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Stadtteil-Grenzen sorgen für Verwirrung: Gemüse, das nach Bockenheim gehört

Nicht nur am Alten Flugplatz sorgen die Stadtteil-Grenzen für Verwirrung. Oder wussten sie, dass der Ginnheimer Spargel eigentlich Bockenheimer Gemüse steht und die Bockenheimer Warte im Westend? Wir haben einige Fälle gesammelt.
Der Ginnheimer Spargel steht eigentlich auf Bockenheimer Gemarkung. Foto: Christian Klein Der Ginnheimer Spargel steht eigentlich auf Bockenheimer Gemarkung.
Frankfurt. 

Hoch ragt er in den Himmel mit seinem langen Stiel, der riesigen Kugel und der darauf gesetzten Spitze. Was suchen wir? Na klar, den Ginnheimer Spargel. Was meist nur waschechte Frankfurter wissen: Das Ginnheimer Gemüse steht eigentlich auf Bockenheimer Gemarkung. Umbenennen möchte ihn aber niemand. Weil es sich doch irgendwie komisch anhören würde, auf einmal vom Bockenheimer Spargel zu sprechen, oder?

Die Bockenheimer Warte gehört streng genommen zum Westend. Bild-Zoom Foto: Photographer: Holger Menzel
Die Bockenheimer Warte gehört streng genommen zum Westend.

Klinik ist nicht in Ginnheim

Während den Bockenheimern also der Spargel gehört, so muss man ihnen die Bockenheimer Warte entreißen. Die zählt nämlich zum Westend, zur ehemaligen Gemarkung der Stadt Frankfurt. Einen Wachturm wollte Bockenheim vor seiner Eingemeindung im Jahr 1895 auch nicht auf seinem Gebiet haben. Und wer denkt, der Industriehof gehöre zu Rödelheim, vielleicht weil das Quartier dem Ortsbeirat 7 zugeschlagen wurde, liegt falsch: Das Viertel gehört ebenso zu Bockenheim wie auch das Markus-Krankenhaus, das oft fälschlicherweise Ginnheim zugerechnet wird.

Nicht immer stimmen Stadtteil- und Gemarkungsgrenzen überein. Am südöstlichen Rand von Zeilsheim entstand südlich der Pfaffenwiese nach dem Krieg für Flüchtlinge aus dem Osten die Märchensiedlung. Sie gehört zum Stadtteil Zeilsheim, liegt aber komplett auf Sindlinger Gemarkung – wie auch die Zeilsheimer Siedlung „Friedenau“ nördlich der Pfaffenwiese. Die Sindlinger Gemarkung reicht dort keilförmig bis fast an die A 66 heran. Weswegen auch die „Jahrhunderthalle Frankfurt“ eigentlich auf Sindlinger Gemarkung liegt, stadtteiltechnisch aber zwischen Zeilsheim und Unterliederbach umstritten ist – für beides gibt es Argumente. Weil sie früher Jahrhunderthalle Hoechst (mit „oe“) hieß, rechnet das Höchster Kreisblatt sie einfachheitshalber zu Höchst – und macht damit alle unzufrieden.

Die Berger Warte steht in Seckbach, nicht in Bergen-Enkheim. Bild-Zoom Foto: Christine Fauerbach
Die Berger Warte steht in Seckbach, nicht in Bergen-Enkheim.

Als die Amerikaner nach dem Zweiten Weltkrieg Frankfurt zu ihrem Europa-Hauptquartier machten, quartierten sie sich auch am Frankfurter Berg ein. Noch heute sind die früheren Soldatenwohnungen in den Straßen Am Neuenberg, Am Schiederstein, In der Roterde und im Steinbügel per Auto nur vom Frankfurter Berg aus zu erreichen. Dabei gehören sie wie die Neubausiedlung am Eibenweg zu Berkersheim.

Viele Frankfurter halten die Gießener Landstraße und die parallel verlaufende U-Bahn-Trasse für die Grenze zwischen Eckenheim und Preungesheim. Doch das stimmt nur für ein kurzes Stück an der Kreuzung zur Wiesenstraße, so dass der Preungesheimer Friedhof wirklich in diesem Stadtteil liegt. Südlich davon verläuft die Grenze in der Mitte der Hoherodskopfstraße und ab der Ronneburgstraße in der Homburger Landstraße. Daher liegt nicht nur das Bürgerhaus Ronneburg in Eckenheim, sondern auch die Preungesheimer Grundschule: Die Theobald-Ziegler-Schule.

Eintracht in Seckbach

Selbst die Eintracht, der Traditons-Club aus dem Riederwald, hat dieses „Grenzproblem“. Denn ihr Trainingsgelände rund um die Alfred-Pfaff-Straße liegt eigentlich in Seckbach – so wie Grundschule der Riederwaldsiedlung, die Pestalozzischule und das ganze Wohngebiet an der Vatterstraße. Ach ja: Die Berger Warte liegt ebenfalls in Seckbach und nicht, wie man immer glauben könnte, in Bergen-Enkheim.

(jdi , hau , hv)
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