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Pläne fürs Neubaugebiet Hilgenfeld am Frankfurter Berg vorgestellt: Hierhin ziehen 2200 Menschen

Von Überall sucht die Stadt nach Flächen für Wohnungen. Im Hilgenfeld am Frankfurter Berg ist sie fündig geworden. Das bereits bestehende kleine Baugebiet wird erweitert. Zusammen mit den Stadtteilpolitikern Gero Gabriel (CDU) und Stephan Kuhn (SPD) hat sich die FNP die Pläne einmal genau angeschaut.
Rechts unten auf dem Bild ist die bisherige Bebauung zu erkennen. Der überwiegende Teil des Areals ist noch unberührt. 2019 sollen die Arbeiten beginnen. Bilder > Rechts unten auf dem Bild ist die bisherige Bebauung zu erkennen. Der überwiegende Teil des Areals ist noch unberührt. 2019 sollen die Arbeiten beginnen.
Frankfurter Berg. 

Das erste, das Stephan Kuhn am Siegerentwurf des Ideenwettbewerbs für das Neubaugebiet Hilgenfeld zwischen Frankfurter Berg und Bonames auffällt: „Der neue Teil des Quartiers ist sehr schön an den Bestand angebunden. Man muss zwei Mal hinschauen, damit man erkennt: Hier ist der alte, dort der neue Teil.“ Seit zehn Jahren leben dort, westlich der Homburger Straße im Niddatal, bereits rund 800 Menschen. Nun sollen in einem zweiten Bauabschnitt 850 weitere Wohnungen für etwa 2200 Menschen hinzukommen. Wie dies geschehen kann, ließ die Stadt sich in einem Ideenwettbewerb von neun Planungsgruppen vorschlagen. Im Foyer des Planungsdezernats, wo die Entwürfe noch bis Montag, 30. Januar, zu sehen sind, machten sich Kuhn, der für die SPD im Ortsbeirat 10 sitzt, und der CDU-Fraktionsvorsitzende Gero Gabriel ein Bild von den Planungen.

Auch persönlich haben beide einen Bezug zum geplanten Baugebiet: Kuhn war einst drauf und dran, im ersten Bauabschnitt selbst ein Haus zu kaufen. Und Gero Gabriel ist im Präventionsrat und im Vereinsring Frankfurter Berg aktiv. „Schön ist auch, dass beim Siegerentwurf zwischen den Häusern viel Grün ist. Es gibt Nachbarschaftsplätze mit Bäumen. Das ist es doch, was vielen etwa in Bornheim so gut gefällt, das schafft Lebensqualität“, sagt Kuhn.

Ein Sieger

Neun Gruppen aus Stadtplanern und Landschaftsarchitekten hatte die Jury im Auftrag der Stadt zum Ideenwettbewerb eingeladen. Gewonnen haben Thomas Schüler Architekten Stadtplaner aus Düsseldorf zusammen mit Faktorgrün Landschaftsarchitekten aus Freiburg. Einen zweiten Platz gab es nicht, dafür aber zwei dritte Plätze. Daraus, dass die Entscheidung für den Sieger einstimmig war und es keinen zweiten Platz gab, könne man ablesen, wie gut das Sieger-Team die Vorgaben der Stadt umgesetzt habe, sagt Michael Theis, der das Baugebiet im Stadtplanungsamt betreut.

Beim Siegerentwurf führt eine zentrale Erschließungsstraße von der Homburger Landstraße im Osten bis ganz in den Westen des Neubaugebiets. „Unsere Vorgabe war, dass das Quartier nur über die Homburger Landstraße erschlossen wird.“ Eine andere Vorgabe, dass ein Bus in die Siedlung fährt und an zentraler Stelle – im Entwurf von Schüler/Faktorgrün am zentralen Quartiersplatz – hält.

Das Wohngebiet sei auch gut durchmischt, sagt Gero Gabriel. Geplant sind hier 30 Prozent geförderter Wohnungsbau sowie 10 bis 15 Prozent besondere Wohnformen wie etwa Genossenschaften oder Mehrgenerationenwohnen. „Diese Nutzungen werden nicht an einer Stelle zusammengelegt, sondern sind über das ganze Quartier verteilt. Das sorgt für eine Mischung, die es am Frankfurter Berg mit seinen Hochhäusern einerseits und den Reihenhäusern andererseits ja schon gibt.“ Diese „größtmögliche Vielfalt“ der Bebauung sei auch ein Grund gewesen, warum die Jury Schüler und Faktorgrün den ersten Preis verlieh, erklärt Theis.

Zentral auf der Südseite planen Schüler/Faktorgrün im einzigen größeren Block neben einer Kita auch die Ansiedlung von Läden und Ärzten. „Das wäre wichtig, da wir ja wissen, wie schwer es ist, in Berkersheim den fehlenden Arzt zu ersetzten“, sagt Kuhn. Und auch am Frankfurter Berg gehe einer der beiden Allgemeinmediziner in einigen Jahren in den Ruhestand, sagt Gabriel. Doch das könne nur ein Vorschlag sein, betont Theis: Einem Investor vorschreiben, Räume für Geschäfte und Ärzte zu reservieren, könne die Stadt nicht. „Das gibt das Baurecht nicht her.“

Neben viel Positivem, etwa dass es grüne Trassen gibt, die in die zur Bonameser Straße führenden Feldwege münden, oder dass die privaten Parkplätze in Tiefgaragen verschwinden, haben Kuhn und Gabriel aber auch Bedenken. Ob es nicht sinnvoll sei, eine zweite Zufahrt von Norden ins Quartier zu führen, fragt etwa Kuhn. „Eine einzelne Zufahrt hat zur Folge, dass jene, die dort wohnen, den gesamten Verkehr ertragen müssen.“ Über eine zweite Anbindung an die Bonameser Straße könnte auch der Bus schnell das Quartier wieder verlassen, schlägt Gabriel vor. „Das Niddatal nördlich des Hilgenfelds steht unter Landschaftsschutz“, erklärt Theis. Eine Straße sei dort nicht machbar.

Brücke ist wichtig

Eine anderes Thema ist für Gabriel die Verbindung zu den Quartieren des Frankfurter Bergs nördlich der Gleise, etwa zur Albert-Schweitzer-Grundschule. Nur drei der neun Entwürfe hätten eine Brücke über die Gleise als zweite Querung außer jener am S-Bahnhof vorgesehen. Die Brücke sei von der Stadt nicht gefordert worden, „sie wurde aber auch nicht ausgeschlossen“, sagt Theis. Über den Ortsbeirat wollen Gabriel und Kuhn die Stadt auffordern, eine solche Brücke einzuplanen – und zwar so, dass ein direkter Weg zur Grundschule entsteht.

Gut sei auch, dass Schüler/Faktorgrün einen Grünstreifen entlang der Gleise planen, sagt Kuhn. Der sei zwar von der Stadt erwünscht als kurzer Weg zur S-Bahn, sagt Theis, noch aber „optional“, da das Gelände der Bahn gehöre.

Gut findet die Pläne auch Frank Junker, Geschäftsführer der ABG-Holding, die sich fast das ganze Gelände bereits gesichert hat. „Auch uns gefällt, dass der Siegerentwurf die Fortsetzung der bestehenden Bebauung ist.“ Der Übergang sei harmonisch, das neue Quartier kein Fremdkörper. „Gemeinsam mit der Stadt wollen wir nun so schnell wie möglich weiter planen.“ Anders als sonst oft bei Ideenwettbewerben, bei denen Merkmale verschiedener Entwürfe kombiniert werden, werde man am Siegerentwurf wohl nur Details anpassen, sagt Theis. „Etwa wenn es darum geht, die Fernwasserleitung einzuplanen, die durch das Gebiet verläuft.“

Läuft bei der Erstellung des Bebauungsplans alles glatt, könnte die ABG 2019 mit dem Bau der Wohnungen beginnen. Alle Entwürfe sind vom 9. bis 30. Januar im Planungsdezernat, Kurt-Schumacher-Straße 10, zu sehen.

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