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Mehrere Angebote starten: Geschäft mit Leihfahrrädern boomt in Frankfurt

Von Mehrere Unternehmen werden in den kommenden Monaten tausende von neuen Leihfahrrädern nach Frankfurt bringen. Den Anfang machte gestern der Berliner Anbieter „Byke“. Die Stadt begrüßt das Angebot, doch der Fahrradclub ADFC sieht den Boom beim „Bike Sharing“ nicht nur positiv.
Byke-Geschäftsführerin Julia Boss präsentierte die blau-gelben Leihfahrräder, bei denen sich der Sattel leicht an die Körpergröße anpassen lässt. Foto: Holger Menzel Byke-Geschäftsführerin Julia Boss präsentierte die blau-gelben Leihfahrräder, bei denen sich der Sattel leicht an die Körpergröße anpassen lässt.
Frankfurt. 

Die Räder fallen auf: Blauer Rahmen, gelbe Felgen, ein großer Korb am Lenker fürs Gepäck. Einige 100 davon will das Berliner Start-up-Unternehmen „Byke“ in der Stadt verteilen. Mit Hilfe einer Smartphone-App kann man sie mieten und an beliebigen Stellen wieder abstellen. Feste Stationen wie bei den in Frankfurt bereits etablierten Systemen „Call a Bike“ und „Nextbike“ gibt es nicht. „Uns ist es wichtig, dass die Räder flexibel genutzt werden können“, sagte Byke-Geschäftsführerin Julia Boss. Über einen eingebauten Chip kann der Standort jedes Fahrrads per Satellit geortet werden.

Günter Murr
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Am Montag wurde das Angebot gestartet. Damit hat Byke die Nase vorn und war schneller als die deutlich größeren Konkurrenten aus China und Singapur, die ebenfalls einen Fahrradverleih ohne feste Stationen anbieten wollen. Stefan Lüdecke, Referent von Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD), rechnet damit, dass in diesem Herbst noch mindestens zwei weitere Unternehmen mit jeweils bis zu 750 Rädern starten. Eines davon ist „Obike“ aus Singapur. Ein genaues Datum für dessen Start gibt es nach Angaben eines Sprechers noch nicht. Man werde zunächst rund 500 Räder anbieten.

50 Cent pro halbe Stunde

Eine Situation wie in München erwartet Lüdecke aber nicht. Dort hatte Obike die Stadt mit insgesamt 7000 Leihrädern geflutet. Die sorgten für Ärger, weil sie oft Gehwege blockierten oder haufenweise im Gebüsch landeten. „Mittlerweile hat sich die Situation beruhigt“, sagte Florian Paul, Radverkehrsbeauftragter der bayerischen Landeshauptstadt. „Die Räder stehen nicht nur in der Gegend herum, sondern werden auch tatsächlich genutzt.“

Info: Bisher zwei Anbieter

Byke ist der dritte Anbieter in Frankfurt, bei dem man Fahrräder für kurze Zeit mieten kann. 2003 kam die Deutsche Bahn mit „Call a Bike“ auf den Markt.

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Das liegt möglicherweise auch daran, dass Obike die Kaution, die jeder Kunde hinterlegen muss, von 79 auf 29 Euro gesenkt hat. Konkurrent Byke, hinter dem als Geldgeber ein chinesisches Internetunternehmen steckt, verlangt eine solche Sicherheitsleistung nicht. Es fällt lediglich eine Miete von 50 Cent pro halber Stunde an. Damit verlangt Byke nur halb so viel wie Obike in München. Dabei sind die in Frankfurt eingesetzten Räder besser, haben etwa eine Gangschaltung.

Das ist nicht die Regel. Der Wert einiger von asiatischen Anbietern eingesetzten Räder wird in Branchenkreisen auf 40 Euro geschätzt. Auch deshalb sieht Bertram Giebeler, verkehrspolitischer Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), den Boom kritisch. „Die Fahrräder sind so billig, dass sie oft nicht repariert werden.“ Auch bestehe die Gefahr, dass rare Abstellplätze blockiert werden. „Aber ich lasse mich gerne positiv überraschen.“ Stefan Lüdecke sagte, das Verkehrsdezernat begrüße die neuen Angebote. Er kündigte aber auch an, dass die Stadt Fahrräder entfernen lassen werde, wenn sie im Weg stehen.

„Wir verkaufen keine Daten“

Julia Boss betonte, dass man bei den in Asien gefertigten „Byke-Bikes“ auf Qualität geachtet habe. Ein Service-Team kümmere sich um die Verkehrssicherheit und sammele sie wieder ein, wenn sie in der Stadt verteilt sind. Gewartet werden sie in einer Halle in Langen. Dort und in Dreieich ist Byke schon Anfang Oktober mit 200 Fahrrädern an den Start gegangen. Eine Ausweitung auf Neu-Isenburg und andere Städte in der Region ist geplant. Die Byke-Chefin wies die Vermutung zurück, ihr Unternehmen verdiene vor allem an den Kundendaten. „Wir verkaufen keine Daten“, betonte sie. Eine finanzielle Unterstützung durch die Stadt, um zum Beispiel eine halbe Stunde Fahrt kostenlos anbieten zu können, lehnt sie ab.

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