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Szene-Gastronom in Untersuchungshaft: Getötete im Niddapark: Frankfurter Wirt steht unter Mordverdacht

Von Im Fall der am Mittwoch ermordet im Niddapark gefundenen Irina A. sitzt ein Tatverdächtiger in Untersuchungshaft. Eine Blutspur am Tatort führte die Polizei auf die Spur des mutmaßlichen Täters.
Mitarbeiter der polizeilichen Spurensicherung sichern Gegenstände am Fundort der Frauenleiche im Niddapark. Foto: Boris Roessler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: Boris Roessler (dpa) Mitarbeiter der polizeilichen Spurensicherung sichern Gegenstände am Fundort der Frauenleiche im Niddapark. Foto: Boris Roessler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Frankfurt. 

Im Mordfall Irina A. hat die Polizei am späten Freitagabend einen dringend Tatverdächtigen festgenommen. Bei dem mutmaßlichen Mörder handelt es sich um den Frankfurter Szene-Gastronom M. (50). Ermittler hatten am Tatort Blut gefunden, das von ihm stammt. Seit Samstag sitzt er nun in Untersuchungshaft.

Nach Erkenntnissen der Polizei trafen sich Täter und Opfer am vergangenen Dienstagabend zu einem gemeinsamen Spaziergang im Niddapark. Beide hatten in der Vergangenheit beruflich wie privat Kontakt, machten im Februar 2017 von sich reden, als sie von angeblichen Übergriffen in der Silvesternacht auf der Freßgass’ berichteten. Die Geschichte stellte sich als frei erfunden heraus (wir berichteten). Im Juni sollten sich beide deshalb vor Gericht verantworten.

„Vielzahl von Messerstichen“

Ob sie am Abend des 8. Mai über den anstehenden Prozess gestritten haben oder ob es um etwas anderes ging, darüber liegen den Ermittlern noch keine Erkenntnisse vor. Der Verdächtige schweigt zu den Vorwürfen. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass M. im Verlauf einer Auseinandersetzung ein Messer zückte und die Frau „mit einer Vielzahl von Messerstichen“ niederstreckte. Sie soll innerhalb weniger Minuten tot gewesen sein. Anschließend soll der Verdächtige sein Opfer vom Weg auf die angrenzende Wiese gezogen haben. Dort fand ein Spaziergänger mit seinem Hund am Mittwochmorgen die Leiche.

Mitarbeiter der Spurensicherung am Tatort im Niddapark.
Mord im Niddapark Polizei spricht von einer "Vielzahl von Messerstichen"

Der Mord an einer 29-jährigen Frankfurterin scheint fast aufgeklärt: Einen Tag, nachdem ein Richter Haftbefehl gegen einen 50-jährigen Mann erlassen hat, veröffentlicht die Polizei nähere Details zum mutmaßlichen Tathergang.

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Der Verdächtige war wegen der gemeinsamen Vorgeschichte mit Irina A. schnell ins Visier der Ermittler geraten. Laut Polizei hatte er jedoch „zunächst ein auf den ersten Blick glaubhaftes Alibi“. „Erst die Übereinstimmung der am Tatort gesicherten DNA mit der DNA des Mannes brachte den entscheidenden Beweis“, erklärt die Polizei in einer Pressemitteilung. Als Mordmotiv führte die Staatsanwaltschaft in ihrem Antrag zum Haftbefehl „Habgier“ an. In Irina A.s Wohnung soll Schmuck gefehlt haben.

Verbindung zu Hells Angels

Vorläufig festgenommen hatten Polizisten den Tatverdächtigen auf der Freßgass’, dort hatte er bis vor kurzem eine Bar betrieben. M. engagierte sich in weiteren Gastronomiebetrieben. 

In der Stadt war die Festnahme des Szene-Gastronomen am Wochenende Gesprächsthema Nummer eins. Menschen, die ihn gut kennen, zeigten sich gegenüber dieser Zeitung fassungslos angesichts der Anschuldigungen. Sie trauten dem Familienvater eine solche Tat nicht zu, erzählten sie und bezeichneten ihn als „eigentlich netten Menschen“. 

Mitarbeiter der Spurensicherung untersuchen den  Niddapark. Ein Spaziergänger hatte die Leiche der 29-Jährigen entdeckt.
Niddapark Mordfall Irina A.: Polizei nimmt Verdächtigen fest

Das ging schnell: Nur zwei Tage nach dem Fund einer Frauenleiche im Niddapark hat die Polizei am Freitag einen Verdächtigen festgenommen.

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Im Internet hingegen wird heftig diskutiert, etwa auf seinem Facebook-Profil oder unter Berichten über seine Verhaftung. Während die einen ihn als „Betrüger“ und „Mörder“ bezeichnen, verwahren sich andere gegen eine Vorverurteilung und „Hetze“ gegen ihn. Ein Nutzer betont seine Freundschaft, indem er ein Bild von sich und ihm bei einem Eintracht-Heimspiel hochlädt. Gelegentlich werden die Beiträge beleidigend, ein Nutzer fordert gar zu Wetten auf M.s Verurteilung auf.

„Bester Papa der Welt“

M. selbst zeigt sich bei Facebook als Eintracht- und Motorrad-Fan – und als Familienmensch: Eine Karte mit dem Spruch „bester Papa der Welt“ von seinem Sohn nennt er das „schönste Geburtstagsgeschenk“. Nachdem er auf dem Portal einen Film von einer Demo des rechtsextremen „Nationalen Widerstand“ geteilt hatte, wurde M. als der AfD nahe stehend bezeichnet, was er selbst aber bestritt.

Nicht immer war M. Gastronom. Nach einer Banklehre studierte er Betriebswirtschaftslehre und stieg bei einer Wirtschaftsprüfungsfirma ins Management auf, bevor er als Investmentbanker zu einer Privatbank wechselte. Später machte er sich als Finanz- und IT-Dienstleister selbstständig.

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