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Händchenhaltend gegen Fluglärm

Von Tausende reihten sich am Sonntag in eine Menschenkette gegen Fluglärm ein. Zahlreiche Verbände, Kirchen, Gewerkschaften und Parteien unterstützten die friedliche und in dieser Form bundesweit einzigartige Protest-Aktion.
Tausende Ausbaugegner kamen zur zentralen Abschlusskundgebung auf die Untermainbrücke. Tausende Ausbaugegner kamen zur zentralen Abschlusskundgebung auf die Untermainbrücke.
Frankfurt. 

Die Veranstalter sprachen von 8000, die Polizei von 4000 Demonstranten, die gestern in Form einer vier Kilometer langen Menschenkette am südlichen Mainufer gegen Fluglärm demonstrierten. "Ich bin äußerst zufrieden mit dem Verlauf der Aktion und freue mich sehr über die rege Unterstützung aus den umliegenden Gemeinden", sagte Mit-Organisatorin Mela Krauß von der Niederräder BI "Eintracht gegen Fluglärm". Sie wertete den Protest gegen den Ausbau des Frankfurter Großflughafens als "vollen Erfolg" und kündigte weitere kreative Aktionen nach der Sommerpause an.

Dabei sah es bis kurz vor dem Zeitpunkt des geplanten Kettenschlusses gegen 15 Uhr noch nicht danach aus, als würden rechtzeitig genug Menschen an das südliche Mainufer kommen, um die von Oberrad bis Niederrad reichende Menschenkette auf voller Länge zu komplettieren. Wenige Minuten später ballten sich entlang der sieben Frankfurter Mainbrücken stellenweise die Menschen in Dreier-Reihen, während die Protestlinie in Höhe des Holbeinstegs zum Teil etwas ausgedünnt wirkte.

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Facettenreicher Protest

Mit einer La-Ola-Welle, den Rufen "Die Bahn muss weg", sowie mit Pauken und Trompeten zelebrierten die Ausbaugegner ihre spektakuläre Protestaktion eine halbe Stunde lang am Mainufer, bevor sich das Teilnehmerfeld gegen 15.50 Uhr zur finalen Abschlusskundgebung auf der Untermainbrücke einfand. Auf der Bühne dankte Ursula Fechter von der Bürgerinitiative Sachsenhausen den angereisten Unterstützern aus Berlin für ihre Solidaritätsbekundung und verlas ein Grußwort der Münchner Ausbaugegnern. "Der Widerstand wächst und wird weitere kreative Formen annehmen. Das haben wir mit unserer heutigen Menschenkette gezeigt", zeigte sich Fechter zufrieden mit dem Verlauf der Protestaktion.

Laut Polizeiangaben gab es keine besonderen Vorkommnisse. Lediglich eine Handvoll Aktivisten der Naturschutz-Organisation "Robin Wood" sorgte für eine vorübergehende Unterbrechung des Schiffsverkehrs, als sie an der Südseite des Eisernen Stegs ein mehrere Meter großes Plakat mit der Aufschrift "Ruhestörer! Klimakiller! Fraport Kiel Holen!" befestigten. Die Beamten ließen die Umwelt-Aktivisten jedoch gewähren und beschränkten sich auf die dezente Beobachtung der friedlichen Kundgebung.

"Der Antrieb für den Ausbau des Flughafens ist nicht die angebliche Sorge um Arbeitsplätze, sondern das private Profitinteresse der Fraport", wetterte Bernd Lunkewitz von der Sachsenhäuser BI "Stopp Fluglärm" und fuhr fort: "Es gibt einen grünen Bürgermeister und grüne Dezernenten im Magistrat. Aber was nutzen sie uns, wenn sie nicht gegen diese unerträgliche Belastung kämpfen?"

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Dank an alle Unterstützer

Neben den sieben Frankfurter Bürgerinitiativen, die die aufsehenerregende Protestaktion organisierten, beteiligten sich auch Gewerkschaften, Verbände und Musiker an der Demonstration. Mit dabei waren auch einige katholische und evangelische Kirchengemeinden aus Sachsenhausen, Oberrad und Niederrad, die ihre Räume zu "Oasen der Stille" umfunktionierten und den friedlichen Protest mit Andachten und Gebeten unterstützten.

Großes Glück hatten die Veranstalter, dass ihnen das Wetter keinen Strich durch die Rechnung machte und gegen Ende der Kundgebung gegen 17 Uhr noch immer tausende Demonstranten auf der Untermainbrücke standen, um gemeinsam das Lied "Über sieben Brücken musst du gehen" anzustimmen.

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