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TSG Oberrad: Hier rollt bald die letzte Kugel

Von Enge Platzverhältnisse beim Sportverein, eine laute und langgezogene Einkaufstraße sowie eine im April beginnende Großbaustelle: Den Oberrädern drückt derzeit mehr als nur ein Schuh. Davon hat sich die CDU selber ein Bild gemacht – bei einem Rundgang durch den Stadtteil.
Restaurant-Inhaber Kai Abicht will, dass die Offenbacher Landstraße attraktiver für Kunden wird. Foto: Heike Lyding Restaurant-Inhaber Kai Abicht will, dass die Offenbacher Landstraße attraktiver für Kunden wird.
Oberrad. 

Die TSG Oberrad ist kreativ. Muss sie auch sein, denn Turnhallen oder Gymnastiksäle fallen nicht vom Himmel. Doch der Verein braucht mehr Platz, weil die Mitgliederzahlen stetig steigen. Zählte die TSG 1984 noch 600 Mitglieder, so sind es heute schon doppelt so viele. Mehr Raum gibt es trotzdem nicht. Deswegen war es auch ein wenig eng, als die CDU-Fraktion im Römer samt einiger Oberräder durch die engen Gänge im Keller unter der TSG-Turnhalle wandelte. Mehrere Ecken liefen die Christdemokraten in Frankfurts südöstlichstem Stadtteil ab, um zu schauen, wo den Oberrädern der Schuh drückt.

Die Räume unter der Turnhalle, die übrigens im Besitz der TSG und nicht der Stadt sind, wurden bereits umgebaut, jeder Zentimeter genutzt. An den Wänden und der Decke hängen Klettergriffe in allen Farben, in einer Ecke stehen Fitnessgeräte, dahinter öffnet sich die Tür zum Jägersaal. „Hier war bis vor einigen Jahren noch ein altes Reinigungsbad aus der Nachkriegszeit. Wir haben es komplett entkernt und können nun noch mehr Pilates-, Fitness- und Yogakurse anbieten“, erklärte der TSG-Vorsitzende Uwe Hornung. Der Jägersaal war das letzte große Projekt des Namengebers und Bauingenieurs Wolfgang Jäger, der dem Verein bis heute eng verbunden ist. Auch dank ihm sei der Keller jetzt „ein kleines, feines Reich der Sportfreunde der gepflegten Muskulatur“.

Für Sportdezernent Markus Frank (CDU) ist die TSG Oberrad das beste Beispiel für „die Nischennutzung von Flächen“. Beeindruckt ist er von dem Engagement, das der Verein an den Tag legt, betont er, während er durch die engen Kellergänge schlendert. 500 000 Euro hat die TSG in den vergangenen 20 Jahren in Umbau- und Sanierungsmaßnahmen gesteckt. 35 Prozent der Kosten wurden von der Stadt übernommen – in Form von Fördergeldern. Hallendach, Fenster und Heizungsanlage konnten so erneuert werden, noch in diesem Jahr soll der Hallenboden von 1959 ausgetauscht werden.

Neue Möglichkeiten

Damit aber nicht genug – auch für 2018 hat die TSG Oberrad große Pläne: Die alte Kegelbahn im vereinseigen Haus samt Gaststätte neben der Sporthalle wird verschwinden. 200 Quadratmeter zusätzliche Fläche schafft der Verein so, um seine Angebote noch mehr ausweiten zu können. „Kegeln ist eine aussterbende Sportart. 15 Kegler kommen vielleicht noch im Moment, und das auch nicht regelmäßig“, so Uwe Hornung. Das sei zwar schade, eröffne dem Verein aber auch ganz andere Möglichkeiten.

Mehr und vor allem bessere Möglichkeiten wünschen sich auch die Gewerbetreibenden entlang der Offenbacher Landstraße – der Einkaufsstraße in Oberrad. Denn dort ist es alles andere als idyllisch, im Sekundentakt brettern Autos über das Kopfsteinpflaster, alle fünf Minuten rattert eine Straßenbahn vorbei. Ein Gespräch ist kaum möglich. Das werde aber besser, versprach Markus Frank. Mit der 1,5 Millionen Euro teuren Sanierung der Straße zwischen „Scheerengasse“ und „Buchrainplatz“, die am 24. April beginnt. Flüsterasphalt soll für mehr Ruhe sorgen. Das beruhigt die ansässigen Geschäftsinhaber nur wenig. Vielmehr haben sie Angst um die ohnehin schon rar gesäten Parkplätze.

„Während der Bauarbeiten verschwinden die Stellplätze, vielleicht kann man irgendwo neue einrichten. Man kommt so schon kaum zu unseren Läden“, klagte Hermann Schöninger, Filialleiter der „Bäckerei Eifler“ in der Offenbacher Landstraße 311 beim Rundgang. Ebenso müsse für den Umleitungsverkehr eine Lösung gefunden werden, immer mehr Autos nutzen Feldwege, um schnell zu ihrem Ziel zu kommen. „Wir sind nicht gegen den Umbau, sondern auf der Suche nach einem Kompromiss“, so Schöninger.

Kein Einkaufsspaß

Den habe es bereits gegeben, meinte der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Prinz zu Löwenstein. Indem die Straße in mehreren Abschnitten und nicht in Gänze saniert werde. Trotzdem wollen die Gewerbetreibenden dran bleiben. „Wir brauchen Spaß am Einkaufen – der geht hier immer mehr verloren“, schimpfte Kai Abicht, Inhaber des Restaurants „Grüne Soße und Mehr“, als die nächste Straßenbahn vorbeirattert.

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