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Brauerei: "Henninger Märzen": Jetzt hat der Turm sein eigenes Bier

Vor 42 Jahren hat sich Peter Winter dem deutschen Reinheitsgebot für Bier verschrieben. Jetzt hat er mit seinem Team eine neue Biersorte kreiert: das "Henninger Märzen".
Erster Braumeister Peter Winter ist stolz auf das bernsteinfarbene Märzen, das er mit seinem Team kreiert hat und sehr würzig schmeckt. Foto: Leonhard-Hamerski Erster Braumeister Peter Winter ist stolz auf das bernsteinfarbene Märzen, das er mit seinem Team kreiert hat und sehr würzig schmeckt.
Frankfurt. 

Langsam lässt Peter Winter das bernsteinfarbene Märzen ins Glas fließen. Er riecht daran, nimmt einen kleinen Schluck und nickt zustimmend. „Das ist unser neues Henninger Märzen. Es ist sehr süffig und kräftig, mit einem schönen Malzaroma“, sagt er. Dieses Bier hat der Erste Braumeister von Binding und Henninger mit seinem Team kreiert – es kommt aber nicht in den freien Verkauf. „Ausgeschenkt wird es nur im Brauhaus ,Henninger am Turm‘“, sagt Winter. Als Kooperation mit dem erst im vergangenen November eröffneten Gastronomiebetrieb am Fuß des neuen Henninger Turms entwickeln die kreativen Köpfe der Binding vier Biere pro Jahr, die es nur im „Henninger am Turm“ gibt.

Aufgeregt, wie seine neue Kreation ankommt, ist der Braumeister auch nach 42 Jahren im Geschäft noch. „Es ist wie bei einem Konzert, wenn der Künstler gespannt auf die Reaktion des Publikums ist“, sagt der 58-Jährige. Neue Rezepturen probiert er zunächst in der kleinen Manufactur auf dem Brauereigelände aus. Bis zu zehn Testläufe für ein neues Rezept sind nötig, bis Winter zufrieden ist.

Seit 30 Jahren am Berg

Jedes Bier, das in den Verkauf kommt, ist zuvor mindestens viermal probiert worden. „Jeden Morgen um halb neun probieren wir Braumeister immer das frisch vergorene und das frisch abgefüllte Bier“, sagt Winter.

1976 hat er seine Ausbildung in der Henninger-Brauerei begonnen, die inzwischen mit der Binding-Brauerei vereint ist. Seit nunmehr 30 Jahren arbeitet er am Sachsenhäuser Berg. „Dazwischen habe ich eine Zeit lang in München gelebt und gearbeitet“, sagt Winter. „Aber das Frankfurter Bier ist besser“, ist er sich sicher. Zwar würden viele bei traditionellem, deutschem Bier zunächst an München oder Dortmund denken. Doch die Frankfurter Braugeschichte müsse sich dahinter nicht verstecken. „Auch hier am Sachsenhäuser Berg gab es in der Hochzeit zwölf oder 13 Brauereien“, erklärt er.

Bierverkostung im Brauhaus zu gewinnen

Die Binding-Brauerei verlost zusammen mit dem Brauhaus „Henninger am Turm“ 50 mal zwei Karten für eine Bierverkostung am Tag des Bieres.

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Auf den beiden großen Abfüllanlagen der Binding können 120 000 Flaschen pro Stunde produziert werden. Insgesamt lagert so viel Bier auf dem Brauerei-Gelände, dass es, würde jeder erwachsene Frankfurter täglich 0,3-Liter trinken, 52 Tage reichen würde.

Etwa fünf Wochen dauert es, bis das Bier fertig ist. Zunächst wird das Malz in der Schrotmühle gemahlen, bevor es mit Wasser zur sogenannten Maische vermischt wird. Danach werden die festen Bestandteile der Maische von den flüssigen getrennt. „Der flüssigen Würze wird dann der Hopfen zugegeben“, sagt Winter. Je mehr Hopfen, desto herber wird das Endprodukt. Nach kurzer Kühlung geht es weiter in den Gärtank. Dort wandelt hinzugegebene Hefe den Malzzucker in Kohlensäure und Alkohol um. „Danach lagert das Bier etwa vier Wochen. Da reift das Bier dann richtig aus“, sagt Winter. Klare Biersorten, wie Pils oder Export, werden noch filtriert. In naturtrübem Hefeweizen etwa bleibt die Hefe enthalten.

Ein Handwerk

„Obwohl Bierbrauen mittlerweile ein sehr technischer Prozess ist, ist es auch immer noch ein Handwerk“, sagt Winter. Schließlich brauche es für ein gutes Bier nicht nur beste Rohstoffe, sondern auch einen erfahrenen Bierbrauer. Was für ihn das besondere an seinem Beruf ist? „Dass man aus nur vier natürlichen Zutaten, Wasser, Malz, Hopfen und Hefe, so viele verschiedene Biere herstellen kann“, sagt er. „Das finde ich sehr faszinierend. In Deutschland gibt es mehr als 6000 Biersorten und alle werden nur aus den vier Zutaten, also nach dem Reinheitsgebot, gebraut.“

Bilderstrecke Was für ein Ausblick! Frankfurter erkunden neuen Henninger Turm
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Rund 2000 angemeldete Gäste holen im Mai den abgesagten Besuch des Henninger Turms zur Langen Nacht der Museen nach. Die ersten Besucher durften das 140 Meter hohe Wohnhaus mit Fassaufsatz an diesem Wochenende bewundern – einige erinnern sich sehnsuchtsvoll an die Zeit im „alten“ Turm.140 Meter hoch ragt das neue Wahrzeichen der Stadt in den Himmel. Die ersten Bewohner sollen noch in diesem Jahr einziehen, das Restaurant Ende des Jahres eröffnen.Skyline hinter Gittern: Vom Baustellen-Aufzug aus reicht der Blick Richtung Norden bis zum Taunus.

Das „Henninger Märzen“ wird ab dem 23. April, dem „Tag des Bieres“, im „Henninger am Turm“ (Hainer Weg 58) ausgeschenkt. Die zweite Biersorte, die Winter und sein Team für das Brauhaus kreieren, ist gerade noch in der Mache. „Ich denke, dass es ein leichtes, sommerliches Bier wird“, sagt der 58-Jährige. „Passend zu den Bieren stellen wir auch eine Speisekarte zusammen“, erklärt Brauhaus-Chef Andreas Niggehoff. Welche Speisen am besten zum Henninger Märzen passen? „Etwas deftiges wie Knödel und Gulasch in einer leckeren Biersauce“, sagt Braumeister Winter.

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