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Ginnheim bleibt grün

Von Mit dem Ende der Ausstellung „G-Town. Wohnzimmer Ginnheim“ und den „Wohnzimmergesprächen“ verabschiedet sich das „Stadtlabor unterwegs“ des Historischen Museums aus Ginnheim. Der angelegte Garten am Kirchplatz wird bleiben und soll in die Verantwortung der Bürger übergehen. Ein Verein ist in Planung.
Keiko Schmitt engagiert sich bei dem Garten-Projekt. Im Hintergrund sind bereits die Stühle fürs Wohnzimmergespräch aufgebaut.	Foto: Menzel Keiko Schmitt engagiert sich bei dem Garten-Projekt. Im Hintergrund sind bereits die Stühle fürs Wohnzimmergespräch aufgebaut. Foto: Menzel
Ginnheim. 

Als vor etwas über drei Monaten der Grundstein für ein gemeinschaftliches Gartenprojekt auf dem Ginnheimer Kirchplatz gelegt wurde, schneite es. Seitdem hat sich nicht nur das Wetter verändert. 32 Gabionen wurden damals aufgestellt. Das sind Steinkörbe aus Draht, die in der Landschaftsarchitektur unter anderem als Sichtschutz eingesetzt werden. Auf dem Platz vor der Kirche werden diese als Hochbeete genutzt. Jetzt wachsen hier Kartoffeln, Tomaten oder Rotkohl, aber auch verschiedene Blumen. Eben ein kleiner Garten in der Stadt.

Die Gartenaktion ist Teil des dritten Projekts der Ausstellungsreihe „Stadtlabor unterwegs“ des Historischen Museums, ein Format, das zum Mitmachen einlädt. Für die Ausstellung „G-Town. Wohnzimmer Ginnheim“ in den Räumen des TSV Ginnheim wurde der Stadtteil von Menschen jeden Alters in kleinen Berichten, Fotografien oder auch in Modellen aus unterschiedlichen Perspektiven heraus dargestellt. Die Idee ist - ganz nach dem Motto „Jeder ist ein Experte für seine Stadt!“ -, dass sich Bürger aktiv mit ihrer Umgebung auseinandersetzen und ihren ganz persönlichen Blick hierauf wiedergeben, Besonderheiten sichtbar machen und Themen aufgreifen, die dann in einer Gesamtpräsentation gezeigt werden.

 

Offenes Experiment

 

Während die Ausstellung jetzt zu Ende ging, bleibt der auf dem Kirchplatz angelegte Garten weiterhin bestehen - als Ergebnis einer Auseinandersetzung mit dem Stadtteil, als Gemeinschaftsprojekt, das das Miteinander und die Kommunikation fördert, als Impulsgeber und als Symbol eines von Bürgern mitgestalteten Platzes. Der Garten soll künftig in ihre Verantwortung übergehen. „Wir möchten einen Verein gründen“, sagt Sybille Fuchs. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Architekten Jan Jacob Hofmann, initiierte sie in Zusammenarbeit mit dem „Stadtlabor unterwegs“ das Gartenprojekt und die sogenannten „Wohnzimmergespräche“ auf dem Platz, bei denen über Themen der Stadt- und Stadtteilentwicklung und des Lebens in der Stadt gesprochen wurde.

„Das Gartenprojekt sollte ein offenes Experiment sein“, sagt Fuchs. Mittlerweile machen 25 Gärtner mit, jeder von ihnen bearbeitet mindestens ein Gambione, die er individuell gestaltet. Auch ein Kindergarten ist mit dabei. „Die Gärtner kommen auf den Platz, tauschen sich aus. Es geht ums Gärtnern, um Kommunikation, aber auch darum, einen Impuls zu setzen“, fügt sie hinzu. Der Stadtteil habe sehr viele Brachflächen, die besser gestaltet und genutzt werden könnten. „Ich habe den Eindruck, dass sich seit dem Gartenprojekt mehr Menschen auf dem Kirchplatz aufhalten.“

Die Gabionen sind nach einem Konzept des Büros „jan & jan architektencooperation“ auf dem Platz aufgestellt worden. Unterstützt wurde es außerdem vom Grünflächenamt. Während die Gemeinschaft beim Gärtnern ein wichtiger Aspekt ist, bietet es auch Raum für Öffentlichkeit etwa bei Fragen rund um Themen wie Selbstversorgung, Umgang mit Ressourcen und Nachhaltigkeit.

 

Nachhaltigkeit

 

Keiko Schmitt macht als Teil der Bewegung „Transition Town“ bei dem Gartenprojekt mit und sieht es als Möglichkeit, ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu schaffen und sich aktiv mit den Veränderungen des Klimawandels auseinanderzusetzen sowie dessen Folgen entgegenzuwirken, etwa durch den eigenen Anbau von Obst und Gemüse. „Die Öffentlichkeit kann über Projekte wie dieses für die Thematik sensibilisiert werden. Darüber hinaus trägt es aber auch zur Verschönerung des Platzes bei, und es fördert die Artenvielfalt, denn es lockt verschiedene Insekten hierher“, so Schmitt.

 

Weitere Informationen zum Projekt gibt es im Internet unter www.stadtlabor-unterwegs.de.

 

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