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Unterwegs mit Politikern: Haustürwahlkampf: Die Jagd nach Wählerstimmen

Von Dieses Jahr ist er das beliebteste Mittel der Parteien, um Bürger zu erreichen: der Haustürwahlkampf. Wir waren mit Politikern von CDU, SPD und Grünen im Wahlkreis 183 unterwegs.
CDU-Kandidatin Bettina Wiesmann (links) sucht mit Wahlkampfhelfer Leopold Born das Gespräch. Foto: Leonhard Hamerski CDU-Kandidatin Bettina Wiesmann (links) sucht mit Wahlkampfhelfer Leopold Born das Gespräch.
Frankfurt. 

Haustürwahlkampf. Was kann man sich darunter vorstellen? Klingeln, hoffen, dass jemand aufmacht, Hallo sagen, Flyer abgeben? Nicht nur, denn die Parteien stehen schließlich vor der Tür, weil sie die Bürger erreichen wollen. Sie haben das Ziel, die Menschen zu bewegen, am Sonntag wählen zu gehen – am liebsten natürlich ihre jeweilige Partei.

„Es macht unheimlich Spaß mit den Leuten persönlich in den Kontakt zu treten“, erklärt SPD-Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen zwischen zwei Türen. „Aber das ist nicht für jeden was, man muss das auch wirklich wollen.“ Wir stehen in einem Hochhaus in der Nähe des Hauptfriedhofs. In der Gegend ist Ulli Nissen zusammen mit sieben weiteren Wahlkämpfern unterwegs. „Meistens sind es acht Leute, die sich in vier Teams aufteilen. Wenn es möglich ist, sind wir jeweils ein Mann und eine Frau.“ Bevor sich eine Tür öffnet, sagt sie noch: „Es ist wichtig, dass man weiß, was man sagen will.“ Dann überreicht Nissen einen Flyer. Zusammen mit einem Kugelschreiber, einem beliebten Mitbringsel.

Ein solches Geschenk hält auch die Konkurrentin Bettina Wiesmann von der CDU bereit: „Wenn Sie am Sonntag wählen, müssen Sie ein Kreuz machen oder auch zwei – und dafür brauchen Sie einen Stift“, sagt sie zu jedem Bürger, der ihr die Wohnungstür öffnet.

Das sind die Kandidaten der Parteien

Außer der SPD, CDU und den Grünen treten auch die anderen Frankfurter Parteien mit ihren Kandidaten bei der Bundestagswahl an. Im Wahlkreis 182, der den Frankfurter Westen und Mitte umfasst,

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Nach dieser „Gesprächseröffnung“ verlaufen die Begegnungen mit „dem Wähler“ durchaus unterschiedlich. Manchmal wird nach einem „Danke. Schönen Abend noch“ schnell wieder die Tür zugeschlagen. Doch es gibt auch die Situation, dass Leute sagen, sie haben kein Interesse an der jeweiligen Partei. Oder aber sie suchen aktiv das Gespräch. „Viele sind erstmal verwundert, wenn man persönlich vor der Tür steht“, berichtet Wiesmann.

Die Fragen der Bürger sind meist persönlicher Natur, ist die Erfahrung von Wahlkämpfer Jürgen Krämer, der um Stimmen für den Grünen-Kandidaten Omid Nouripour wirbt. „Das sind Themen wie Bildung, Rente oder auch mal der kaputte Fahrstuhl.“

Nur einmal klingeln

„Das Schwierigste ist es, in die Häuser zu kommen. Gegensprechanlagen sind eine große Hürde“, sagt Krämer weiter. Er ist mit einem Team rund um die Eschersheimer Landstraße unterwegs. Hat er sich Zutritt verschafft, gibt es wie bei allen Parteikämpfern einen Plan: „Immer von oben nach unten.“

Nach dem Einkauf im Hausflur angetroffen: SPD-Kandidatin Ulli Nissen stellt sich vor. Bild-Zoom Foto: Leonhard Hamerski
Nach dem Einkauf im Hausflur angetroffen: SPD-Kandidatin Ulli Nissen stellt sich vor.

Also erst einmal alle Treppenstufen hinauf und dann Etage für Etage hinab. An jeder Tür wird geklingelt. „Aber nur einmal. Sonst ist das zu aufdringlich. Man selbst will ja auch mal nicht gestört werden“, ist die parteiübergreifende Meinung der Wahlkämpfer. Sie alle sind geschult, wissen, was beim Tür-zu-Tür-Wahlkampf funktioniert und was nicht, was sie womöglich erwartet.

Eine der wichtigsten Regeln ist: Nicht die Wohnung betreten. Die Parteien gehen unter der Woche zwischen 17.30 Uhr und 20 Uhr auf Klingeltour. „Da erreichen wir die meisten zu Hause, aber es kommt wirklich auf den Stadtteil an, wie viel Erfolg man hat. Es unterscheidet sich von Straßenzug zu Straßenzug“, berichtet CDU-Wahlkämpfer Leopold Born.

Lustige Situationen

Manche Menschen machen nicht auf, andere rufen durch die Tür, wieder andere stehen nur mit einem Handtuch oder Bademantel bekleidet da, putzen die Zähne oder telefonieren. „Man erlebt lustige Situationen, wenn man so von Tür zu Tür geht“, berichtet Ulli Nissen. Wer nicht zu Hause ist, bekommt den Partei-Flyer vor die Tür oder in den Briefkasten gelegt.

„Hallo, Frau Wiesmann“, begrüßt Katja Förster die CDU-Kandidatin. „Es ist wirklich schön, wenn man erkannt wird“, gibt die Kandidatin offen zu. Sie ist mit ihrem Team rund um den Parlamentsplatz unterwegs und klopfte im Wahlkampf bisher an insgesamt etwa 400 Türen. Sie und ihr Team nutzen dabei die App „connect17“, die festhält, wie viele Türen geöffnet wurden und wie Bürger auf die Ansprache reagiert haben. So machen es auch die Grünen, allerdings auf Papier. Bei der SPD werden pro abgelaufenem Bereich die Reaktionen der Wähler notiert.

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