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Diskussion: Geplante Sanierung: Paulskirche spaltet die Gemüter

Von Die Sanierung der Paulskirche sorgt noch immer für Zündstoff. Im Ortsbeirat 1 haben zwar nicht die Fraktionen, aber die Bürger über die Zukunft des geschichtsträchtigen Gebäudes diskutiert. Wie das Wahrzeichen aussehen wird, ist noch offen.
Es gibt viele Vorschläge, wie die Paulskirche aussehen soll. Foto: Arne Dedert (dpa) Es gibt viele Vorschläge, wie die Paulskirche aussehen soll.
Altstadt. 

Der Antrag des Ortsvorstehers Oliver Strank (SPD) an den Magistrat, die Paulskirche im Rahmen der bevorstehenden Sanierung in ihrer herausragenden Bedeutung als „Wiege der Demokratie“ umzugestalten, wurde im Ortsbeirat 1 (Innenstadt, Bahnhofsviertel, Gallus, Gutleut) zwar mit der Mehrheit von SPD, FDP, der Linken, der Partei sowie dem Unabhängigen Bündnis beschlossen. Doch CDU, Grüne und ÖkoLinX-ARL verweigerten ihre Zustimmung, zeigten sich kritisch bis ablehnend oder zumindest abwartend.

Während in der Sitzung eine Diskussion über den Antrag ausblieb, bezog in der Bürgerfragestunde der Stadtführer Mikael GB Horstmann eindeutige Position für den Erhalt der wiederaufgebauten Kirche nach den Plänen von Rudolf Schwarz: „Die Paulskirche ist in dieser Gestalt ein wichtiges Zeugnis der Nachkriegsgeschichte und des gemeinsamen Aufbauwillens aller Deutschen“, betonte er. „Würde man ihr das ursprüngliche Dach zurückgeben, wäre diese gemeinsame Leistung samt dem gespendeten Bauholz aus Thüringen nicht mehr sichtbar.“

Zurück zur Demokratie

Ähnlich äußert sich auch Grünen-Sprecher Andreas Laeuen auf Anfrage dieser Zeitung: „Die wiederaufgebaute Paulskirche hat Deutschland in die Demokratie zurückgeführt“, betont er. In dieser Gestalt und ihrer heutigen Funktion müsse sie saniert und als Denkmal erhalten werden. Laeuen kann sich nicht vorstellen, dass Stranks Antrag bei den Stadtverordneten eine Mehrheit findet.

„Unsere Fraktion hält sich noch zurück, die Pläne sind noch am Anfang, das ist alles noch nicht richtig ausgereift“, erklärt Helga Lübke, Ortsbeiratsmitglied der CDU. „Aber in ihrer früheren Form wäre die Paulskirche mit aufgewertetem Platz schon schön.“

„Ich bin zufrieden, dass mein Antrag eine Mehrheit gefunden und eine Diskussion um die Zukunft des nationalen Denkmals angestoßen hat“, erklärt Strank. „Ich bin mir bewusst, dass es da einen Riss gibt und die Meinungen selbst innerhalb der gleichen Partei auseinandergehen können.“

Die Umsetzung bleibe nach der weiteren Diskussion und Entscheidung schließlich den Architekten und Denkmalschützern als Fachleuten vorbehalten. „Wichtig ist mir aber, dass der Bund mit der finanziellen Unterstützung in die Pflicht genommen wird.“

Kompromiss denkbar

Ansonsten könne sich Strank auch einen Kompromiss zwischen der ursprünglichen und der heutigen Form der Paulskirche vorstellen. Davon hält Laeuen allerdings nichts: „Was dabei herauskommt, wäre wohl nicht Fisch und nicht Fleisch.“

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