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Harheims grünes Kinder-Paradies: Hier wird Natur zum Abenteuer

Von Seit zwei Jahren machen das Kinderzentrum In den Schafgärten und die benachbarte Grundschule ihr Außengelände am Eschbach mehr und mehr zum Abenteuerreich für Kinder.
Cornelia Sammet baut mit Thomas (4) ein weiteres Insektenhotel. Foto: Salome Roessler Cornelia Sammet baut mit Thomas (4) ein weiteres Insektenhotel.
Harheim. 

Nur ganz kurz, sagt Rüdiger Lohmann, können sie die Klappe vor dem Guckloch am selbst gebauten Bienenkasten abnehmen. Emma, die fix hineinschaut, nickt dem Erzieher wissend zu: „Weil die Bienen es dunkel mögen. Wenn es hell ist, werden sie aufgeregt und wollen ausfliegen“, erklärt die Sechsjährige. Zu kleinen Bienenexperten sind Emma und die anderen Kinder der Waldkindergartengruppe des Kinderzentrums (Kiz) in Harheim mittlerweile geworden. Sind sie doch drei Tage pro Woche draußen auf dem großen Außengelände, das sich die Kita mit der Grundschule teilt.

Kinder bohren und sägen

In den vergangenen zwei Jahren haben Erzieher, Lehrer, Kinder und Eltern viel Zeit und auch Geld – der Förderverein etwa hat mehrere Bäume gespendet – investiert, um aus den verwahrlosten Gärten nördlich der Grundschule ein grünes Paradies zu machen. „Vieles haben wir mit den Kindern zusammen gebaut, vor allem mit den Hortkindern“, erzählt Erzieher Hazem Tony. Ihr neuestes Werk: ein großes Insektenhotel, zwei Mal zwei Meter groß. Gebaut haben es Hortkinder, Kindergartenkinder befüllen es nun mit unterschiedlichen Materialien. „Auch die Terrasse um den Bauwagen, eine Schuppenwand und den Bogenschießstand haben Hortkinder gebaut. Mit Säge, Akkuschrauber und Bohrmaschine können sie umgehen“, sagt Tony stolz.

Anders als in reinen Waldkindergärten, die ohne festes Gebäude ihre Kinder nur bis 14.30 Uhr betreuen dürfen, wird die Waldgruppe bis 17 Uhr beaufsichtigt, sagt Kiz-Leiter Dietmar Gutjahr. „Sie sind drei Tage pro Woche draußen und Frühstücken auch im Grünen.“ Den Morgenkreis, ein gemeinsames Begrüßungsritual, veranstalten sie unter einem großen Zeltdach, direkt bei den vier Bienenstöcken. „Wir sitzen hier auf Baumscheiben. Die Jungen wollen immer neben die Bienen, aber das sollen sie nicht“, erklärt Emma. Das eine Bienenvolk sei neu und müsse sich erst an die Kinder gewöhnen, erklärt Lohmann.

Das Imkern und den Umgang mit Bienen habe er auch erst vor zwei Jahren gelernt, quasi zusammen mit den Kindern, sagt Lohmann. Nicht nur Kindergartenkinder führt er nun an den Umgang mit den kleinen Honigproduzenten heran: Das Kiz betreut mehr als 120 Grundschulkinder nach Unterrichtsschluss, die natürlich auch das Gartengelände mit den Bienen nutzen. Außerdem leitet Lohmann die Bienen-AG der Grundschule.

Viel zu entdecken

„Hier gibt es soviel zu entdecken und zu tun, dass die Kinder gar kein Spielzeug benötigen. Das ist ein großes Abenteuergelände für Kinder“, sagt Gutjahr. Der vordere Teil ist eine große Wiese, auf der eine kleine Kletterburg, der Schuppen, ein Bauwagen als „Dach überm Kopf“ für schlechtes Wetter, ein großer Grillplatz und ein Kletterseil sind. Am Waldrand steht das Holzgerüst eines Indianer-Tipi. „In der nächsten Wochen bauen wir zwei weitere Tipis, zusammen mit Eltern und mit Condor-Mitarbeitern bei deren Social Day“, sagt Gutjahr. Mit Bogenschießen, einem Barfußpfad im Wald und einem Lagerfeuer entsteht hier ein kleines Indianerdorf.

Hinter der Wiese sind die Bienen untergebracht und dahinter geht es in einen kleinen Wald und hinunter zum Eschbach. „Die Kinder können hier herumlaufen, natürlich unter Aufsicht. Am Bach wollen wir gerne einen kleinen Strand anlegen, mit den Kindern Dämme bauen“, sagt Tony.

Nicht nur die Kita nutzt das Außengelände intensiv, sondern auch die Schule, sagt Gutjahr. Kein Wunder, ist doch deren Schulhof mit dem Bau neuer Unterrichtsräume und einer Mensa deutlich geschrumpft. Nicht nur in den Pausen nutzen die Schulkinder das Außengelände, sondern auch im Unterricht: Sie pflanzen Kräuter, Blumen und Zucchini oder halten unter dem Zeltdach neben den Bienenstöcken Schulstunden ab.

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