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Griechischer Wein an der Nationalbibliothek

Dimitra Petsa und Dionissios Miliadis in ihrer Weinbar. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Dimitra Petsa und Dionissios Miliadis in ihrer Weinbar.

„Ich trinke gerne Wein“, sagt Dionissios Miliadis. „Außerdem leitet sich mein Vorname von Dionysos, dem griechischen Gott des Weines ab“, fügt der Inhaber der „Oinotheke “ schmunzelnd hinzu. Aber mal im Ernst, so der Gastronom weiter, eine Weinbar und ein Restaurant würden sich doch perfekt ergänzen. Zumal sie so dicht beieinanderliegen: Die Oinotheke betreibt er seit wenigen Wochen gegenüber der Deutschen Bibliothek, die Nibelungenschänke seit vielen Jahren um die Ecke herum. Dieses Lokal ist für Liebhaber hellenischer Spezialitäten mehr als ein Begriff. Schließlich handelt es sich um eines der bekanntesten griechischen Restaurants von Frankfurt – und eines der beliebtesten. Für Miliadis ist damit aber nicht nur wirtschaftlicher Erfolg, sondern auch privates Glück verbunden. Hier hat er Dimitra Petsa kennengelernt, seine Lebensgefährtin und Geschäftspartnerin in der Oinotheke.

Womit wir wieder bei der neuen Weinbar wären, die das Paar gerade noch im alten Jahr eröffnet hat. Zuvor stand allerdings eine Renovierung sämtlicher Räume an. Und eine gründliche obendrein: „Das Ganze hat mehr als ein Jahr gedauert, in dem wir viele Container mit Bauschutt abtransportieren mussten“, erinnert sich Petsa. Während dieser Zeit hielt das alte Gebäude auch manche Überraschung für sie bereit. Hinter dem Putz entdeckten die Betreiber beispielsweise Backsteinwände von 1906. Sie bilden den passenden Rahmen für ein optisches Konzept im Industriedesign. Nicht zu vergessen die hohen Säulen, die sich durch ihren roten Anstrich in markante Hingucker verwandeln. Gleiches gilt für die originellen Einzelstücke – etwa einen Schrank, der im ersten Leben als Koffer diente.

Heute sind darin Weine untergebracht. Der Großteil des Angebots lagert jedoch in Klimaschränken. Italienische und französische Weine gehören ebenso dazu wie spanische und portugiesische. Die mit Sachverstand zusammengestellte Kollektion lässt allerdings Erzeugnisse aus der Heimat der griechischen Betreiber vermissen. „Ab nächster Woche verkaufen wir Weine aus autochthonen Rebsorten, etwa der roten Mavroudi- und der weißen Assyrtiko-Traube“, erklärt Miliadis. „Letztere ist eine Rebsorte, die vor allem auf den Ägäischen Inseln wächst.“ Weißweine steuern zudem deutsche Winzer bei, darunter etablierte Erzeuger wie Knipser aus der Pfalz, der mit einem Sauvignon Blanc vertreten ist (0,2 l für 7,90 Euro).

Durch die feine Frucht und erfrischende Säure macht er sich gut zum Wintersalat mit Babycalamares (15,50 Euro). Die kleinen Tintenfische kommen auf den Punkt gegrillt und sind qualitativ einwandfrei. „Wir beziehen Fisch und Meeresfrüchte von Kosmidis“, erzählt Petsa. „Mit dem Rödelheimer Feinkosthändler haben wir schon in der Nibelungenschänke gute Erfahrungen gemacht“, ergänzt Miliadis. Wer fleischliche Gelüste verspürt, bestellt herzhaft gefüllte Hähnchenbrust, die sich zart auf aromatischer Tomatensauce präsentiert (15,50 Euro). Eine ordentliche Portion locker fallender Reis bildet die klassische Beilage. Doch das Küchenteam wartet auch mit Lammkoteletts, Blattspinat und Bratkartoffeln auf (19,50 Euro). Während das Fleisch etwas saftiger hätte sein können, gibt es am Gemüse, würzig und bissfest, nicht das Geringste zu meckern. Und was findet sich sonst noch auf der kleinen, wöchentlich wechselnden Speisekarte? Suppen und Eintöpfe zum Beispiel. Das Angebot beschreibt Dimitra Petsa treffend als „einfache hausgemachte Küche“. Am Wochenende kommt ein Brunchbuffet dazu, auf dem sich Kaltes und Warmes sowie Süßes und Deftiges aneinanderreihen (pro Person 13,90 Euro).

Durch Vielfalt überzeugt außerdem die benachbarte Artotheke . In den Vitrinen der Bäckerei liegen Sandwiches, Focaccias und Blätterteigtaschen. Doch neben den Backwaren stehen auch griechische Delikatessen bereit. „Wir arbeiten mit verschiedenen kleinen Herstellern zusammen“, sagt Petsa. „Demnächst bieten wir Nudeln von einer Frauengenossenschaft an, deren Eier wirklich von frei laufenden Hühnern stammen.“ Die Namen der Bäckerei und der Weinbar leiten sich übrigens aus dem Altgriechischen ab: Die Begriffe „Artos“ und „Oinos“ bedeuten nämlich „Brot“ und „Wein“.

Oinotheke: Nordend, Eckenheimer Landstraße 184, Tel. (069) 59797595, www.oinotheke.com, Mo–Sa 10-1, So 10-16 Uhr, Sitzplätze: 55 innen

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