Grundschüler, Meisen und die Motte

Grundschüler und der Nabu sagen der Miniermotte in Zeilsheim den Kampf an. Der kleine Schädling ernährt sich am liebsten von den Blättern von Kastanien. Und die gibt es im Stadtteil reichlich – auch auf dem Hof der Käthe-Kollwitz-Schule.
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Zeilsheim. 

Die Kinder der Käthe-Kollwitz-Schule lassen der Miniermotte keine Chance. Vom Naturschutzbund (Nabu) bekommen die kleinen Umweltschützer der Klasse 1 a von Lehrerin Annika Schwager erklärt, was die Motte ist und was sie mit den alten Kastanien anstellt, die überall auf dem Schulgelände verteilt stehen. Die Miniermotte nutzt das Laub der Blätter als Kinderstube für ihren Nachwuchs. Die Larven des Schmetterlings bohren sich in die Blätter und entziehen diesen die Nährstoffe. Was gut für die Raupe ist, ist schlecht für den Baum, und so haben auch die stilprägenden Kastanienbäume in Zeilsheim, etwa entlang der Pfaffenwiese oder auf dem Hof der Grundschule, in den vergangenen Jahren bereits Schaden genommen.

Mit Baumpatenschaften soll dem nun auf dem Schulhof ein Ende gesetzt werden. Jede Klasse kümmert sich um einen Baum und vor allem um die Nistkästen, die gestern gemeinsam mit dem Nabu aufgehängt wurden. In ihnen sollen sich Meisen heimisch fühlen, zu deren bevorzugter Nahrung die Miniermotte zählt. Die Kinder freuen sich schon auf die ersten geflügelten Untermieter, die dem Schädling in den Kastanien den Nachwuchs wegfressen sollen.

In Unterricht eingebunden

Durch das Projekt sollen sie spielerisch und mit Spaß an den Naturschutz herangeführt werden. "Wir haben vom Nabu noch ein bisschen zusätzliche Unterrichtsmaterialien bekommen und binden die Aktion natürlich in den Unterricht ein", sagt Klassenlehrerin Annika Schwager. Zu viele Erwartungen knüpfen die Naturschützer des Nabu nicht an die Aktion. "Uns geht es nur darum, ein klein wenig das Bewusstsein für die Natur und die Umwelt zu wecken und wenn man den Kindern ein bisschen was erklären kann, ist das doch auch schön", sagt Bernd Merkle vom ansässigen Nabu. Der Kontakt zur Schule kam über eine Lehrerin zustande. Für Schulleiter Jochen Bühler war es keine Frage, ob die Käthe-Kollwitz-Schule bei der Nistkastenaktion mitmachen sollte: "Das passt doch schön. Die Bäume haben wir ja sowieso. Und sonst nutzen sie die Kinder nur, um Verstecken zu spielen."

Sehr gute Resonanz

Die Patenschaften für die Nistkästen in den Kastanienbäumen sind bereits der zweite Schritt im Kampf, den die Mitstreiter des Nabu in Zeilsheim gegen die Miniermotte führt. Entlang der Pfaffenwiese hängen bereits seit vergangenem Jahr mehr als 70 Nistkästen. Zudem machten die Naturschützer im vergangenen Herbst Werbung dafür, das Laub der Kastanienbäume nicht zu kompostieren oder auf den Beeten zu verteilen, sondern einzusammeln und verbrennen zu lassen. Nur so wird der Nachwuchs der Miniermotte dauerhaft und nachhaltig eingedämmt. "Die Resonanz auf die Aktion an der Pfaffenwiese war sehr gut. Viele Leute sind danach zu uns gekommen und haben berichtet, dass sie vorher nicht wussten, dass sie das Laub nicht kompostieren oder bei sich im Garten verteilen sollen", berichtet Merkle. Inzwischen sei bei vielen das Bewusstsein für das Problem geweckt, und in ganz Frankfurt hingen weitere Nistkästen für Meisen, um die Belastung der Kastanienbäume mit dem Schädling auf lange Sicht zu begrenzen.

Im kommenden Herbst wollen die Mitstreiter des Nabu die Käthe-Kollwitz-Schule noch einmal besuchen. Dann soll gemeinsam mit den Kindern kontrolliert werden, ob die Nistkästen von den Meisen angenommen wurden. göc

(Robin Göckes)
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