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Erzieherstreik ist beendet: Heute sind wieder alle Kitas geöffnet

Von Familien können aufatmen: Alle Kitas sind ab heute wieder offen, der Erzieherstreik ist beendet. Seine Kosten zu ermitteln, ist aufwendig.
Ab heute können Eltern ihre Kinder wieder in die städtischen Kitas bringen. Ab heute können Eltern ihre Kinder wieder in die städtischen Kitas bringen.
Frankfurt. 

Wohnzimmer als Krabbelstuben, Eltern als Ersatz-Erzieher im Kindergarten – mit viel Kreativität haben die Frankfurter drei Wochen Kita-Streik gemeistert. Umso größer die Erleichterung, dass von heute an alle Einrichtungen des stadteigenen Betriebs Kita Frankfurt und auch der Awo wieder regulär geöffnet sind. Der Streit um die Einstufung der Erzieherinnen und Sozialarbeiter in höhere Tarifgruppen des öffentlichen Dienstes soll nun in einer Schlichtung entschieden werden.

 

Höhere Gewalt

 

Derweil hat der Streik einen Streit ausgelöst: Steht den Eltern für die Streiktage eine Rückerstattung der Gebühren zu? Die Stadt sagt nein. Lediglich das Essensgeld will sie zurückzahlen. „Unsere Amtsjuristen sagen eindeutig, dass es sich bei einem Streik um höhere Gewalt handelt. Auch der Hessische Städte- und Gemeindebund hat bestätigt, dass es keine Rückerstattung geben muss“, verteidigte Elke Voitl, Referentin der zuständigen Bildungsdezernentin Sarah Sorge (Grüne), die Verweigerung. Außerdem habe man es mit dem Notdienst sehr pragmatisch gehalten. „Wir haben den Eltern einfach gesagt: Bringt Eure Kinder. Jetzt nachzurechnen, wer wann wo war, das wäre enorm aufwendig.“

Den Vorwurf, die Stadt würde auf diese Weise vom Streik profitieren, weist Voitl zurück: „Personalkosten, die an den Streiktagen nicht gezahlt wurden, verwenden wir doch nicht für andere Zwecke. Sie bleiben im Personaletat.“ Und wenn es tatsächlich zu einer Gehaltserhöhung für die Erzieherinnen kommt – was die Stadt begrüßen würde –, wäre nicht nur das kleine Polster schnell weg.

„In Frankfurt sind anders als in mancher Umland-Kommune die Kita-Gebühren sehr niedrig. Es gäbe von den Gebühren nur den Personalanteil zurück, das sind keine großen Summen“, so Voitl. Der Höchstsatz für einen Kitaplatz liegt in Frankfurt bei 148 Euro im Monat, 7,40 Euro pro Tag. Viele Eltern zahlen weniger. Krabbelstubenplätze sind im Monat um 50 Euro teurer.

 

Stapelweise Briefe

 

„Wir haben Verständnis dafür, wenn Eltern in der Rückforderung die einzige Möglichkeit sehen, ihren Unmut über den Streik und die Haltung der Arbeitgeber auszudrücken“, sagte dazu Daniela Wehrstein, Vorsitzende des Gesamtelternbeirats von Kita Frankfurt. Dennoch haben die Elternvertreter nicht dazu geraten, Ansprüche geltend zu machen. „Unser Fokus liegt auf der inhaltlichen Auseinandersetzung, darauf, wie wir die Beschäftigten unterstützen können.“

Die bürokratische Auseinandersetzung mit dem Streik steht im Dezernat und bei Kita Frankfurt an: Sorge muss Stapel von Briefen beantworten, die Eltern während des Streiks an sie geschickt haben. Zudem müssen die Überstunden der Erzieherinnen abgerechnet werden, die die Notdienste leisteten. Ausgefallene Fortbildungen und andere Veranstaltungen müssen bezahlt und neue Termine dafür gefunden werden.

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