Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Grundschüler singen mit Senioren

Von Mädchen und Jungen vom Kinderparlament Höchst besuchten gestern Bewohner der Residenz Rebstockpark. Es wurde getanzt, gesungen, gemeinsam gebastelt, Brett- und Kartenspiele zusammen gespielt und Geschichten vorgelesen.
Lieselotte Baumann (92) spielt mit Amela, Ilham und Begüm (v.l.) „Mensch-ärgere-dich-nicht“ und hat Spaß dabei. 	Foto: Christes Lieselotte Baumann (92) spielt mit Amela, Ilham und Begüm (v.l.) „Mensch-ärgere-dich-nicht“ und hat Spaß dabei. Foto: Christes
Bockenheim. 

Konzentriert spielen Begüm, Ilham und Amela (alle neun Jahre) zusammen mit Lieselotte Baumann (92) den Brettspielklassiker „Mensch-ärgere-dich-nicht“. Die drei Schülerinnen sind Mitglieder des Kinderparlaments Höchst. Sie sind zusammen mit anderen Mädchen und Jungen, die sich ebenfalls als Delegierte des Kinderparlaments engagieren, zu seinem Besuch in die Residenz Rebstockpark in der Leonardo-da-Vinci-Allee 29 gekommen. Die Grundschüler möchten den dort lebenden Senioren eine Freude bereiten und nutzen ihre Herbstferien dazu.

Einmalig in Frankfurt

„Ich habe früher oft Mensch-ärgere-dich-nicht gespielt“, erzählt Lieselotte Baumann. Das sei aber schon lange her. „Ich finde es sehr schön, dass die Kinder hier sind. Das macht mir viel Spaß“, betont die Seniorin, würfelt und setzt eine ihrer Figuren auf dem Spielbrett vorwärts. Dieses Gefühl beruht auf Gegenseitigkeit. „Wir sind gerne hier“, sagen die drei Mädchen. Teil des Kinderparlamentes zu sein und sich einzusetzen sei toll, da sind sich die Schülerinnen einig. „Das Kinderparlament ist einzigartig in Frankfurt“, sagt Ralf Doerfert vom Kinderhaus Höchst.

Mädchen und Jungen von insgesamt acht Kindereinrichtungen in Höchst sind delegierte des Kinderparlaments, das seit 1997 besteht. „42 Parlamentarierkinder machen mit. Aus jeder Einrichtung werden fünf bis sechs Mädchen und Jungen abgeordnet“, erklärt Doerfert. Die Hälfte der Kinderparlamentarier beteiligt sich an dem Besuch in der Seniorenresidenz. „Der Rest kann wegen Krankheit oder aufgrund von Personalmangel in den Einrichtung leider nicht dabei sein.“

Die Institution des Kinderparlaments ermöglicht Mädchen und Jungen aus Höchst, zu sagen, was sie sich wünschen. „Sie sollen hierdurch Gehör finden und sagen, was sie gerne ändern möchten“, so Doerfert. Es gehe dabei um die Mitbestimmung und -gestaltung des Stadtteils durch Kinder. „Die Grundschüler haben in der Vergangenheit beispielsweise Vorschläge für die Gestaltung von Spielplätzen eingebracht oder in Höchst geschaut, wo Ampelphasen für Kinder und ältere Menschen verlängert werden müssen“, schildert er weiter.

Die Mädchen und Jungen lernen dabei aber auch, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen und sich für andere Menschen einzusetzen wie etwa für die Senioren. Die Grundschüler haben sich auf diesen Besuch gut vorbereitet. Gleich zu Beginn präsentieren einige von ihnen eine Tanz-Choreografie zu dem Song „Happy“ von Pharrell Williams und zaubern damit bereits ein Strahlen ins Gesicht der Bewohner, die zu diesem Anlass in den Speisesaal des Hauses gekommen sind. Spätestens jedoch beim gemeinsamen Singen von Volksliedern wie „Hoch auf dem gelben Wagen“ oder „Des Wandern ist des Müllers Lust“ ist die anfängliche Zurückhaltung auf beiden Seiten gewichen. Kinder wie Senioren singen begeistert mit. „Wir haben die verschiedenen Liedtexte vorher mit den Kindern besprochen“, so Doerfert. Natürlich habe es hierzu auch Fragen gegeben. „So wollten sie etwa wissen, was ein Müller ist.“

Eine gute Tat

Seit der Gründung des Kinderparlaments stehen die Herbstferien unter einem bestimmten Thema. „Dieses Mal ist es die ,Gute Tat‘. Die Kinderparlamentarier hatten den Wunsch, in ein Seniorenheim zu gehen. Über unsere Kinderbeauftragte in Höchst, Anna Monaco, ist der Kontakt zur Residenz Rebstockpark hergestellt worden“, schildert Doerfert weiter.

Die Aktion zeigt, dass Jung und Alt sich gut miteinander verstehen können. Ganz selbstverständlich werden da nicht nur gemeinsam Brett- und Kartenspiele gespielt, sondern auch gebastelt. Die Kinder lesen den Bewohnern zudem Geschichten vor. Es ist ein Vormittag, an den beide Seiten noch lange mit Freude zurückdenken werden.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse