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Gerüstet für den Brückenschlag

100 Jahre nach seiner Eröffnung soll in diesem Jahr die bereits damals geplante Brücke vom Osthafen über den Main endlich fertiggestellt werden. Die Baustelle am Mainufer ist komplett eingerichtet. Die Brücke kann aber nicht zusammengeschweißt werden, weil noch Bauteile fehlen.	Fotos: Hermann Wygoda Die Baustelle am Mainufer ist komplett eingerichtet. Die Brücke kann aber nicht zusammengeschweißt werden, weil noch Bauteile fehlen. Fotos: Hermann Wygoda

Ostend. 

In den Prospekten für die Vermarktung der Osthafengrundstücke war die Verbindung von der Honsellbrücke nach Oberrad schon immer eingezeichnet. Es hat allerdings bis 2012 gedauert, bis die Verbindung vom Ostend nach Oberrad endlich Realität wird. Der Baubeginn für die EZB-Brücke hat sich aber erneut verzögert – der kurze, strenge Winter ist schuld.

Denn noch steckt das Schiff mit Baumaterial – verschweißte Stahlplatten – im Rhein-Main-Donau-Kanal fest (wir berichteten). Eis verhindert die Weiterfahrt. Heute sollen Eisbrecher aber endlich den Weg frei machen.

Baustelle eingerichtet

Auf der bereits komplett eingerichteten Baustelle an der Ruhrorter Werft am nördlichen Mainufer werden derweil die letzten Vorbereitungen getroffen. Die beiden großen Kräne, die die bis zu 100 Tonnen schweren Stahlplatten entladen, wurden schon aufgebaut. Auch die großen Böcke mit den hydraulischen Hebeeinrichtungen, auf denen die Einzelteile aus dem Schiff zur kompletten Brücke zusammengeschweißt werden, sind bereits montiert.

"Jeder dieser Böcke trägt 30 Tonnen, und auf vier von ihnen wird jeweils ein Teil aufgelegt und verschweißt", erklärt Polier Rainhard Stick, der als Brückenbauer eigentlich "Richtmeister" heißt, wie er erklärte.

Bis August will er die vom Frankfurter Architekten Ferdinand Heide entworfene Brücke – von den Fahrbahnen bis zu dem großen 28 Meter hohen Brückenbogen – fertiggestellt haben. Danach kommt ein Spezialfahrzeug, bei dem sich alle Achsen bewegen können, zum Einsatz. Dieses hebt das etwa 280 Tonnen schwere Brückenbauwerk auf zwei Pontons, die auf dem Main schwimmen. Diese wiederum schwimmen die Brücke auf ihre Widerlager auf der Südseite und an der Franziusstraße ein.

Die neue Verbindung zwischen dem Frankfurter Ostend und Oberrad wird drei Fahrspuren für die Autos, zwei nach Süden und eine nach Norden, haben. Auf beiden Seiten wird es Geh- und Radwege mit Treppen- und Rampen geben. Das Beleuchtungskonzept sieht vor, dass in die Handläufe integrierte Leuchten sowie an der Brückenkonstruktion Strahler angebracht werden, die auch die Tragseile beleuchten.

Auf der nördlichen Seite wird die Brücke über einen Verkehrskreisel an die Honsellbrücke angeschlossen. Unter diesem Verkehrskreisel sind bereits Räume vorgesehen. Diese könnten als Keller oder Lagerräume für ein mögliches Hotel, das im Hochhausrahmenplan der Stadt vorgesehen ist, dienen.

Zurzeit wird auch an der 100-jährigen Honsellbrücke gearbeitet. Ihre Vorlandbrücke, die auch über die Gleise der früheren Hafenbahn führte, wurde bereits abgerissen. Nachdem die alte grüne Farbe am Brückenbogen abgestrahlt wurde, wird sie über ihrem silbernen Rostschutzanstrich einen grauen Anstrich erhalten. Da sie jedoch den neuen EU-Vorschriften über die Berechnung der Tragfähigkeit von Brücken nicht mehr genügt, musste in einem aufwendigen Gutachten eine Lösung gefunden werden, um die im neoklassizistischen Stil gebaute Brücke dennoch erhalten zu können. Und so wird jetzt über dem vorhandenen Brückenbogen ein weiterer Bogen errichtet, an dem die Fahrbahn mit Stahlseilen aufgehängt wird. Damit wird erreicht, dass die Honsellbrücke in den nächsten 100 Jahren nur noch ihr eigenes Gewicht tragen muss.

Turm misst 100 Meter

In unmittelbarer Nachbarschaft der neuen Brücke wachsen auch die beiden Hochhäuser der EZB in die Höhe, die nach 100 Jahren den Osthafen als das Symbol Frankfurts für das 21. Jahrhundert ablösen werden. Sie haben bereits die 100-Meter-Marke erreicht.wyg

(Herrmann Wygoda)
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