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Neubau des Klinkums: Höchst: Acht Fakten zur neuen Klinik

Von Mitte 2019 sollen die ersten Patienten im Neubau des Höchster Klinikums versorgt werden. Gestern wurde der Grundstein gelegt. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu dem Millionenprojekt.
Ein Teil der riesigen Klinikbaustelle, auf der mittlerweile vier Kräne stehen, von oben betrachtet. Bilder > Foto: Maik Reuß Ein Teil der riesigen Klinikbaustelle, auf der mittlerweile vier Kräne stehen, von oben betrachtet.

Was ist gestern passiert?

Nach dem ersten Spatenstich für den Neubau des Klinikums Höchst im Juli wurde gestern der Grundstein gelegt. Nun läuft also die tatsächliche Errichtung des Gebäudes. In der Zeitkapsel im Grundstein finden sich neben Tageszeitungen von gestern auch Unterschriften und Bilder der Klinikmitarbeiter. Die Bedeutung des Klinikneubaus zeigt sich auch an den weit mehr als 100 Personen, die gekommen waren. „Das ist ein historischer Tag“, sagte etwa Klinikgeschäftsführerin Dorothea Dreizehnter.

Was wird gebaut?

Die erste Passivhausklinik Europas. Der Neubau östlich des jetzigen Bettenhauses hat eine Bruttogeschossfläche von 79 000 und eine Nutzfläche von 34 500 Quadratmetern in einem Unter- und einem Erdgeschoss sowie sechs Obergeschossen. Das Gebäude wird 143 Meter lang mit einer Breite von 121 Metern auf der einen und 83 Metern auf der anderen Seite. Die Höhe beträgt knapp 24 Meter. Im Haus finden sich 666 Betten, 40 tagesklinische Plätze, zehn Operationssäle und ein Hybrid-OP. Auf dem Dach entsteht ein Hubschrauberlandeplatz und auch die zentrale Notaufnahme wird integriert.

Wann ist der Bau fertig?

Geplant ist die Fertigstellung Anfang 2019. Dann beginnt die medizinische Inbetriebnahme. Erst nach zahlreichen Tests aller Prozesse soll im Sommer 2019 der Umzug erfolgen. Für diesen sind nur zwei oder drei Tage avisiert, ehe im Neubau die ersten Patienten behandelt werden. Man liege voll im Zeitplan, sagte Udo Findt, Geschäftsführer der Zentralen Errichtungsgesellschaft für das Klinikum. Er erwartet, dass dies auch so bleibt. „Wir sind nicht in Berlin oder in Hamburg“, verweist er auf den Berliner Flughafen und die Elbphilharmonie, deren Bau sich erheblich verzögerte und verteuerte.

Was kostet das Ganze?

Veranschlagt sind 236,7 Millionen Euro, von denen die Stadt 182 Millionen und das Land Hessen 54,7 Millionen tragen. Auch hier ist sich Findt sicher, dass der Bau in diesem Rahmen bleibt. Allerdings ist etwa der Umzug selbst noch nicht inbegriffen. Das Jahr 2019, in dem das Klinikum zeitweise zwei Gebäude parallel betreiben wird, werde zudem wirtschaftlich schwierig für die Klinik.

Was soll der Neubau bringen?

Zunächst einmal eine der modernsten Kliniken Deutschlands. Schließlich stammt das jetzige Bettenhaus aus dem Jahr 1965. Auch sind viele neue medizinische Geräte in den Baukosten bereits enthalten. „Es sind andere und einfachere Abläufe möglich“, sagte Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne). Ein Beispiel ist das „Höchster Zimmer“ – hier kann das hintere Bett aus dem Zimmer geschoben werden, ohne das vordere zu verrücken.

Welche Einsparungen sind möglich?

Der Vorteil des Passivbaus gegenüber dem Altbau bei den Heizkosten soll etwa eine Million Euro pro Jahr betragen. Das Defizit des Klinikums lag aber zuletzt im zweistelligen Millionenbereich pro Jahr, für 2016 waren zwölf Millionen Euro Miese geplant. „Wir werden aber deutlich besser abschließen“, sagte Majer, ohne nach drei Quartalen genaue Zahlen nennen zu wollen. Dies zeige aber, dass die Restrukturierungen erfolgreich seien.

Wie wirkt sich das Ganze auf die Mitarbeiter aus?

Sie bekommen hochmoderne Arbeitsplätze und können sich auf bessere Arbeitsbedingungen freuen. Bei derzeit mehr als 2000 Mitarbeitern werden allerdings 110 Vollzeitstellen abgebaut. Dies ist im Vertrag zur Fusion mit den Main-Taunus-Kliniken vereinbart und damit erstmal von dem Neubau unabhängig. Allerdings wird es bestimmte Bereiche nicht mehr geben, so fällt etwa die Küche weg.

Was passiert anschließend?

Mit dem Bezug des Neubaus ist nur der erste Schritt getan. Bis auf die heutige Notaufnahme, wo künftig Augenklinik und ambulantes Operieren zu finden sind, wird nach und nach abgerissen. Neu gebaut werden stattdessen die Psychiatrie und ein Verwaltungsgebäude. Zudem gibt es noch Platz für weitere Häuser, etwa ein Pflegeheim, weitere Geriatrie- oder Rehaplätze. Südlich der Windhorststraße, die über das jetzige Gelände zur Gotenstraße geführt wird, sollen etwa 300 Wohnungen entstehen. Hier kann es aber frühestens im Jahr 2021 oder 2022 losgehen.

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