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Baustelle Eschersheimer Landstraße: Hauptverkehrsstraße ist bald in einer Richtung zu

Von Es ist eine der aufwendigsten Baustellen der Stadt: die Eschersheimer Landstraße. Das untere Teilstück nördlich der Hügelstraße ist inzwischen erneuert, doch weiter oben, in den Bauabschnitten zwei bis vier, geht es nicht recht voran. Ab nächster Woche wird die Straße stadtauswärts komplett gesperrt.
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Eschersheim. 

Auf der Eschersheimer Landstraße wurde bislang in beiden Richtungen gebaut. Jeweils eine der beiden Fahrspuren ist in jeder Fahrtrichtung gesperrt. Die Stadt ändert dieses Vorgehen nun und informierte die Anwohner in einem Schreiben darüber. Ab nächster Woche „wandert“ die Baustelle stadteinwärts, die Straße soll bis zum zweiten Quartal kommenden Jahres wieder normal befahren werden können. Dafür wird der Verkehr in Gegenrichtung zwischen der Körber- und der Klarastraße komplett gesperrt.

Anwohner schonen

„Wir glauben, dass man auf diese Weise den Ärger der Anwohner über den Umleitungsverkehr in der Tempo-30-Zone verringern kann“, sagt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). „Eine Manöverkritik während des Gleisbaus der U-Bahn erbrachte dieses Ergebnis.“ Jetzt gelte es, so schnell wie möglich fertig zu werden. Die Sperrung dauert laut Planung bis Anfang November. Im Dezember und Januar soll die Eschersheimer auch stadtauswärts wieder durchgängig befahrbar sein, danach beginnt die Baustelle weiter nördlich, jenseits der Klarastraße. „Bis März 2018“, sagte die Leiterin des Amts für Straßenbau und Erschließung, Michaela Kraft, „soll die Straße in Richtung stadtauswärts fertig sein. Danach beginnen die Arbeiten in der anderen Richtung.“

Von der Änderung der Organisation verspricht sich die Stadt laut Kraft, dass der Termin Oktober 2018 eingehalten werden kann. Zuletzt ist dieser Termin durch eine mehrwöchige Unterbrechung wegen eines Wasserrohrbruchs gefährdet worden (wir berichteten). „Bei einer Komplettsperrung kann man flexibler auf Störungen reagieren“, so Kraft. Sie versichert, dass Fußgänger, Radfahrer, der Anlieferverkehr für die Einzelhändler und Rettungseinsätze immer möglich bleiben.

Der stellvertretende Vorsitzende des Ortsbeirats 9, Rachid Rawas, ist mit dieser Lösung zufrieden. „Es ist eine schwierige Baustelle – für das Amt und die Anwohner, die sich jedes Mal, wenn eine andere Absperrung kam, neu orientieren mussten. Das muss ja nicht sein. Wir sollten es für alle so einfach wie möglich machen.“

Auch die Einzelhändler leiden seit Wochen. „Um 30 Prozent ist mein Umsatz zurückgegangen“, moniert Inge Kranz, Inhaberin der „Weinhandlung“. Ihr Nachbar, „Meister Kleeberg“, hat gleich ganz geschlossen. „Betriebsferien von 3. Juli bis 3. Oktober wegen Straßenbauarbeiten“ steht auf dem Schild, das im dunklen Schaufenster hängt. „Wir hoffen alle, dass es schnell weitergeht“, sagt Kranz. „Aber“, sagt sie und blickt aus ihrem kleinen Geschäft die Straße hinunter, „es geht nicht weiter. Hier ist seit Wochen abgesperrt, aber nichts passiert.“ Das erinnere sie an den Berliner Flughafen oder an die Elbphilharmonie, wo auch länger nicht gearbeitet worden sei. Doch das ist nicht ganz richtig: An der Einmündung „Auf der Lindenhöhe“ legen einige Bauarbeiter Pflaster.

Händler müssen durchhalten

Auch Bashkin Terziqi, Franchise-Nehmer der „Wiener Feinbäckerei“, gibt Durchhalteparolen zum Besten. „Was soll ich machen? Ich werde meine Bestellungen reduzieren und hoffen, dass die Anwohner an mich denken und weiter bei mir einkaufen.“ Er wünscht, dass ihm genug Einnahmen bleiben, um den Laden halten zu können.

Und Diana Dietrich, Inhaberin der „Oil“-Tankstelle, befürchtet, dass sie noch mehr Umsatz einbüßen wird als bislang schon der Fall – „und da waren es rund 50 Prozent“. Wenn die Straße gesperrt werde, kämen nur noch Stammkunden, die den Weg trotz der Umleitung finden. Die Umleitung führt an der Tankstelle vorbei: von der Körberstraße in die Dehnhardtstraße (parallel zur Eschersheimer) und dann über die Straße Am Lindenbaum zurück zur Eschersheimer Landstraße.

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