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Härteres Urteil für einen Vergewaltiger

Frankfurt. 

Es sollte eigentlich ein gemütliches Schäferstündchen mit einer Prostituierten werden – endete aber nun mit einem zweiten Prozess vor dem Frankfurter Landgericht. Wie schon früher einmal, hatte ein 60 Jahre alter Mann die Frau aus dem Bahnhofsviertel mit in seine Hochhauswohnung am Niederräder Mainufer genommen. Zuerst gab es den vereinbarten Geschlechtsverkehr und danach legte man sich schlafen. Nach einigen Stunden aber gab es für die Prostituierte ein buchstäblich böses Erwachen: Der Freier hatte sich zwischenzeitlich mit gut einem halben Liter Jägermeister betrunken, hatte die Stereoanlage aufgedreht und tanzte aggressiv im Wohnzimmer herum.

Ein Fluchtversuch der Prostituierten endete an der Wohnungstüre, die abgeschlossen war. Nun ließ der Mann sein wahres Gesicht erkennen. Er schlug und würgte die Frau bis zur Bewusstlosigkeit. Als sie wieder zu sich kam, vergewaltigte der heute 60-Jährige sie. Schließlich zerdrückte der Mann an ihrem Körper auch noch glühende Zigarettenstummel – ein Akt der Grausamkeit, den die Frau aber nach eigenen Angaben bei anderen „Stammfreiern“ gegen 150 Euro Aufpreis durchaus akzeptierte. Erst nachdem sie der Mann auf den Balkon ausgesperrt hatte, gelang es der Frau, Nachbarn zu alarmieren, die ihrerseits die Polizei benachrichtigten.

Gestern endete der zweite Prozess gegen den 60-Jährigen vor dem Landgericht mit einer Verurteilung zu vier Jahren und fünf Monaten Haft. Anders als noch im ersten Prozess vor zwei Jahren – vier Jahre wegen Vergewaltigung – wurde der Mann nun auch noch wegen Freiheitsberaubung und gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Den Tatbestand der Geiselnahme, dessen Prüfung der Bundesgerichtshof in seinem Revisionsurteil angemahnt hatte, aber verneinte die unter Vorsitz von Richter Thomas Striegl tagende Strafkammer: Die Türe sei schon Stunden vor der Vergewaltigung abgesperrt worden – unwiderlegbar, damit ihn die Prostituierte, während er schlief, nicht bestehlen konnte.

Die Frau arbeitet mittlerweile nicht mehr im Rotlichtmilieu, was Striegl in der Urteilsbegründung anerkennend hervorhob. Die Sache mit den glühenden Zigarettenkippen aber ließ den Richter dann doch nicht los: „Da schweigt man lieber dazu.“ Vielleicht dachte er dabei auch an ein spektakuläres Verfahren vor ungefähr zehn Jahren, bei dem es um einen Ehemann ging, der von seiner Frau jahrelang mit einer Heißklebepistole gefoltert worden war.

(ge)
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