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Mehrere Strafanzeigen: Goethe-Uni warnt vor Sex-Täter auf dem Campus

Seit Oktober sollen auf dem Campus Westend und in dessen Nähe vier Studentinnen sexuell genötigt worden sein. Nun mahnt die Goethe-Universität alle Hochschulangehörigen zu erhöhter Wachsamkeit. Der Sicherheitsdienst bietet nachts einen Begleitservice an.
Foto: dpa Foto: Frank Rumpenhorst (dpa) Foto: dpa
Frankfurt. 

Die Präsidentin der Goethe-Universität, Birgitta Wolff, verschickte am Freitag einen Warnbrief an alle Mitarbeiter und Studierende. In den vergangenen Wochen sei es auf dem Campus Westend und in dessen unmittelbaren Umfeld zu mehreren sexuellen Angriffen auf Studentinnen gekommen, schreibt Wollf darin. „Der oder die Täter sind trotz polizeilicher Ermittlungen noch nicht gefasst. Vor diesem Hintergrund möchten wir Sie bitten, bei Aktivitäten rund um den Campus vor allem in den Abend- und Nachtstunden besondere Vorsicht walten zu lassen.“

Täterbeschreibung ähnlich

Der Polizeipressestelle sind drei Strafanzeigen bekannt. Am 6. Oktober, 29 Dezember und 6. Januar sei es demnach zu Fällen sexueller Nötigung oder entsprechenden Versuchen gekommen. Der angegebene Tatort lag jeweils im Bereich der Siolistraße. Da sich die Täterbeschreibung ähnelt, sei es durchaus möglich, dass es sich in allen Fällen um denselben Mann handelt. Es soll sich um einen schlanken 20- bis 35-Jährigen mit dunklen Haaren und orientalisch bis nordafrikanischer Herkunft handeln. Der Täter habe deutsch mit starkem Akzent gesprochen und einen Kapuzenpulli getragen. Laut Polizei soll er die Studentinnen dazu aufgefordert haben, ihn mit der Hand sexuell zu befriedigen. In zwei Fällen sei den Opfern die Flucht gelungen. In einem Fall soll es zur Vollendung gekommen sein. Zu weiteren Details des Tatablaufs gibt die Polizei derzeit noch keine Auskunft.

Der Pressesprecher der Goethe-Universität, Olaf Kaltenborn, berichtet von einem vierten Fall, der sich in der Nacht vom 25. auf den 26. Januar auf dem Campusgelände ereignet haben soll. Die betroffene Studentin sei auf der Flucht gestürzt und deshalb in ein Krankenhaus gekommen. Erst nachdem die Unileitung von diesem Vorfall erfahren habe, seien ihr auch die vorangegangenen Übergriffe bekanntgeworden, sagt Kaltenborn. Daraufhin seien erhöhte Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet worden.

Begleitservice zum Schutz

In dem Rundbrief werden diese Maßnahmen aufgezählt. Der Sicherheitsdienst der Goethe-Universität sei jetzt insbesondere nachts verstärkt auf dem Campus präsent, schreibt Unipräsidentin Wolff. „Darüber hinaus können Sie innerhalb des Campusgeländers unseren Begleitservice anfordern, um sich sicher zu Gebäuden, Fahrzeugen oder einem der Ausgänge begleiten zu lassen.“ Dieser Service sei 24 Stunden und sieben Tage die Woche zu erreichen.

Außerdem empfiehlt Wolff bei Dunkelheit auf dem Campusgelände die Hauptwege zu benutzen, die stärker ausgeleuchtet seien als die Nebenwege. „Auch in Gruppen sind Sie vor möglichen Übergriffen besser geschützt.“ Unileitung und Polizei hoffen, dass sich nun Zeugen oder mögliche weitere Opfer von sexuellen Angriffen melden, um die Fälle aufzuklären. Auch anonyme Hinweise seien möglich. Eine Liste mit Beratungs- und Unterstützungsangeboten hat die Uni unter tinygu.de/beratungsstellen veröffentlicht. dg

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