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Katzencafé: Gibt es bald ein Café für Menschen und Vierbeiner in Frankfurt?

Das Vorbild ist München: Auch in Frankfurt soll es ein Café geben, in dem sich die Besucher den Gastraum mit Katzen teilen – schlemmen und schmusen außer Haus. Zwei Unternehmerinnen bemühen sich unabhängig voneinander um einen Laden. Doch das ist gar nicht so einfach.
Erfolgreiche Vorreiter in München: Kathrin Karl und Thomas Leidner waren die Ersten in Deutschland, die ein Katzencafé eröffneten. Erfolgreiche Vorreiter in München: Kathrin Karl und Thomas Leidner waren die Ersten in Deutschland, die ein Katzencafé eröffneten.
Frankfurt. 

Angelique Bauer will mit einem Katzencafé für gute Laune sorgen – so wie ihr eines grauen Tages in Köln in einem Katzencafé die Stimmung gerettet wurde. Wer Katzen liebt, aber keine halten darf, kann dort vorbeischauen. Bei Kaffee und Kuchen können die Gäste mit den Vierbeinern auf Tuchfühlung gehen.

Seitdem hat Bauer viel bewegt, war bei der Gründerberatung, hat einen Business-Plan aufgestellt, hat sich mit dem Ordnungsamt und dessen hohen Hürden auseinandergesetzt. Doch so einfach ist es nicht, ein eigenes Katzencafé in Frankfurt zu eröffnen.

„Auf jeden Fall“

Dabei finden viele Frankfurter die Idee gut, wie eine Umfrage auf FNP.de zeigt. Der Großteil der über hundert Kommentare spricht sich für ein solches Angebot aus, das Katzen streicheln beim Kaffeekränzchen ermöglicht – sofern die Tiere es denn wollen. „Auf jeden Fall gehört nach Frankfurt ein Katzencafé“, schreibt Florian Reineking als Reaktion auf die Abstimmung.

Erfolgreiche Vorreiter in München: Kathrin Karl und Thomas Leidner waren die Ersten in Deutschland, die ein Katzencafé eröffneten. Bild-Zoom
Erfolgreiche Vorreiter in München: Kathrin Karl und Thomas Leidner waren die Ersten in Deutschland, die ein Katzencafé eröffneten.

Der Kommentator schlägt auch gleich einen möglichen Standort vor, die Textorstraße in Sachsenhausen. Andere empfehlen: „Ja. Ein Café mit Katzen aus Tierheimen in der Umgebung, die zu vermitteln sind.“ Doch die Realität sieht im Moment anders aus: Eigentlich sollte Bauers Traum vom Katzencafé per Crowdfunding finanziert werden, von der Crowd also, der Menge. Das Prinzip dahinter: Jeder, der das Projekt gut findet, gibt so viel oder so wenig Geld, wie er möchte. Wenn eine bestimmte Summe erreicht ist (das Crowdfunding-Ziel), wird das Geld auch tatsächlich verwendet, anderenfalls bekommen alle Spender ihr Geld zurück.

Zu wenige Unterstützer

35 000 Euro wollte Angelique Bauer über die Crowdfunding-Idee anwerben. Bis zum 2. Juli hatten sich allerdings nur 88 Unterstützer gefunden. Sie spendeten insgesamt 2727 Euro. Zu wenig. Immerhin: Die höchste Einzelspende bestand aus zwei Mal je 300 Euro; als Dankeschön versprach Bauer einen Platz auf einer Ehrentafel im Café, wenn es jemals eröffnet werden sollte.

Souvenir aus dem „Katzentempel“: Kaffeebecher mit Aufdruck Bild-Zoom
Souvenir aus dem „Katzentempel“: Kaffeebecher mit Aufdruck

Mit dem Auslaufen der Crowdfunding-Frist am 2. Juli exakt um 23.59 Uhr rückte der Traum vom eigenen Katzencafé aber erst mal in weite Ferne und damit auch ein ehemals geplanter Eröffnungstermin im Sommer 2017. Sie beteuert, an ihrem Vorhaben festhalten zu wollen. „Aber dieses Jahr wird es sicher nichts mehr mit der Eröffnung“, sagt sie. Im Moment ist sie dabei, an neuen Möglichkeiten der Finanzierung zu tüfteln.

In mehreren deutschen Städten gibt es inzwischen ähnliche Cafés. Erst vor kurzem eröffnete in Hamburg der „Katzentempel“. In Köln heißt das Katzencafé „Café Schnurrke“ (www.cafeschnurrke.de), in Bielefeld „Miezhaus“ (www.katzencafe-miezhaus.de).

In München eröffneten Kathrin Karl und Thomas Leidner 2013 das erste Katzencafé Deutschlands überhaupt. Innerhalb der letzten vier Jahre haben Karl und Leidner alle Prozesse wie etwa die (veganen) Kuchenrezepte und sogar alle vorgeschriebenen behördlichen Abläufe standardisiert, um solch ein Vorhaben zu stemmen.

„Franchise“ wollen sie das dennoch nicht genannt wissen, denn so wie McDonald’s, wo in jeder Filiale alles normiert über die Ladentheke geht, wollen sie nicht sein. „Wir möchten den Betreibern vielmehr Gestaltungsfreiheit lassen und dann in der Anfangsphase wie im laufenden Betrieb helfen.“ Deshalb nennen sie es „Lizenzen“, die in Frankfurt bereits an eine Person vergeben wurde.

Die größte Hürde in der Mainmetropole laut den Münchener Betreibern: eine passende Immobilie zu finden. „Wir haben einige gefunden, die aber in absoluter 1A-Lage waren, was wir uns finanziell nicht zumuten wollten und was auch dem Charakter widerspricht, wenn das ein Durchlaufgeschäft ist“, sagt Kathrin Karl.

1B-Lage gesucht

„Und 1B-Lagen sind rar, daher haben wir nicht viele Besichtigungstermine. Räume, die zu klein sind oder die unsere bestimmten Voraussetzungen nicht erfüllen, schauen wir uns gar nicht erst an.“ Auflagen von behördlicher Seite gibt es ohnehin sehr viele. Beispielsweise ist es vom Veterinäramt vorgeschrieben, dass in einem Katzencafé Rückzugsräume für die Tiere vorhanden sein müssen.

Takako Ishimitsu, die in der österreichischen Metropole Wien bislang erfolgreich das erste Katzencafé Europas betreibt, kennt sich bestens mit „Hürden“ aus: Ein Jahr lang hat sie nach einer Räumlichkeit gesucht, mehr als 40 Absagen von Eigentümern kassiert. Erst die elfte Bank, die sie angefragt hat, hat ihr einen Kredit gegeben. Sie hat einen Tipp für das Vorhaben der beiden Unternehmerinnen: „Wer wegen Hürden aufgibt, ist nicht geeignet, es zu tun. Die Eröffnung ist nur die erste Klippe. Danach kommt noch eine ganze Lawine von Problemen – was ich aber eigentlich sehr genieße!“

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