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Hauptschullehrerin aus Überzeugung

Von Frisch im Römer und gleich bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion: Die 52-jährige Sabine Fischer ist eine Frau aus der Praxis. Sie ist Rektorin der Walter-Kolb-Schule in Unterliederbach.
Sabine Fischer.	Foto: Rüffer Sabine Fischer. Foto: Rüffer
Frankfurt. 

Noch immer sucht Fischer die pädagogische Herausforderung. Sie unterrichtet in der achten und neunten Klasse Hauptschule. "Freiwillig", wie sie betont. Als Chefin von 44 Lehrkräften und 740 Schüler könnte sie auch andere Aufgaben wählen. Die Walter-Kolb-Schule ist eine Grund-, Haupt- und Realschule. Der Unterricht in den Hauptschulklassen geht über die reine Fachvermittlung hinaus", sagt sie.

Manchmal sei es schwierig, sich vorzustellen, was die Schüler nicht wüssten. Als Beispiel nennt sie die Olympischen Spiele. Obwohl die Kinder die Wettbewerbe im Fernsehen verfolgten, wüssten sie nichts über deren Hintergrund. Von ihrer letzten Hauptschulklasse schafften 15 von 20 Schülern den Quali, aber nur vier erhielten eine Lehrstelle. "Man muss viel Ausdauer haben, um die Jugendlichen auf den richtigen Weg zu bringen", sagt sie. Vor Klassenfahrten führt sie Gespräche mit den Eltern ausländischer Mitbürger, um diese von deren Nutzen zu überzeugen.

Fischer wurde Lehrerin gewissermaßen auf dem zweiten Bildungsweg. Nach dem Sport- und Anglistikstudium für das Lehramt an Gymnasien arbeitete sie 13 Jahre lang im gehobenen Dienst im Telefondienst der Post, später Telekom AG. Sie absolvierte zusätzlich ein Studium für das Lehramt an Grundschulen und machte das Examen für die Haupt- und Realschule. Die Großeltern besaßen ein großes Gut in der Nähe von Leipzig, das unter der russischen Besatzung enteignet wurde. Noch vor dem Mauerbau siedelte ihre Familie in den Westen über. Geprägt durch ihr christliches Elternhaus trat sie 2003 der CDU bei. Noch heute trägt sie das Kirchenblatt für die evangelische Gemeinde Frankfurt-Bornheim aus.

Ihre politische Karriere verlief schnell: Seit 2006 gehört Fischer dem Ortsbeirat 4 (Bornheim, Ostend) an. Seit zwei Jahren ist sie CDU-Stadtbezirksvorsitzende in Bornheim, am 27. März gelang ihr der Sprung in den Römer.

Im Stadtparlament hat sie sich für den Bildungsausschuss entschieden, weil sie der Meinung ist, "dass dort auch Leute von der Front hingehören, die wissen, was eine Maßnahme auslösen kann". Sie nennt ein Beispiel: Wir haben einmal für die Schultoiletten Seifenspender für 100 Euro erhalten. Die waren nach einer Stunde kaputt. Seitdem legen wir die Seife aufs Waschbecken."

Die ewige Debatte um den Zustand von Frankfurts Schultoiletten müsse endlich ein Ende nehmen, findet sie. Dabei gehe es nicht nur um die Sanierung der Anlagen, sondern auch um die Erziehung zur Sauberkeit: "Wir machen mit unseren Klassen Besichtigungen, um Jugendlichen zu zeigen, wie diese nach der Pause aussehen und um die Kinder zum achtsamen Umgang anzuhalten."

Die Bildungspolitikerin Fischer setzt sich für den Erhalt des Gymnasiums ein. Den Plänen der rot-grünen Opposition im Landtag von Wiesbaden, statt des Gymnasiums eine "Gemeinschaftsschule" zu errichten, erteilt sie eine Absage. Dies bedeute die Preisgabe einer an der Begabung orientierten, differenzierten Schulbildung und sei die "Utopie einer Einheitserziehung", die am Kindeswohl völlig vorbei gehe. "Man braucht das Gymnasium für eine starke Leistungsgesellschaft", betonte Fischer. Die Eltern fragten das Gymnasium stark nach, auch die neue achtklassige Form des Gymnasiums habe viele Anhänger. Wegen der starken Nachfrage fordert die Pädagogin: "Wir brauchen eine zusätzliche gymnasiale Oberstufe in Frankfurt."

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