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Evangelische Cantate-Domino-Kirche in der Nordweststadt: Gotteshaus ohne Glockenturm

Von 50 Jahre, ein halbes Jahrhundert alt ist die Kirche von Cantate Domino in der Nordweststadt. Am ersten Advent 1966 wurde das Gotteshaus eingeweiht und bot der Gemeinde das erste eigene Dach über dem Kopf.
Im Schatten der weiß getünchten Kirche feierte die Gemeinde im Sommer 1967, ein halbes Jahr nach der Einweihung der Kirche, das erste Brunnenfest. Bilder > Im Schatten der weiß getünchten Kirche feierte die Gemeinde im Sommer 1967, ein halbes Jahr nach der Einweihung der Kirche, das erste Brunnenfest.
Nordweststadt. 

Eine dichte Wolkendecke hing am 27. November 1966, dem ersten Advent über der Nordweststadt. Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und leichter Nieselregen boten keinen festlichen Rahmen. Davon ließen sich die Gemeindemitglieder der Römerstadtgemeinde, rund 5000 waren es damals, allerdings die gute Laune nicht verderben. Schließlich war heute der große Tag gekommen: Die Kirche, ihre Kirche Cantate Domino – deren Namen die Gemeinde auch seit 1980 trägt – in der Ernst-Kahn-Straße wurde nach zweieinhalb Jahren Bauzeit offiziell eingeweiht.

Asyl im Singsaal

Mit der Fertigstellung der ersten evangelischen Kirche in der Nordweststadt vor 50 Jahren hatte die Gemeinde ihr erstes eigenes Dach über dem Kopf. Denn seit ihrer Gründung am 1. Juni 1960 fand sie im Singsaal der Römerstadtschule Asyl. Bis nach den Plänen des Nordweststadt-Erbauers Walter Schwagenscheidt das Gotteshaus geplant und gebaut wurde.

Info: So wird gefeiert

Die Feierlichkeiten zum Jubiläumswochende beginnen heute, 26. November, um 18 Uhr mit „Erdenklänge himmelwärts“ . Andreas Baron von Koskull spricht über die

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Nüchtern und kalt wirkt das kubische Gebäude von außen, an eine Kirche denkt man zunächst sicher nicht, zumal es keinen klassischen Glockenturm, sondern eine Wand mit drei Glocken gibt. Umso überraschender ist der Blick ins Innere des Gotteshauses. 55 Lichtkuppeln sorgen für eine ganz besondere Atmosphäre. Ein zwölf Meter hoher Bildteppich schmückt den Altarbereich. Vier Jahre lang war Sabine Fröhlich Pfarrerin der evangelischen Gemeinde. Bis sie im September schweren Herzens in die Eschersheimer Andreasgemeinde wechselte, nachdem ihre Pfarrstelle halbiert wurde. Übernommen wurde sie von Ulrich Schaffert, Pfarrer der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde.

„Die Kirche als Raum war mir so ans Herz gewachsen – auch mit ihren wunderbaren Orgel- und Orchesterkonzerten“, so Fröhlich. Besonders und einmalig findet sie, dass bei Cantate Domino die Menschen und ihre Kirche so gut zusammenpassen. Durch den hellen, weiten Raum der Kirche, in den das Licht so schön durch die Lichtkuppeln hineinfließe, entstehe eine Großzügigkeit, die man in den Herzen der Menschen wiederfinde, die sich in der Gemeinde engagieren. „Die Gemeindemitglieder setzen sich für die Menschen ein, die sonst gerne an den Rand gedrängt und vergessen werden. Das berührt mich sehr“, so die Pfarrerin.

Römische Vorbilder

So warm und einladend die Kirche auch im Inneren präsentiert, so schlicht zeigt sie sich von außen. Der Untergrund bestand aus tiefen römischen Brunnen und Abfallgruben, die mit Zement ausgegossen werden mussten. Vor dem Kirchengebäude gibt es einen kleinen Vorhof mit der Glockenwand. Dort stehen zudem Pergolen, Bänke und ein Brunnen – das alles erinnert an römische Vorbilder.

Warum die erste evangelische Kirche der Nordweststadt mit Cantate Domino aus Psalm 96 einen lateinischen Namen trägt, begründete der damalige Pfarrer Herrmann Raiß am Tag der Einweihung: „Wir wollen den Blick nicht nach rückwärts, sondern nach vorwärts richten. Durch diesen Namen wird der Mensch immer wieder gefordert.“

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