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Cargo-City-Prozess: Goldman kritisiert Staatsanwaltschaft

Von Im Korruptionsprozess um die Cargo City Süd hat der Angeklagte Ardi Goldman gestern die Staatsanwaltschaft kritisiert. Er warf der Behörde einseitige Ermittlungen vor. Zu Beginn des Verhandlungstags sagte Herbert Mai aus, ehemaliges Vorstandsmitglied der Fraport.
Frankfurt. 

So klein mit Hut? Keineswegs. Zwar erschien der Investor Ardi Goldman auch gestern wieder mit der obligatorischen Kopfbedeckung vor dem Frankfurter Landgericht. Die Erklärung, die der Angeklagte im Korruptionsprozess um die Cargo City Süd verlas, zeugte aber nicht von ängstlicher Zurückhaltung, sondern von überbordendem Selbstbewusstsein.

Vor der Sommerpause im Cargo-City-Prozess verlas Ardi Goldman eine Erklärung. Darin beteuerte er einmal mehr seine Unschuld und ging mit den Strafverfolgern  ins Gericht. Bild-Zoom Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst)
Vor der Sommerpause im Cargo-City-Prozess verlas Ardi Goldman eine Erklärung. Darin beteuerte er einmal mehr seine Unschuld und ging mit den Strafverfolgern ins Gericht.

Goldman nahm die letzte Sitzung vor der Sommerpause zum Anlass, um der Frankfurter Staatsanwaltschaft einseitige Ermittlungen vorzuwerfen. Diese zielen aus Sicht des Investors darauf ab, ihn zu belasten und die in der Anklageschrift formulierten Annahmen zu bestätigen. Entlastende Momente würden dagegen nicht gewürdigt.

 

Sehr gute Kontakte

 

Goldman wies die gegen ihn erhobenen Vorwürfe abermals zurück. Er betonte, dass er seine eigene Einlassung vom Prozessbeginn durch mehrere Zeugenaussagen der letzten Prozesstage bestätigt sieht. So habe die Befragung des früheren Fraport-Vorstandschefs Wilhelm Bender gezeigt, dass er, Goldman, sehr gute Kontakte zur Flughafen-Betreibergesellschaft und eine entsprechend große Bekanntheit gehabt habe. Als Partner für einen Erbbaurechtsvertrag sei er bei der Fraport „gewollt und gesetzt“ gewesen, Bestechungshandlungen habe er daher nicht nötig gehabt.

Auch auf den angeklagten und geständigen Makler Uwe S., der Goldmans Provisionszahlungen teils an den Fraport-Mitarbeiter Volker A. weiterleitete, kam der Investor zu sprechen: Goldman mutmaßte, dass der Makler den Fraport-Mann in der Hoffnung auf weitere Geschäfte in der Cargo City Süd geschmiert habe. Während der Makler behauptet, Goldman sei in die Schmiergeldvereinbarung eingeweiht gewesen, streitet der Investor das beharrlich ab.

 

„Engagement und Geld“

 

Wie schon in seiner anfänglichen Einlassung hob Goldman auch gestern wieder seine großen Verdienste um die Stadt Frankfurt hervor, obgleich diese mit der Frage nach seiner Schuld nichts zu tun haben. „Überall war ich dabei, mit Engagement und Geld“, sagte Goldman. Gewinnstreben sei nicht die Motivations seines Handelns. Der Vorsitzende Richter Christopher Erhard hörte sich alles geduldig an, ließ es aber unkommentiert.

Begonnen hatte der Prozesstag mit der Vernehmung des früheren Fraport-Aufsichtsratsmitglieds Herbert Mai. Dieser war nach einem Beweisantrag Goldmans als Zeuge geladen worden, konnte allerdings nur wenig zur Aufklärung beitragen. Er habe im Zusammenhang mit dem Erbbaurechtsvertrag keine Gespräche mit Goldman geführt, berichtete Mai. Er könne sich nicht vorstellen, dass der Investor bei der Fraport schon als „gesetzt“ galt. Mai konnte aber auch keine Interessenten für das Cargo-City-Süd-Grundstück nennen, die Goldman hätten Konkurrenz machen können.

Mai sagte, dass der Name Goldman für die Vergabe des Grundstücks „keine so große Rolle“ gespielt habe. Viel wichtiger sei gewesen, die Lufthansa Cargo – an die Goldman die dort errichtete Luftfrachthalle später vermietete – in die „Cargo City Süd“ zu bringen.

Dem mutmaßlich bestochenen Fraport-Mitarbeiter Volker A., der sich bei der Fraport um die Entwicklung der Cargo City Süd kümmerte, schrieb Mai durchaus Einfluss, auch bei der Frage von Grundstücksvergaben, zu. Der Einfluss sei zwar 2005 begrenzt worden, „aber er war immer noch da“.

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