Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer

Frankfurter Buchmesse 2016: Geschäfte dürfen am Sonntag öffnen

Die „Allianz für den freien Sonntag“ will weiterhin verhindern, dass am 23. Oktober die Geschäfte in Frankfurt öffnen. Gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts, den verkaufsoffenen Sonntag zu erlauben, hat das Bündnis gestern eine Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof in Kassel angekündigt.
Sonntagseinkäufe auf der Zeil: Das ist Gewerkschaften und Kirchen ein Dorn im Auge. Sonntagseinkäufe auf der Zeil: Das ist Gewerkschaften und Kirchen ein Dorn im Auge.
Frankfurt. 

Es ist mittlerweile fast schon die Regel, dass die in der „Allianz für den freien Sonntag“ zusammengeschlossenen Gewerkschaften und Kirchen gerichtlich gegen die Sonntagsöffnung von Geschäften vorgehen. Im Frühjahr hatte der Verwaltungsgerichtshof in Kassel den anlässlich der Musikmesse geplanten verkaufsoffenen Sonntag untersagt.

Zur Buchmesse gibt es jetzt eine neuerliche Auseinandersetzung. Die Stadt hat für den kommenden Sonntag die Ladenöffnung erlaubt. Dagegen klagten die Gewerkschaft Verdi und die Katholische Arbeitnehmerbewegung im Auftrag der „Allianz“. Das Verwaltungsgericht Frankfurt hat diese Klage am Dienstag zurückgewiesen. Nach Ansicht der Richter ist die weltgrößte Buchmesse, die heute beginnt, ein ausreichender Grund, um den Feiertagsschutz aufzuheben. Die Gemeinden können das laut Gesetz anlässlich von Märkten, Messen und Festen tun. Das Gericht verweist darauf, dass an den beiden Publikumstagen am Wochenende rund 100 000 Besucher auf der Buchmesse erwartet würden. Zudem gebe es ein umfangreiches kulturelles Rahmenprogramm. Das belege, dass die Buchmesse ein internationales Großereignis sei. Deshalb sei es gerechtfertig, die Ladenöffnung im gesamten Stadtgebiet zu erlauben. Es handle sich nicht um eine Veranstaltung, die auf einen Stadtteil beschränkt ist.

Die „Allianz für den freien Sonntag“ teilt diese Argumente nicht. Ihrer Ansicht nach werden durch die Ladenöffnung mehr Menschen angezogen als durch die Buchmesse. Allein auf der Zeil sei mit 80 000 Kunden zu rechnen. Der Ausschluss der Einzelhändler für Kraftfahrzeuge, Baustoffe, Baubedarf, Möbel, Rohstoff- und Brennstoffe von der Ladenöffnung sei willkürlich vorgenommen worden, um „dem Eindruck entgegenzuwirken die Stadt habe sich überhaupt nicht mit der Frage einer inhaltlichen Beschränkung auseinandergesetzt“. Nicht einzusehen sei, warum auch Geschäfte öffnen dürfen, die weit von der Buchmesse entfernt sind, etwa im Nordwestzentrum oder im Hessen-Center in Bergen-Enkheim.

Angesichts dieser „einseitigen Bewertung der Klage“ wird die „Allianz“ gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Frankfurt in Beschwerde gehen. Die Klage soll heute beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof eingereicht werden.

(mu)
Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse