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Gericht spricht Hells Angel frei

Freispruch für einen Hells Angel nach spektakulärer Razzia: Weil die Staatsanwaltschaft ihm vor Gericht den Besitz unerlaubter Waffen nicht nachweisen konnte, blieb der 40-Jährige unbescholten.
Hells Angel Hells Angel
Frankfurt. 

Mit großem Brimborium durchsuchte die Polizei vor ziemlich genau einem Jahr das Domizil der umstrittenen Rockergruppe "Hells Angels" in der Mainzer Landstraße nahe dem Platz der Republik. Weit weniger spektakulär verlief nun ein Strafprozess gegen eines der Gruppenmitglieder. Den 40 Jahre alten Bürohelfer, dem ein Verstoß gegen das Waffengesetz zur Last gelegt wurde (wir berichteten), sprach das Amtsgericht nun von diesem Vorwurf frei.

Der Mann hatte sich nach den Erkenntnissen des Gerichts in der Nacht zum 24. November vergangenen Jahres gerade schlafen gelegt, als die Zimmertür aufflog und Polizisten mit ihren Taschenlampen ins Dunkel leuchteten. Während der Mann noch verschlafen blinzelte, kramten die Beamten unter dem Bett ein Vorderrepetiergewehr und einen Schlagring hervor.

Waffen unterm Bett

Die verbotenen Gegenstände ordneten die Polizisten dem Schläfer zu. Rasch fertigte die Staatsanwaltschaft eine Anklage, die nun vors Amtsgericht kam. Nach zwei Verhandlungstagen stand fest, dass dem Angeklagten nicht zu widerlegen ist, sich nur vorübergehend in dem Raum zum Schlafen aufgehalten und von den Waffen unter dem Bett nicht die leiseste Ahnung gehabt zu haben. Auch die Polizistin, die bei der Durchsuchung dabei war, konnte im Zeugenstand nichts Eindeutiges sagen. Auf dem Nachtschränkchen hätten zwar Personalpapiere und andere Habseligkeiten des Angeklagten gelegen, der normalerweise in Marburg wohnt, bei Clubtreffen aber immer in Frankfurt übernachtete. Ob ihm jedoch auch die Waffen unterm Bett gehörten, das könne sie nicht mit Gewissheit sagen, räumte die Beamtin ein.

Auch für den Staatsanwalt war daraufhin die Sache klar. Er selbst beantragte den Freispruch, dem am Ende auch das Gericht entsprach. Bleibt noch anzumerken, dass die von der Polizei beschlagnahmten Waffen, das Gewehr und der Schlagring, in amtlicher Verwahrung bleiben. ge

(Matthias Gerhart)
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