstoff "Metformin" werden viele Diabetesmedikamente hergestellt. Aber die Geißraute ist mit Vorsicht zu genießen: Sie ist giftig. "Nicht alles, was pflanzlich ist, ist automatisch gut", mahnt Prof. Rett. Gemeinsam mit Lauber gehe es ihm darum, im Kampf gegen Diabetes eine sinnvolle Kombination aus Schul- und Naturmedizin zu finden. Und natürlich will Rett seine Patienten ermuntern, sich generell mit dem Thema Ernährung zu beschäftigen.

Denn: Ernährung und Bewegung sind laut Rett die Schlüssel, um Diabetes in den Griff zu bekommen. Lauber ist das beste Beispiel: Er selbst litt an schwerem Diabetes. "Schuld daran war mein Lebenswandel", weiß er. Weil er nicht für den Rest seines Lebens Tabletten nehmen wollte, stellte Lauber seine Ernährung um. Und fing an zu laufen. Ein Jahr nach der Diagnose hatte Lauber seinen Zuckerspiegel im Griff. Medikamente nimmt er nicht. Mehrere Bücher hat er seitdem geschrieben, eines heißt "Schlemmen wie ein Diabetiker". Darin sind Rezepte zu finden für alle, die nicht wissen, wie sie die heilenden Kräuter in ihren Speiseplan integrieren können. Lauber hat etwa eine gesunde Currywurst entwickelt: Sie enthält neben Kalbsfleisch auch Bockshornkleesamen. Den Ketchup hat Lauber mit Stevia gesüßt. "Wenn man dazu noch ein Glas trockenen Rotwein trinkt, bekommt man Ärger mit der Pharma-Industrie, weil die dann gar nichts mehr zu verkaufen haben", scherzt Lauber.

Die zwei anderen Beete beschäftigen sich übrigens mit Folgen des Diabetes. Dort wachsen "Wundenheiler", weil Wunden bei Diabetikern schlechter heilen, und "Seelen-Balancierer", weil Zuckerkranke zu Depressionen neigen.

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