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OB-Wahlkampf: Glosse: Wenn der Feldmann drei Mal klingelt

Von Viel heiße Luft oder doch mehr? Bernadette Weyland findet Peter Feldmanns Hausbesuche bei Bürgern „penetrant“. Loriot hätte seine Freude daran gehabt.
Das waren noch Zeiten, als Staubsaugervertreter wie Gunnar Thomas mit den Haushaltshilfen der Marke „Vorwerk“ von Tür zu Tür zogen. Foto: Soeren_Stache (dpa) Das waren noch Zeiten, als Staubsaugervertreter wie Gunnar Thomas mit den Haushaltshilfen der Marke „Vorwerk“ von Tür zu Tür zogen.
Frankfurt. 

Unvergessen: „Es saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur blasen kann.“ Loriot, ja der hatte noch ein Herz für Staubsaugervertreter und für deren Mühsal, von Tür zu Tür ziehend ihr blitzsauberes Produkt an den Mann zu bringen. Besser: an die Frau. Denn zu dieser Zeit erschienen Männer für die Hausarbeit ungeeignet – kamen sie doch durch einen genetischen Defekt bedingt mit zwei linken Händen zur Welt. Aber: Das ist Staub von gestern.

Loriot hat eine Nachfolgerin gefunden: Bernadette Weyland. Auch wenn sie bisher auf dem Boden des feinsinnigen Humors nicht zu Hause war, hat sie jedenfalls dem Berufsbild des Staubsaugervertreters zu ungeahnter Renaissance verholfen. Da verglich sie doch Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) mit einem solchen Menschen, der sein Produkt an der Haustüre feilbietet. Nun, um der Wahrheit zu genügen, hat die OB-Bewerberin der CDU damit reichlich Staub aufgewirbelt. Versah sie doch die ehrbare Berufsbezeichnung mit dem Attribut „penetrant“: weil der Amtsinhaber ebenso ehrbare Bürger regelmäßig mit seinen Hausbesuchen beglücke.

„Foul, Foul“, empörte sich dann SPD-Chef Mike Josef und ermahnte Bernadette Weyland, sie möge doch bitte bei allem sportlichen Wettbewerb mal schön sachlich bleiben. Diese persönlichen und verletzenden Angriffe habe „der Peter“ nicht verdient, sagte er und redete sich den Mund fluselig, pardon: fusselig – und kam dabei einem Staubsauger ziemlich nahe: So bezeichnet man beispielsweise beim Fußball jemanden, der jeden Zentimeter des Geläufs beackert und seinen Mitspielern den Rücken freihält.

Bei so viel heißer Luft reagieren die Heinzelmänner staubtrocken. Politische Auseinandersetzungen kommentiere man grundsätzlich nicht, sagt ein Vorwerk-Sprecher in Wuppertal (da war doch auch was mit einer Damenboutique, oder, Herr Loriot?), der Wiege des Kobolds. Nur so viel: Das Geschäft an der Haustür habe das Unternehmen schon 2010 aufgegeben. Es habe sich nicht mehr gelohnt, unangemeldet von Haus zu Haus zu ziehen. Und woran liegt’s? Weil das klassische Familienmodell nicht mehr existiert, und Frauen nicht mehr im Haushalt anzutreffen sind, sondern woanders arbeiten, wenn der Staubsaugervertreter klingelt.

Diese Erfahrung würde wohl auch Peter Feldmann machen, wenn er bei Bernadette Weyland klingeln würde: Der Staubsauger-Roboter öffnet und sagt wiederholt den immer gleichen Satz: „Frau Weyland ist nicht hier, sie macht Wahlkampf.“

Und Feldmann denkt sich genervt nur: „Ganz schön penetrant, dieses Exemplar eines Staubsaugers!“

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