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Mord im Niddapark: Getötete Frau kam aus Frankfurt-Westend

Nahe einer Parkbank entdeckt ein Spaziergänger am Mittwoch im Niddapark die blutverschmierte Leiche einer jungen Frau. Mittlerweile ist die Identität des Opfers und die Todesursache bekannt. Sie machte im vergangenen Jahr mit einer Falschaussage von sich reden.
Die Leiche der jungen Frau wird abtransportiert. Foto: Boris Roessler (dpa) Die Leiche der jungen Frau wird abtransportiert.
Frankfurt. 

Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei der getöteten Frau um eine 29-Jährige aus Frankfurt, die einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist. Das habe die Obduktion der Toten bestätigt, sagte eine Sprecherin am Donnerstag. Details nannte sie „aus ermittlungstaktischen Gründen“ jedoch nicht.

Die Polizei bestätigte dieser Zeitung, dass es sich bei der Toten um eine Frau aus dem Westend handelt. Die "Bild"-Zeitung hatte zuerst darüber berichtet.  Die Frau machte im Februar 2017 mit einer Falschaussage von sich reden, als sie mit einem Gastwirt und Kellnern behauptet, dass es an Silvester einen „Sex-Mob“ durch Flüchtlinge in der Freßgass’ gegeben hätte. Die FNP deckte den Fall damals auf.

Ob ein Zusammenhang mit der Tat bestehe, sei aber noch unklar. "Wir ermitteln in alle Richtungen", sagte eine Polizeisprecherin der dpa am Freitag. Das Motiv sei noch völlig unklar.

Die aktuellen Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Das Auto der 29-Jährigen, ein weißer Mercedes SUV wurde in der Nähe des Leichenfundorts auf einem Parkplatz entdeckt. Die Polizei suchte zudem nach der gelben Handtasche der Toten – bis zuletzt vergeblich. Ob die Ermittler die Tatwaffe fanden, sagte die Polizeisprecherin nicht. Auch ob es sich bei dem Verbrechen um ein Sexualdelikt oder eine Beziehungstat handelt, blieb unklar.

Alles abgesperrt

Am Mittwoch gegen 6.30 Uhr hatte ein Hundehalter beim Gassigehen den leblosen Körper der Frau im Niddapark entdeckt. Sie war blutverschmiert und hatte mehrere Stichwunden. Rund um den Tatort sperrten die Beamten Wege, Rasen und Baumreihen ab. Ein Polizeihubschrauber kreiste über dem weitläufigen Gelände. Bis in den Nachmittag hinein durchkämmten die Polizisten das Gebiet mit Hunden und Metalldetektoren, auf der Suche nach Spuren des Täters.

Das Opfer war vollständig angezogen, die blonden Haare zu einem Zopf zurückgebunden. Es deutete zunächst nichts darauf hin, dass sie eine Obdachlose oder Prostituierte war. Persönliche Gegenstände wie ein Mobiltelefon oder eine Brieftasche trug sie nicht bei sich.

„Das ist kein Filmdreh?“

Heute sollen die vollständigen Ergebnisse der Obduktion vorliegen. Selbst ob die Frau im Niddapark gestorben ist, muss noch endgültig festgestellt werden. Möglicherweise wurde sie dort auch nur abgelegt. Der Niddapark ist gerade an sonnigen Tagen ein beliebtes Naherholungsgebiet. Der mutmaßliche Tatort liegt an einer hochfrequentierten Weggabelung, um die Ecke ist ein Wohngebiet.

Die Parkbesucher sind aufgeschreckt wegen des großen Polizeiaufgebots. Ein Mädchen, das auf einem Fahrrad vorbeifährt, rief: „Oha, das ist ja eine ganze Polizeiwache.“ Ein älteres Ehepaar, eigentlich unterwegs nach Höchst, blieb stehen, um zu betrachten, was sie für einen Film-Dreh hielten – wegen der Kameras der Journalisten.

Auch Bernd Enders, 55, schaute den Polizisten von einer Parkbank aus zu. 34 Jahre lang hat er nicht weit entfernt in Hausen gewohnt. „Hier war vorher nie irgendwas“, sagte er. Der grausige Fund hat ihn erschreckt. „Aber als Frau wäre ich hier so oder so nie allein unterwegs. Gerade in der Dämmerung kann das gefährlich sein.“ Ähnlich sieht das Vivienne Philipp, 21, die oft ihren Beagle im Niddapark ausführt. „Schon Gruselig. Im Dunkeln laufe ich hier nicht.“ Die Polizei bittet Zeugen, sich unter (0 69) 75 55 31 10 zu melden.

(ag,dpa)

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