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Nach Brand: Goetheturm: So sollen Künstlerkarten beim Wiederaufbau helfen

Von Geld sammeln für den Goetheturm – im weiteren Sinn tut dies auch Michael Schlögel mit seinen mechanischen Künstlerkarten. Seit kurzem sind sie erhältlich. Das Geld kommt jedoch nicht in den Spendentopf, sondern ist für die Arbeiter bestimmt, die den neuen Turm errichten.
Michael Schlögel, der eine mechanische Postkarte zum Wiederaufbau des Goetheturms entworfen hat. Goetheturm, Süd, Frankfurt. Aufgenommen am 11.01.2018. Foto: Leonhard Hamerski Michael Schlögel, der eine mechanische Postkarte zum Wiederaufbau des Goetheturms entworfen hat. Goetheturm, Süd, Frankfurt. Aufgenommen am 11.01.2018.
Frankfurt. 

Dass dies ein Sammlerstück ist, scheint jetzt schon klar zu sein. Seit zwei Tagen sind die Spendenkarten erhältlich, mit denen Werbeberater Michael Schlögel Geld sammelt. Und die Karte ist in ihrer Art einmalig. Darauf wird für den Wiederaufbau des Goetheturms geworben. Die Karte – limitiert auf 2000 Stück, Kosten 3,50 Euro – ist eine „mechanische“ Künstlerkarte, eine Drehscheibe wie eine Parkuhr. Darauf wirbt Goethe höchstselbst. Er schreibt „Wiederaufbau“ auf eine Tafel, die vor dem Turm steht. Dreht man weiter, wischt er mit einem Schwamm die Tafel wieder sauber. Danach kann er erneut schreiben.

Schon 130 000 Euro auf dem Spendenkonto

Mehr als 130 000 Euro sind schon auf dem Konto, das nach dem vernichtenden Feuer am 12. Oktober angelegt wurde. T-Shirts, Bastelböge und Bierkästen wurden schon zugunsten des Wiederaufbaus des

clearing

„Mit einer Drehung Schreiben und Wischen, das ist neu. Das konnte Goethe noch nie“, scherzt Schlögel (58). Besonders freut ihn, dass ein bekannter Designer, Walter Pepperle, den Auftrag übernommen hat. Der Zeichner war Bert Elter. Der Erlös des Verkaufs kommt den Arbeitern zugute, die das Holz sägen und die Nägel einschlagen. „Mir ist das wichtig, dass die profitieren, die wirklich die Arbeit erledigen“, sagt Schlögel.

Was wir bislang über den Brand des Frankfurter Goetheturms wissen

Kostenlose Brotzeit

Sie bekommen in unregelmäßigen Abständen und in Absprache mit der Bauleitung warme Wurst und ein Wasserweck, geliefert von der Traditionsmetzgerei Gref-Völsing. „Die Gref-Völsings haben sofort mitgemacht“, freut sich Schlögel. Daneben will Schlögel ein großes Fest in einer Apfelweinkneipe feiern – mit allen Bauarbeitern.

Bilderstrecke Rückblick: Das war der Frankfurter Goetheturm
Er war einer der attraktivsten Aussichtspunkte der Stadt: Der Frankfurter Goetheturm ist in der Nacht auf den Donnerstag, 12. Oktober, komplett abgebrannt. Er war nach vier Jahren aufwändiger Sanierung am Freitag, 11. April 2014, wieder für Besucher geöffnet worden. Der Bild entstand beim 27. Goetheturm-Fest des Vereinsrings Sachsenhausen. Fotos: RüfferBei gutem Wetter konnte man bis zum Spessart und den Taunus blicken.Insgesamt 196 Stufen führten zur Aussichtsplattform.

Das kostet Geld. 4200 Euro bringen die Karten für die Arbeiter, wenn alle verkauft sind. 2,10 Euro für jede der 2000 mechanischen Künstlerkarten beträgt der Spendenanteil – bei einem Verkaufspreis von 3,50 Euro. 60 Prozent also. „Und ich bestehe darauf, dass die Karten nirgends teurer oder günstiger abgegeben werden“, sagt Schlögel. „Auch einen Nachdruck wird es nicht geben. Wenn die letzte Karte weg ist, ist sie weg.“ Er rechnet damit, dass die Karten zu Sammlerstücken werden, zumindest in Sachsenhausen.

Schlögel hat im Grund die Idee zur Karte gehabt, er hat die richtigen Leute zusammengebracht, er organisiert jetzt den Verkauf der Karte. Der rührige Ein-Mann-Unternehmer ist die Seele hinter der Karte. Die Idee hatte er bereits am 12. Oktober, als der Goetheturm abgebrannt war.

„Früh um sieben habe ich es in den Frühnachrichten gehört“, erinnert sich Michael Schlögel, der inzwischen nicht mehr in Sachsenhausen wohnt, sondern in der Innenstadt. „Am Nachmittag war die erste Idee entstanden.“ Schlögel engagiert sich für das Getränk, unterstützt es mit Werbekarten, die er erstellt und verteilt. So war die Karte für den Wiederaufbau eine naheliegende Idee. Und schon am 13. Oktober hat er Walter Pepperle angesprochen, den er beruflich kennt. Der übernahm den Auftrag kostenlos.

Verkauf hat begonnen

In der Vorwoche sind die 2000 Karte aus der Druckerei angeliefert worden. „Jetzt geht es darum, sie rasch abzuverkaufen“, sagt Schlögel. Momentan sucht Schlögel noch Verkaufsstellen. Interessierte können sich per Mail an F-1959@t-online.de melden. Bislang beteiligen sich schon „Zur Buchscheer“ (Luisa), Apfelweinhandlung Jens Becker (Brückenstraße), „Designe Kleine“ (ebenfalls Brückenstraße), Mühlberglädchen (Wendelsweg), Töpferei Maurer (Wallstraße). In der Stadt gibt’s die Karten schon in der Kulturothek (Kleinmarkthalle), im Kaufhaus Hessen (Berger Straße) und bei Schuh Sauer (Fahrgasse).

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