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Farbe für die Breitenbachbrücke: Graffiti-Künstler sprayen 159 Quadratmeter großes Werk

Von Elf Graffiti-Künstler haben gemeinsam die Wand eines Brückenpfeilers der Breitenbachbrücke gestaltet. Mit ihrer Aktion schlugen die Sprayer sprichwörtlich „Brücken“ von Wittenberg über Frankfurt bis nach Münster und Bochum.
Niclas Hatwig hat die Kunstaktion an der Breitenbachbrücke federführend organisiert und sprayt einen Terminal des Frankfurter Flughafens. Foto: Holger Menzel Niclas Hatwig hat die Kunstaktion an der Breitenbachbrücke federführend organisiert und sprayt einen Terminal des Frankfurter Flughafens.
Bockenheim. 

Der Name „Das dreckige Dutzend“ erinnert an den Titel des gleichnamigen Filmklassikers aus dem Jahr 1967. Es ist aber auch der Name eines Kunstprojekts, das Niclas Hatwig initiiert und organisiert hat. Die Idee dahinter ist zwölf Graffiti-Künstler zusammenbringen, um ein gemeinschaftliches Kunstwerk im öffentlichen Raum zu schaffen. Die Fläche, die Hatwig dafür ausgewählt hat, ist 159 Quadratmeter groß und Teil eines Pfeilers der Breitenbachbrücke, die seit 1966 Bockenheim und den Industriehof verbindet.

Natürlich hat Hatwig die Genehmigung beim Amt für Straßenbau und Erschließung Frankfurt geholt. Denn Ziel der Aktion ist es zu zeigen, dass Sprayer nicht nur illegal ihre Kunstwerke sprühen, sondern dass es auch anders geht. Statt, wie zunächst geplant, zwölf Teilnehmer, machen schließlich nur elf Künstler mit. „Zwei haben aus unterschiedlichen Gründen abgesagt, dafür ist ein anderer spontan mit dazu gekommen“, sagt Hatwig, der auch selbst zur Sprühdose greift.

Luther ausgewählt

Etwas entfernt von Hatwig steht Philipp Christoph. Er kommt aus Wittenberg und was liegt da näher, als den Reformator Martin Luther als Motiv auszuwählen. Schließlich wird in diesem Jahr das 500. Jubiläum der Reformation gefeiert. Luther soll am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an das Portal der Schlosskirche zu Wittenberg geschlagen und damit die Reformation ausgelöst haben. Genau dieses Bild trägt Philipp Christoph als seinen Teil für das Gemeinschaftswerk bei.

„Ich habe mir hierfür eine Vorlage im Internet gesucht“, erklärt der Graffiti-Künstler. „Gearbeitet wird von hinten nach vorne, vom Dunkleren ins Hellere, von oben nach unten“, erklärt er. „Diese Aktion“, sagt Christoph weiter, „ist auch ein positives Zeichen an die Öffentlichkeit.“ So könne jeder sehen, dass sich Graffiti-Künstler zusammentun und ein gemeinschaftliches Kunstwerk, etwas Schönes für den öffentlichen Raum schaffen. Solche Projekte ermöglichten es zudem, weitere Flächen für Street-Art (Kunst, die im öffentlichen Raum entsteht) zu akquirieren.

Der Ort für die Gemeinschaftsaktion verläuft entlang des Brückenpfeilers und heißt „An den Bangerten“. Die Bahntrasse führt hier ebenso entlang. Es ist laut, wenn im Minutenabstand die Züge vorbeirasen. Vor der Wand ist ein Teil der Straße abgesperrt, damit die Sprayer ungestört arbeiten können. Farbdosen stehen hierfür bereit. Die Künstler kommen aus Frankfurt, Offenbach, Münster, Bochum, Berlin und Wittenberg.

Jeder von ihnen hat eine Fläche von vier bis fünf Metern zur Verfügung, die er gestalten kann. Mit einem mobilen Gerüst, kann auch der obere Bereich der Wand, der in sechs Metern Höhe liegt, besprüht werden. Die Idee ist, dass der Beitrag der Teilnehmer etwas mit ihrer jeweiligen Heimatstadt zu tun haben soll. Das Konzept, das vor Beginn bereits feststeht und gemeinschaftlich ausgearbeitet wurde sieht vor, dass die einzelnen Elemente sich zu einem Gesamtkunstwerk zusammenfügen, die Städte miteinander verbunden werden.

Fabi Stenzel aus Offenbach gestaltet die Skyline Frankfurts. Rechts und links hiervon, ein wenig unterhalb der Skyline, sind bereits zwei Gorillas dargestellt. Sein Thema ist der Großstadtdschungel. Einer der beiden Gorillas ist in feinem Zwirn gekleidet, der andere geht als Hipster durch. Eben typisch Frankfurt.

Mundschutz ist Pflicht

Das Bild setzt Stenzel, der als Graffiti-Künstler hauptberuflich für eine Agentur arbeitet, gemeinsam mit Kumpel Danny um. Beide tragen wegen des sehr intensiven Geruchs der Farben aus den Dosen einen Mundschutz. Sie sind hochkonzentriert und modellieren mit unterschiedlichen Tönen ihre Motive.

Gleich daneben steht der Frankfurter Künstler Guido Zimmermann. Sein Motiv sind „Bulle & Bär“, das Symbol der Frankfurter Börse. „Dieses Symbol lässt sich schön mit Dynamik herausarbeiten“, erklärt er seine Entscheidung. Es ist ein Motiv, das er in Frankfurt bereits in Groß an einer Hauswand in der Friedberger Landstraße, Ecke Rotteckstraße umgesetzt hat.

Und Hatwig. Der steht derweil auf einem mobilen Gerüst und beginnt in mehreren Metern Höhe, einen stilisierten Terminal an den Brückenpfeiler zu sprühen. Denn der Flughafen darf, wenn es um Frankfurt geht, nicht fehlen.

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