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Heerstraße wird später fertig

Die Anwohner haben es schon länger befürchtet. Nun ist es gewiss: Die Bauarbeiten für den ersten Abschnitt der neuen Heerstraße werden in diesem Jahr nicht mehr fertig. Doch die Praunheimer fürchten sich noch viel mehr vor den Problemen, die der zweite Bauabschnitt mit sich bringt.
Bagger, weitere Maschinen und Bauarbeiter sind mit der Sanierung der Heerstraße beschäftigt. Bagger, weitere Maschinen und Bauarbeiter sind mit der Sanierung der Heerstraße beschäftigt.
Praunheim. 

Die Bauarbeiter sind am Werk, die Bagger rollen. Seit Juni wird die Heerstraße saniert. Die Hauptverbindungsstraße im Nordwesten ist seitdem zwischen Ludwig-Landmann-Straße und Stierstädter Straße gesperrt, der Verkehr rollt durch das neue Gewerbegebiet. Bis Weihnachten wollte die Quadro Immobilienentwicklungsgesellschaft, die den ersten Teil des angrenzenden Gewerbegebiets erschließt und diesen Teil der Heerstraße erneuert, fertig sein. Doch daraus wird nichts - wie es Fred Illenberger, Vorsitzender des Siedlervereins Praunheim, bereits im Sommer befürchtet hatte.

Quadro spricht jetzt von Ende Februar als Termin für die Fertigstellung. Wieder sollen es Leitungen sein, die für die Probleme verantwortlich sind. Die hatten schon den Baubeginn erheblich verzögert. „Am Straßenbau liegt es nicht“, sagt Quadro-Projektleiter Florian Langstrof. Aber auch der verschiebe sich nun nach hinten.

Trotzdem ist Illenberger mit dem ausführenden Unternehmen recht zufrieden. „Denen kann man nicht die Schuld geben. Für die Leitungen sind sie ja nicht zuständig“, sagt der Vorsitzende des Siedlervereins. Zudem lobt er seit jeher die Kommunikation und die Zusammenarbeit mit der Firma. So habe es heftige Kritik wegen des Drecks und der Staubwolken gegeben. „Wenn es trocken war, haben sie daraufhin gesprüht“, lobt Illenberger. Dieses Problem sei nun aber sowieso aus der Welt. „Jetzt haben wir eher mit dem Schlamm zu kämpfen.“ Besonders ältere Menschen hätten damit beim Passieren der Baustelle so ihre Schwierigkeiten.

Wetter kommt dazu

Laut Illenberger habe zudem eine Zeit lang das Leeren der Gelben Tonnen nicht funktioniert. Davon habe er aber nichts mehr gehört. Und auch Quadro sind keine Fälle bekannt. All das ändert aber nichts daran, dass er auch an den neuen Fertigstellungstermin des ersten Bauabschnitts Ende Februar nicht so recht glauben mag. „Jetzt kommt das Wetter dazu“, sagt der Vorsitzende des Siedlervereins. Das größte Problem sei der Frost, berichtet Langstrof, der dieses Risiko natürlich auch sieht. „Der Schotter ist aber schon drin“, sagt der Projektleiter. Dessen Verlegung sei das größte Problem bei Minusgraden. „Eine Asphaltdecke können wir auch dann machen.“

Illenbergers Skepsis ist aber nicht nur wegen des Wetters durchaus begründet. Denn im Zeitplan ist an der Heerstraße und im anliegenden ersten Teil des Gewerbegebiets nördlich der Heerstraße längst nichts mehr. Zunächst verzögerten undokumentierte Leitungen im Boden den Bau der Verlängerung der Ludwig-Landmann-Straße, dann der kalte Winter. Diese Verlängerung war aber sowohl als Umleitung für die Heerstraße als auch als Erschließung für das Gewerbegebiet zwingend erforderlich - zumindest, wenn man, wie Quadro es immer betonte, die Belastungen für die Anwohner möglichst erträglich gestalten wollte.

Somit startete die Sanierung des ersten Abschnitts der Heerstraße fast ein Jahr später als ursprünglich vorgesehen. Der neue Rewe-Markt, dessen Spatenstich am Donnerstag gefeiert wurde (wir berichteten), sollte jetzt eigentlich schon in Betrieb gehen. Das schadet übrigens auch Quadro. „Alles, was länger dauert, kostet uns Geld“, sagte Langstrof bereits im Juni.

Stadt baut zweiten Teil

Geld nimmt auch die Stadt in die Hand, rund 4,8 Millionen Euro, wie Gabriele Dehmer, Leiterin des Amts für Straßenbau und Erschließung mitteilt. Denn im kommenden April soll der zweite Bauabschnitt in Richtung Alt-Praunheim beginnen. Und den fürchtet Illenberger sowieso mehr. „Das wird schlimmer“, verweist er auf die dann halbseitige Sperrung der Heerstraße mit Ampelregelung. Unter anderem rechnet er mit Schleichverkehr durch den Damaschkeanger, wo dann ebenfalls die Baustelle beendet sein wird. Illenberger fordert daher, dass nur Anliegerverkehr zugelassen und dies auch kontrolliert wird.

Vor allem aber fürchtet Illenberger lange Staus an der Ampel. Denn die gebe es schon jetzt. „Auch der neue Kreisel hat nicht geholfen.“ Es helfe nur die Ortsumfahrung Praunheim. Doch die ist umstritten - und wird sicher nicht während des zweiten Bauabschnitts vom Himmel fallen.

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