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Geschichte des Quartiers in der Innenstadt: Gegensätzeprägen die Neustadt

Von Geschichtsträchtige Orte wie der Petersfriedhof neben modernen Neubauten prägen das Bild des Innenstadtquartiers Neustadt. Gewürzt wird diese Mischung von Kultur und Einzelhandel. Was das Viertel zu bieten hat, wird im kostenlosen Magazin „neustadt“ beschrieben.
Als ganz speziellen Ort bezeichnet Ralph Haerth den Peterskirchhof an der Stephanstraße. Hier ist die letzte Ruhestätte von Persönlichkeiten der Stadtgesellschaft, es ist absolut ruhig hier und der Gegensatz von Alt und Neu in der Neustadt  ist gut zu sehen. Bilder > Foto: Holger Menzel Als ganz speziellen Ort bezeichnet Ralph Haerth den Peterskirchhof an der Stephanstraße. Hier ist die letzte Ruhestätte von Persönlichkeiten der Stadtgesellschaft, es ist absolut ruhig hier und der Gegensatz von Alt und Neu in der Neustadt ist gut zu sehen.
Innenstadt. 

Für Ralph Haerth ist der Peterskirchhof an der Stephanstraße ein spezieller Ort, ja ein Kleinod in der Großstadt. Hier haben Persönlichkeiten der Stadtgesellschaft wie etwa Goethes Eltern, die Familien Bethmann oder Textor ihre letzte Ruhestätte. Verwitterte, kaum zu entziffernde Grabsteine an der Friedhofsmauer sind sichtbare Zeugnisse davon. Erstaunlich findet er, dass der Peterskirchhof ein Ort der Stille inmitten des hektischen Treibens in der Innenstadt ist. „Man hört keinen Verkehrslärm, nichts“, sagt Haerth während er sich umdreht.

Ausgezeichnetes Quartier

Nach einer 180-Grad-Wende schaut er auf die Türme des Einkaufszentrums MyZeil und des Fünf-Sterne-Hotels Jumeirah sowie auf das Maa, die ehemalige Diamantbörse. „Das Nebeneinander von Alt und Neu macht das Quartier natürlich sehr spannend“, erklärt Haerth und denkt dabei natürlich auch an den Eschenheimer Turm.

Der 52-Jährige ist Sprecher und Initiator der Initiative „Neustadt Frankfurt“ und kümmert sich im Auftrag der Stadt um das Standortmarketing. Ziel ist es, die Vorzüge und Besonderheiten der Neustadt publik zu machen. Denn vielen ist das Quartier, das sich nördlich der Zeil vom Eschenheimer Turm bis zur Kurt-Schumacher-Straße und bis zur Bleichstraße erstreckt, nicht so geläufig. Deshalb wurde bereits ein Faltplan mit allen vorhandenen Geschäften aufgelegt und das Quartier als erstes einer deutschen Großstadt mit dem Siegel „Generationenfreundliches Einkaufen“ ausgezeichnet. Und nun erscheint bald das Magazin „neustadt“.

15 000 Exemplare des 100 Seiten starken Blattes werden gedruckt und anschließend kostenlos verteilt. Der genaue Erscheinungstermin ist noch offen, in diesem Jahr soll das Magazin aber noch zu haben sein. Als Eintagsfliege ist es übrigens nicht konzipiert, es soll künftig regelmäßig aufgelegt werden. Ein Hinweis darauf findet sich auf dem Titel, auf dem in goldener Schrift die Ziffer eins zu lesen ist.

Natürlich werden die Geschäfte und ihr Angebot vorgestellt. Der Schwerpunkt liegt laut Haerth darauf allerdings nicht – vielmehr sollen die Vielfältigkeit des Viertels und seiner Protagonisten sowie Gegensätze und Geschichte abgebildet werden. Und auch ein Ausblick wird gegeben.

Viertel im Umbruch

Denn das Gebiet wird sich in den kommenden Jahren nochmals deutlich wandeln. Neubauten wie das „Flair of Frankfurt“ an der Ecke Stiftstraße/Große Eschenheimer Straße und die „Drei Schwestern“ auf dem ehemaligen Telekom-Areal in der Stiftstraße sorgen dafür. Die beiden ehrgeizigen Projekte schaffen neuen Wohnraum und Büroflächen sowie Flächen für Einzelhandel. „Auch die mit der Neuordnung der Großen Friedberger Straße begonnene Umgestaltung der Zeil-Nebenstraßen wird das Quartier weiter aufwerten“, ist Haerth überzeugt.

Im Gegensatz zu anderen Großstädten – in Wien gibt es beispielsweise die Wiener Neustadt – wurde der Begriff Neustadt in Frankfurt schon im Jahr 1333 geprägt. Damals hatte Kaiser Ludwig der freien Reichsstadt eine Erweiterung genehmigt – Frankfurt nutze das Ackerland, um wachsen zu können. Daran wird im Heft ebenso erinnert wie an die Prostituierte Rosemarie Nitribitt, die in den Wirtschaftswunderjahren in der Stiftstraße 36 wohnte und unter mysteriösen Umständen ums Leben kam. „Ganz Deutschland kennt sie“, begründet Haerth, warum über sie in dem Magazin geschrieben wird.

Selbstverständlich werden auch Persönlichkeiten porträtiert, die dem Viertel mit ihrem Wirken einen Stempel aufdrücken – etwa Bärbel Grässlin, die in der Schäfergasse eine Galerie für moderne Kunst betreibt. Sie entstammt einer der angesehensten Sammlerfamilien Deutschlands und hatte bereits im Jahr 1985 ihre erste Galerie in Frankfurt eröffnet, obwohl es damals in der Stadt keine Nachfrage nach dieser Stilrichtung gab.

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