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OB-Wahl in Frankfurt: Grüne wollen mit Nargess Eskandari-Grünberg in die Stichwahl

Von Mit vereinten Kräften wollen die Grünen bei der Oberbürgermeisterwahl am 25. Februar die Sensation schaffen und mit Nargess Eskandari-Grünberg die Stichwahl erreichen. Gestern präsentierten sie ihre Kampagne.
„Frankfurt kann anders“ lautet der Slogan, mit dem Nargess Eskandari-Grünberg (52) in den Wahlkampf um das Amt des Oberbürgermeisters zieht. Foto: Rainer Rüffer Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA „Frankfurt kann anders“ lautet der Slogan, mit dem Nargess Eskandari-Grünberg (52) in den Wahlkampf um das Amt des Oberbürgermeisters zieht. Foto: Rainer Rüffer
Frankfurt. 

Geschlossen und kampfeslustig gehen die Grünen in die heiße Phase des Oberbürgermeisterwahlkampfes. Klares Ziel: die Stichwahl. „Wenn wir die erreichen, ist alles möglich!“, zeigt sich Vorstandssprecherin Beatrix Baumann beim gestrigen Kampagnenauftakt im Frankfurter Salon optimistisch. „Wir rechnen uns große Chancen aus.“

Punkten will die grüne Kandidatin Nargess Eskandari-Grünberg bei der Oberbürgermeister-Wahl am 25. Februar vor allem mit einer Jahreskarte für Bus und Bahn zum Preis von 365 Euro. Ein Thema, für das die Grünen bereits enorm viel Zuspruch erhalten hätten, betont die 52-Jährige. „Ich habe keinen getroffen, der die öffentlichen Verkehrsmittel nicht zu teuer fand“, berichtet Eskandari-Grünberg und zitiert eine Studie, nach der 70 Prozent der Bürger bereit seien, vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, wenn sie nur günstiger wären. „Das 365-Euro-Ticket ist das Wahlkampfthema, das die Mitbewerber am meisten nervös macht, weil es den Nerv der Menschen trifft“, erklärt Stadtrat Stefan Majer.

Finanzierung weiter unklar

Eine Finanzierungslösung für ihr großes Wahlversprechen konnte Eskandari-Grünberg zwar nach wie vor nicht präsentieren, versicherte aber: „Wir finden einen Weg. Diese Stadt muss endlich Visionen für die Zukunft haben.“ Etwas, was die ehemalige Integrationsdezernentin der amtierenden Stadtregierung im Allgemeinen (trotz grüner Beteiligung) und dem amtierenden Oberbürgermeister im Speziellen abspricht.

Mit ihr werde ein anderer Stil ins Oberbürgermeisterbüro einziehen, verspricht Eskandari-Grünberg und nennt Beispiele. Stichwort Bühnen: „Ich wäre längst unterwegs, um nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten zu suchen.“ Stichwort Haushaltsdefizit: „Ich hätte am nächsten Tag alle Dezernenten einbestellt und gesagt: Wo können wir sparen? Diese Haltung vermisse ich beim Oberbürgermeister.“

Die Wahlkampftermine der Grünen

  Montag, 15. Januar: „Bürgermeister der Region im Gespräch“, 19.30 Uhr, Frankfurter Salon, Braubachstraße 32.

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Sie selbst hat zumindest schon mal eine Idee, wo die Stadt sparen könne: 1,5 Millionen Euro für die große Party zur Eröffnung der neuen Altstadt seien dann doch etwas üppig bemessen, findet sie.

Visionen fordert sie beim Wohnungsbau. „Da hat Frankfurt bislang weder angemessene noch ausreichende Antworten gefunden.“ 40 Prozent sozialen, 20 Prozent geförderten Wohnraum will die gebürtige Iranerin für Neubauprojekte festschreiben. Gleichzeitig spricht sie sich für eine internationale Bauausstellung aus, die alternative Wohnideen aufzeigen soll.

Mit der Region

Fest steht für die Herausforderin aber auch: „Wir können das Thema Wohnen alleine nicht lösen, wir müssen auf die Bürgermeister der Region zugehen. Das habe ich in den vergangenen Jahren vermisst.“ Mit ihrer Veranstaltung am Montag wollen die Grünen hier einen Anfang machen und haben dazu die grünen (Ober-)Bürgermeister Jochen Partsch (Darmstadt), Roland Kern (Rödermark) und Albrecht Kündiger (Kelkheim) eingeladen.

Unterstützung bekommt Eskandari-Grünberg im Wahlkampf von der Führungsriege ihrer Partei: Fraktionschef Manuel Stock, die Vorstandssprecher Bastian Bergerhoff und Beatrix Baumann, die Stadträte Rosemarie Heilig und Stefan Majer sowie Landtagsabgeordnete Martina Feldmayer – alle waren sie zum Kampagnenauftakt erschienen, lobten Eskandari-Grünberg, kritisierten ihre Konkurrenten.

„Ich bin sehr enttäuscht von Peter Feldmann und Bernadette Weyland. Die Themen Umwelt und Frauen spielen bei beiden keine Rolle“, kritisierte etwa Dezernentin Heilig. Das Thema Kunst und Kultur spiele in der jetzigen Regierung und vor allem für den Amtsinhaber keine Rolle, monierte Fraktionschef Stock. Auch beim Thema Städtische Bühnen blieben die Bewerber um den OB-Posten blass: „Die einzige Kandidatin, die sich klar zum Standort Willy-Brandt-Platz bekennt, ist Nargess Eskandari-Grünberg. Der OB duckt sich weg.“

Wen der beiden Favoriten die Grünen unterstützen würden, falls sie die Stichwahl verfehlen – Feldmann oder Weyland –, ließen sie gestern offen. Eskandari-Grünberg: „Ich kämpfe diesen Kampf erst mal.“

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