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Ernst-May-Viertel soll nicht ohne Autobahndeckel kommen: Grüne fordern längere A 661-Einhausung

Von Nach der CDU rücken auch die Grünen von den ursprünglichen Plänen für das Ernst-May-Viertel ab. Fraktionschef Manuel Stock plädiert dafür, die Autobahn-Einhausung zu verlängern. Wenn dieses Projekt nicht kommt, will Umweltdezernentin Rosemarie Heilig auch das umstrittene Innovationsquartier in Frage stellen.
Grüne wollen sich für eine längere Einhausung der A 661 einsetzen. Foto: Holger Menzel Grüne wollen sich für eine längere Einhausung der A 661 einsetzen.
Frankfurt. 

Eine abschließende Meinung zum Ernst-May-Viertel mit mehreren Baugebieten rund um die A 661 haben sich die Grünen noch nicht gebildet. „Wir diskutieren noch“, sagt Fraktionschef Manuel Stock. Aber die CDU hat ihre Koalitionspartner unter Zugzwang gesetzt: Am Mittwoch erklärte die Partei, sie werde die noch unter dem früheren Planungsdezernenten Olaf Cunitz (Grüne) erarbeiteten Pläne nicht ohne Änderungen akzeptieren (wir berichteten).

Am Donnerstag hat Stock nachgezogen. Die Autobahn-Einhausung, die nach den Cunitz-Plänen aus Kostengründen nur noch 400 Meter lang werden soll, hält er für zu kurz. Ebenso wie der CDU-Planungspolitiker Nils Kößler schlägt er vor, das Tunnelbauwerk zumindest in einer Richtung bis zur bestehenden Lärmschutz-Galerie bei Seckbach zu verlängern.

Sehr viel teurer

Davon würde vor allem das Wohngebiet direkt an der Autobahn profitieren, das in den Plänen als „Katharinencampus“ bezeichnet wird. Das habe Priorität, so Stock. Wünschenswert wäre es, den Autobahndeckel auch in Richtung Friedberger Warte zu verlängern. Das allerdings kostet Geld. Denn die Länge von 400 Metern haben die Planer nicht willkürlich gewählt. Überschreitet ein Tunnel dieses Maß, ist eine aufwendigere Sicherheitstechnik erforderlich. Während die Kosten für die 400-Meter-Einhausung auf 91 Millionen Euro geschätzt werden, könnte ein 1200 Meter langer Tunnel mit 213 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Für Stock ist deshalb klar, dass sich dieses Vorhaben ohne eine finanzielle Beteiligung des Bundes nicht realisieren lässt. Er forderte die SPD-Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen auf, sich dafür in Berlin einzusetzen. Das wäre seiner Ansicht nach wichtiger, als den sechsspurigen Ausbau der A 661 zu fordern, wie es Nissen getan hat.

Wie berichtet, wurde dieses Projekt im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans nur noch als „weiterer Bedarf“ eingestuft. Das heißt, es wird nicht vor 2030 realisiert. Befürworter einer längeren Einhausung hatten gehofft, über den Ausbau den Bund zu einer finanziellen Beteiligung bewegen zu können. Stattdessen haben für den Bund der Ausbau mehrere Abschnitte von A 3 und A 5 Priorität. Auf diese soll sich der Verkehr von der A 661 verlagern, so das Kalkül der Landesverkehrsbehörde Hessen Mobil.

Ohnehin gehen die Planungen für andere Projekte wie den Riederwaldtunnel davon aus, dass die A 661 nur vierspurig ist. Laut Hessen Mobil kann damit der zu erwartende Verkehr abgewickelt werden, auch wenn die A 66 über den Riederwaldtunnel an die A 661 angebunden ist. Die Behörde bezieht sich allerdings auf die alte Verkehrsprognose.

Derzeit wird eine neue erstellt mit Bezug auf das Jahr 2030. Bis zum Ende des Jahres soll sie vorliegen – und dann soll eine neue Bewertung vorgenommen werden. Bürgerinitiativen hoffen nach wie vor, dass bei einem erhöhten Verkehrsaufkommen aus Lärmschutzgründen an einer längeren Einhausung kein Weg vorbeiführt.

Nicht auf Wohngebiete verzichten

Die Variante, auf den Deckel zu verzichten und nur einige Wohngebiete zu bauen, kommt für die Grünen nicht in Frage. „Es handelt sich um ein Gesamtprojekt“, betont Stock. Umweltdezernentin Rosemarie Heilig weist darauf hin, dass die Grünfläche auf der Einhausung als Ausgleich für die Natur-Eingriffe in den Baugebieten vorgesehen sei, etwa im Innovationsquartier an der Friedberger Landstraße. Sie plädierte dafür, dieses Projekt in Frage zu stellen, wenn der Tunnel nicht komme. Ziel müsse es sein, so weit wie möglich Rücksicht auf ökologisch wertvolle Flächen zu nehmen. „Wir müssen vom Grün her planen“, forderte sie – und wünscht sich vom neuen Planungsdezernenten Mike Josef (SPD), dass die Umweltexperten früher bei der Entwicklung neuer Bebauungspläne einbezogen werden.

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Eigentlich soll der geplante Autobahntunnel die Bewohner des Riederwalds schon lange entlasten. Immer mehr wird er aber zum Problem. Denn: Der Erfolg des Verkehrsprojektes könnte vom Ausbau der A 661 abhängen. Wie eine Frankfurter Entscheidung zwischen Chaos und Berlin versackt.

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