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Stadtentwicklung: Hochhaus gegen die Platznot

Von In der City wird in den kommenden Jahren voraussichtlich ein weiterer 200-Meter-Turm entstehen. Die Helaba will ein Grundstück in der Neuen Mainzer Straße entwickeln. Es handelt sich um den vorletzten Hochhausstandort im Bankenviertel.
Der Entwurf des Architekturbüros von Jürgen Engel aus dem Jahr 2001 ist weiter Grundlage der Planung. Der Entwurf des Architekturbüros von Jürgen Engel aus dem Jahr 2001 ist weiter Grundlage der Planung.
Frankfurt. 

Büroraum ist in Frankfurt so stark gefragt wie schon seit Jahren nicht mehr. Bei der Vermietung verzeichnete das Maklerunternehmen CBRE im ersten Quartal 2018 einen Anstieg um 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Leerstandsquote ist mittlerweile auf neun Prozent gesunken, was Immobilienexperten unter anderem darauf zurückführen, dass derzeit vergleichsweise wenig Büros fertiggestellt werden.

„Wir haben eine relativ geringe Bautätigkeit“, sagt Oliver Barth, Geschäftsführer des Immobilienberaters BNP Paribas Real Estate. Für Unternehmen sei es schwer, eine zusammenhängende Fläche von 5000 Quadratmeter zu finden. Das Angebot konzentriere sich zudem auf drei bis vier große Projekte, es gebe wenig Auswahl. Ein Nachfrageschub durch den Brexit sei dabei noch gar nicht berücksichtigt.

Vor diesem Hintergrund wird jetzt wieder ein Projekt aktuell, über das seit 20 Jahren gesprochen wird. Bereits im Hochhausrahmenplan von 1998 ist in der Neuen Mainzer Straße ein rund 200 Meter hoher Turm vorgesehen. Das Grundstück an der Stelle, wo die Straße an der Wallanlage eine Kurve macht, gehörte der Frankfurter Sparkasse und der Württembergischen Hypothekenbank. Bei einem Wettbewerb setzte sich 2001 der Frankfurter Architekt Jürgen Engel mit einem Entwurf für einen Doppelturm durch. Rund 80 000 Quadratmeter Bürofläche sollten entstehen – so ist es im 2003 beschlossenen Bebauungsplan geregelt.

Konkrete Gespräche

Doch wegen der Immobilienkrise verschwand das Projekt in der Schublade. Die Altbauten – unter anderem ein zehngeschossiges Bürogebäude aus dem Jahr 1960 und ein unter Denkmalschutz stehender Bau aus dem 19. Jahrhundert – stehen seit vielen Jahren leer. Das Areal an prominenter Stelle ist mit einem Bretterzaun gesichert. Wegen des Baurechts für ein Hochhaus stand die Immobilie mit einem hohen Wert in den Büchern der Eigentümer, weshalb sich auch Überlegungen, dort einen kleineren Neubau zu errichten, zerschlagen haben. Zwischenzeitlich war unter anderem ein Hotel im Gespräch.

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Schon vor mehr als einem Jahr gab es Anzeichen, dass sich an dem traurigen Zustand etwas ändern könnte. Mittlerweile hat der Konzern der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) das Grundstück erworben und will an Stelle der 60er-Jahre-Bauten ein Hochhaus realisieren. „Es gibt konkrete Gespräche“, sagte Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD). Basis dieser Gespräche ist der alte Entwurf von Jürgen Engel. Geklärt werden müssen nicht nur Fragen von Architektur, Denkmalschutz und Städtebau, sondern auch die Nutzung. Die Stadt wünscht sich eine kulturelle Einrichtung im Erdgeschoss. Im Gespräch ist das English Theater, das derzeit im Gallileo-Hochhaus untergebracht ist.

In einem schon älteren städtebaulichen Vertrag verpflichtet sich der Eigentümer außerdem, 9000 Quadratmeter Wohnungen zu errichten. Wo diese entstehen, ist allerdings nicht vorgeschrieben. Auch geförderte Wohnungen sind keine Pflicht. „Heute würde man das sicher anders machen“, sagte Gellert. Über einen Zeitplan ist bisher nichts in Erfahrung zu bringen. Einen Mietinteressenten für die Büros soll es dem Vernehmen nach geben. Denkbar ist aber auch, dass der Helaba-Konzern zumindest einen Teil der Fläche selbst nutzt.

Weg zur Wallanlage

Gellert betonte, dass man sich von der Entwicklung des Grundstücks eine städtebauliche Verbesserung verspricht. So ist vorgesehen, direkt in der Kurve der Neuen Mainzer Straße eine Fußweg-Verbindung zur Wallanlage herzustellen. „Das bringt eine enorme Aufwertung“, ist auch Oliver Barth überzeugt. Er erwartet weiterhin eine starke Nachfrage nach Büros in zentraler Lage. Unternehmen drängten sogar aus Randlagen in die City und seien wegen der höheren Mieten bereit, mit weniger Fläche auszukommen.

Doch das Wachstum ist begrenzt. Wenn das Helaba-Projekt realisiert wird, gibt es im Bankenviertel nur noch einen weiteren nicht genutzten Hochhausstandort, nämlich das benachbarte Grundstück, auf dem sich heute die Zentrale der Sparkasse befindet. Aber das Planungsdezernat bereitet die Aktualisierung des Hochhausrahmenplans vor. 2021 sollen Ergebnisse vorliegen – vielleicht mit neuen Standorten.

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